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Fronhausen braucht Hilfe bei Jahresabschlüssen

Externe Dienstleister Fronhausen braucht Hilfe bei Jahresabschlüssen

Es ist der Fluch der Doppik. Und auch der Fluch der leeren Kassen, worin der Personalmangel begründet liegt. In Fronhausen werden die Jahresabschlüsse ohne fremde Hilfe nicht mehr fristgerecht fertig.

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Fronhausen muss aufholen: Die Gemeinde hängt mit den Jahresabschlüssen hinterher und setzt nun externe Kräfte als Unterstützung ein, um fristgerecht fertig zu werden.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. Die Zeit drängt - in Fronhausen wie in vielen anderen Kommunen, denen der sogenannte Herbsterlass des Landes Hessen schwer zu schaffen macht. Das Innenministerium und die Kommunalaufsicht beim Landkreis teilten der Gemeinde mit, dass ab dem Haushaltsjahr 2015 die kommunalen Haushalte nur noch dann genehmigt werden, wenn die Jahresabschlüsse der vorausgegangenen Jahre bis einschließlich 2012 mit dem neuen Haushalt vorgelegt werden. Ein Dilemma für Fronhausen.

Die Gemeinde arbeitet derzeit am Jahresabschluss 2009, der im laufenden Jahr fertig werden soll. Doch was wird aus den Abschlüssen für 2010, 2011 und 2012? „Mit dem vorhandenen Personal ist die Fertigstellung noch in diesem Jahr nicht gewährleistet“, teilte Bürgermeister Reinhold Weber der Gemeindevertretung am Donnerstag mit und begründete dies so: „Aufgrund der personellen Situation in der Finanzabteilung mit mehreren Personalwechseln seit 2011 war eine zeitnahe und kontinuierliche Aufarbeitung der Jahresabschlüsse nicht mehr gegeben. Jeder Jahresabschluss, das zeigten Erfahrungen aus anderen Kommunen, bringe einen Zeitaufwand von mehr als 1000 Arbeitsstunden mit sich, sagte Weber. Wie soll es nun weitergehen für Fronhausen? Die Gemeinde muss handlungsfähig bleiben - und braucht dafür auch 2015 wieder einen Etat, der von der Revision genehmigt wird und somit im Alltag auch umgesetzt werden kann.

Dienstleister helfen

Durch personelle Unterstützung von Dienstleitern soll es den beiden Mitarbeitern der Gemeindekasse nun gelingen, die Jahresabschlüsse fristgerecht zu schaffen. Das Parlament ermächtigte den Gemeindevorstand am Donnerstagabend einstimmig, „alle Möglichkeiten auszuschöpfen“, damit dies erreicht werden kann und genehmigte dazu überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 51000 Euro. Finanziert werden soll dies vor allem durch Fördergeld, das das Land kleinen Kommunen zur Bewältigung der Jahresabschlüsse bereitstellt. Die Gemeinde kalkuliert mit 40000 Euro aus diesem Fördertopf - und plant weitere 11000 Euro aus eigenen Finanzmitteln ein. Mit 51000 Euro, so hofft man im Rathaus, kann ausreichend Unterstützung durch externe Buchhalter eingekauft werden.

In Fronhausen müssen die Bürger dafür noch ein Jahr auf ein Vorhaben warten, das hintenan gestellt wird, damit Geld für die Buchhaltung frei wird. Die rostfreien Friedhofszapfstellen kommen erst 2015, entschied das Parlament.

In der Diskussion um die Personalknappheit und die Arbeiten, die dadurch in der Fronhäuser Finanzabteilung liegen bleiben, machte die Initiative Fronhausen den Vorschlag, sich stärker mit umliegenden Kommunen zu vernetzen und eventuell eine gemeinsame Finanzabteilung aufzubauen. Martin Wenz sprach von interkommunaler Zusammenarbeit mit Weimar und Lohra, „sonst passiert das wieder“. Bürgermeister Weber begegnete diesem Vorschlag ablehnend: „Die anderen Gemeinden sind auf einem ganz anderen Stand und arbeiten teilweise mit anderen Systemen“, erklärte er.

von Carina Becker

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