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Förster: „Verkehrssicherung ist unsere Pflicht“

Baumfällarbeiten Förster: „Verkehrssicherung ist unsere Pflicht“

Von der Abzweigung Höingen/Deckenbach bis zum Wermertshäuser Feld werden auf einer Strecke von 900 Metern Bäume gefällt. Die Arbeiten im Auftrag von Hessen Forst dienen der Verkehrssicherung.  

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Zwischen Roßberg und Wermertshausen werden in dieser Woche Bäume gefällt, um die Sicherheit der Autofahrer zu gewährleisten.

Quelle: Tobias Hirsch

Roßberg. Um 8 Uhr fiel gestern Morgen der erste Baum. Weitere folgten im Lauf des Tages. Was bei einigen Menschen Empörung hervorruft, dient der Sicherheit von Autofahrern. Und da ist Hessen Forst in der Pflicht. „Es gibt viele Menschen, die ganz unterschiedliche Ansprüche an den Wald stellen“, erklärt der zuständige Förster Peter Becker. Da sind die Spaziergänger, die Erholung suchen und Wert auf Ästhetik legen.

„Reiter und Mountainbiker erwarten eine gute Infrastruktur“, sagt Peter Becker. „Und da sind die Naturschützer, die den Wald am liebsten sich selbst überlassen würden.“ Für die Förster, die den Staatswald bewirtschaften, bringen die unterschiedlichen Interessensgruppen meist nur wenig Verständnis auf. „Dabei versuchen wir, möglichst alle unter einen Hut zu bringen“, sagt Peter Becker.

"Verkehrssicherung ist unsere Pflicht"

Große und alte Bäume, deren trockene Äste bereits auf die Fahrbahn ragen, werden in diesen Tagen auf dem Streckenabschnitt gefällt. „Verkehrssicherung ist unsere Pflicht“, sagt Peter Becker. „Würde ein Baum auf ein Auto fallen, wäre ich dran.“

Und noch etwas stellt der Förster klar. Wenn Wald für eine Bebauung gerodet wird, muss an anderer Stelle ein Ausgleich geschaffen werden. „Fortstwirtschaft ist kein Eingriff in die Natur und braucht dementsprechend auch keinen Ausgleich. Im Zuge der Baumfällaktion, die voraussichtlich bis Ende der Woche dauern wird, müssen auch gesunde Bäume dran glauben.

„Wir sind in  einer Nass-Schnee-Zone. Fällt Schnee ist er meist pappig und schwer, sodass die Äste schneller brechen. Zudem sind manche Bäume von innen faul, was äußerlich nicht sichtbar ist.“ Fällt einem Pilzsammler ein Ast auf den Kopf, so ist das eine „waldtypische Gefahr“. „Aber an der Straße sind wir verantwortlich“, so der Förster.

Baumfällarbeiten sind genau geregelt

Der Ablauf des Fällens ist genauestens organisiert. Zwei Mitarbeiter von Hessen Forst regeln die Ampelschaltung. Die Anlage hat Hessen Mobil bereitgestellt. Alle Beteiligten sind per Funk miteinander verbunden. So bestätigen die beiden Männer an den Ampeln gegenseitig, dass diese auch wirklich auf Rot stehen. Erst wenn das bestätigt ist, dürfen die Bäume gefällt werden. Danach räumt sie das Unternehmen zügig von der Straße, damit der Verkehr wieder fließen kann.
„Wir müssen die Strecke in drei Abschnitten bearbeiten“, erklärt Peter Becker. Der Funkkontakt würde nicht bis über jede Kurve reichen.

Nach Angaben des Försters kosten die Arbeiten rund 1000 Euro pro Tag. Im Zuge der Aktion wurden auch drei Fichten neben dem Haus der Waldbienen gefällt. „Eine war bereits trocken, ein Zeichen dafür, dass die anderen auch bald abgestorben wären“, so Becker. Zudem werden entlang der Zwester Ohm Pappeln gefällt, denn „die haben da nichts verloren“.

Insgesamt hofft Peter Becker auf mehr Verständnis für die Forstwirtschaft. „Keiner will Plastik- oder Stahlmöbel“, sagt er. Holz ist angesagt. Vom Fußboden bis hin zu den Möbeln. „Doch dafür brauchen wir Rohstoffe. Und ein Holzstuhl war nun einmal früher ein Baum."

Naturschützer würden laut Peter Becker gern die  Douglasie aus dem Wald verbannen, weil sie hier mit dem Samen aus Nordamerika gepflanzt wurde. „Aber sie kommt hier mit dem Klima klar und das Holz ist besser als das der Fichte.“

von Heike Horst

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