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Freie Bahn für Zwester-Ohm-Fische

Umwelt-Projekt Freie Bahn für Zwester-Ohm-Fische

Um Fischen einen ungehinderten Durchgang zu ermöglichen, will die Gemeinde Ebsdorfergrund im kommenden Jahr alle Barrieren in der Zwester Ohm auf ihrem Gemeindegebiet beseitigen.

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Die Wehranlage in der Ortslage von Ebsdorf soll in eine raue Rampe umgestaltet werden. Die Löschwasserentnahmestelle soll erhalten bleiben.

Quelle: Heiko Krause

Ebsdorfergrund. Ziel sei es, ein blaues Band zu schaffen, so Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) bei der Vorstellung des Projekts, das im Rahmen des Netzes von Schutzgebieten „Natura 2000“ von der Europäischen Union mit 50000 Euro finanziert wird. „Wir machen jetzt etwas freiwillig und bekommen Förderung für etwas, was uns später vielleicht etwas kostet, wenn wir es machen müssen “, so Schulz.

Anke Schmidt, Fachdienstleiterin Bauen, Planen Umwelt der Gemeinde und für das Projekt zuständig, berichtete, dass die Zwester Ohm und ihre Uferrandstreifen ab Ebsdorf bis zur Einmündung in die Lahn bei Fronhausen 2008 als FFH-Gebiet ausgewiesen sei. Auf Gemeindegebiet seien es etwa fünf Kilometer, auf denen es noch drei Hindernisse gibt.

Die Hindernisse müssen weg

Die Beseitigung dieser Barrieren spiele die wesentliche Rolle, wenn die Gemeinde nun im Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises aufgestellte Maßnahmen umsetze, um die ökologische Situation der Zwester Ohm weiter zu verbessern. Viele Fischarten durchwanderten das Gewässer aus unterschiedlichen Gründen in beide Richtungen mehrmals in ihrem Leben. Hindernisse könnten viele von ihnen nicht überwinden, sodass sie eingeschränkt würden. Diese gelte es zu beseitigen. Im Einzelnen seien in den Ortslagen von Ebsdorf und Hachborn die Löschwasserentnahmestellen Hindernisse sowie eine Art Wehr unterhalb der Straßmühle bei Hachborn.

Wozu das historische Bauwerk einmal errichtet worden sei, wisse man nicht, so Schmidt. Der Absturz sei hier besonders hoch. Deshalb werde eine so genannte Sohlgleite errichtet, auf der die Fische im geringen Winkel nach oben kämen.

Aus EU-Mitteln finanziert

Bei den beiden Entnahmestellen, die ansonsten natürlich erhalten blieben um den Brandschutz zu gewährleisten, werden raue Rampen angebracht, über die die Fische beispielsweise zu ihren Laichgebieten kommen könnten. In Hachborn werde zudem die Betonrinne an dieser Stelle naturnaher gestaltet, indem auf dem Boden Steine aufgebracht werde, die ihrerseits Sohlsubstrat binden würden. Durch die geringere Fließgeschwindigkeit werde dann zudem der Hochwasserschutz verbessert. In diesem Jahr soll die Planung abgeschlossen werden. 2014 folge dann die Umsetzung.

Und dann, so Schmidt, gebe es innerhalb des FFH-Gebietes Zwester Ohm im Ebsdorfer Grund keine ökologischen Barrieren mehr, weder für Fische, noch für deren Nährtierchen. „Das freut auch die Angler“, ist Schmidt überzeugt.

Der Fachbereich Ländlicher Raum sei an die Gemeinde herangetreten, weil mit den Maßnahmen sowohl den FFH-Richtlinien entsprochen werde als auch dem europäischen Wasserrecht. Somit werde aus EU-Mitteln die gesamte Finanzierung vom Land Hessen übernommen.

Bürgermeister Schulz hob hervor, dass die Gemeinde mit der freiwilligen Umsetzung zeige, wie wichtig ihr der Gewässerschutz ist. Weitere Vorhaben seien im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Wittelsberg-Rauischholzhausen geplant, kündigte er an. Dort sollten Uferlandstreifen gekauft werden, um Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu reduzieren und so die Gewässerqualität nachhaltig zu verbessern.

von Heiko Krause

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