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Fronhausen schafft Haushaltsausgleich

Kommunale Finanzen Fronhausen schafft Haushaltsausgleich

Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel hat am Donnerstag ihren ersten Haushaltsplan eingebracht. Der sieht nicht nur große Investitionen in die Infrastruktur vor, sondern auch ein kleines Plus von knapp 13000 Euro.

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Die Bergstraße in Fronhausen wird grundhaft saniert. Die Gemeinde hat dafür 700 000 Euro im Haushaltsplan für 2017 veranschlagt. Archivfoto: Patricia Grähling

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. Eine kleine Entlastung durch die gesenkte Kreisumlage, eine Erhöhung der Grundsteuern und eine Überprüfung aller bisherigen Haushaltsposten machen es möglich: Bürgermeisterin Claudia Schnabel hat in der Gemeindevertretung Fronhausen einen ausgeglichenen Haushaltsplan für 2017 vorgelegt. „Wichtige Investitionen in die Zukunft werden dabei aber nicht vernachlässigt“, betonte sie in ihrer Haushaltsrede. So sehen die Planungen etwa die grundhafte Sanierung der Bergstraße in Fronhausen mit 700000 Euro vor und den Anbau an den Kindergarten Bellnhausen mit mehr als 420000 Euro.

Wichtig ist Schnabel dabei etwa, dass die „Schulden aus den Kassenkrediten weiter reduziert werden“. Das Limit für den Kassenkredit - also die Höchstsumme, um die die Gemeinde quasi ihr Konto überziehen darf - wird von 3,8 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro gesenkt. Zudem beginne die Gemeinde mit dem Abbau des Sanierungsstaus im Feuerwehrwesen und investiere in die Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung.

Bei Einnahmen von rund 6,63 Millionen Euro und Ausgaben von rund 6,53 Millionen Euro bleibt der Gemeinde laut Schnabel unter dem Strich ein Plus von 12289 Euro. Dabei rechnet die Gemeinde mit 1,8 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen - 2016 waren es 1,045 Millionen Euro. „Die Gewerbesteuerentwicklung des letzten Jahres zeigt deutlich, wie unberechenbar die Einnahmen sind“, sagte die Bürgermeisterin. Bei großen Gewerbesteuerrückzahlungen werde die Luft im Haushalt plötzlich sehr dünn und ein Ausgleich kaum noch möglich.

Durch die geplante Erhöhung der Grundsteuern sollen zudem rund 43000 Euro mehr eingenommen werden. Die Grundsteuer A wird von 420 auf 450 Prozent angehoben, die Grundsteuer B von 365 auf 390 Prozentpunkte. Die Gewerbesteuer bleibt bei 380 Prozent.

Fronhausen zahlt 2,5 Millionen an den Kreis

Laut dem Zahlenwerk für 2017 muss Fronhausen an den Landkreis über die Kreis- und Schulumlage rund 2,5 Millionen Euro zahlen. Durch die Senkung der Kreisumlage um ein Prozent und die Erhöhung der Schulumlage um 0,5 Prozent werde Fronhausen um rund 55000 Euro entlastet - diese hätten sonst ebenfalls an den Landkreis fließen müssen. Steuer und Umlagen, vor allem die Zahlung an den Kreis, machen laut Schnabel 43 Prozent der Aufwendungen im Haushalt aus. Die Zuschüsse zur Kinderbetreuung liegen bei neun Prozent der gesamten Aufwendungen, die Feuerwehr liege bei zwei Prozent.

„Die finanzielle Situation der Gemeinde ist nach wie vor bedenklich“, betonte Schnabel trotz des Haushaltsausgleichs. Die Kommunen seien strukturell unterfinanziert, Steuereinbrüche wirkten sich eins zu eins auf die Kommunalfinanzen aus. Pflichtaufgaben könnten viele Kommunen daher nicht im geforderten Maße nachkommen. „Trotz dieser Ungewissheit schauen wir optimistisch in die Zukunft“, so die Rathauschefin weiter.

Daher investiere die Gemeinde in die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, in die Kinderbetreuung, die Feuerwehr und die Verwaltung. Im Plan steht dabei auch die Umgestaltung des Fronhäuser Festplatzes mithilfe von Bürgern und Geld aus den Töpfen der Region Marburger Land. Der Haushalt wird im Januar in den Ausschüssen der Gemeinde beraten.

von Patricia Grähling

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