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Fichten fallen 
für den Naturschutz

Waldfläche wirden aus Bewirtschaftung genommen Fichten fallen 
für den Naturschutz

Entlang der Zwester Ohm in der Gemarkung Roßberg soll die Natur künftig sich selbst überlassen werden. Deshalb fällt eine 
Firma die Fichten, die entlang eines Bachlaufs nicht natürlich wachsen.

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Die Fichten auf einer Fläche von 40 Hektar werden gefällt. Künftig soll die Fläche entlang der Zwester Ohm der Natur überlassen werden.

Quelle: Jörg Brinckheger / pixelio.de

Roßberg. „Hier wird ein Eschen-Erlenwald entstehen“, sagt Förster Peter Becker mit Blick auf die Baumfällarbeiten entlang der Zwester Ohm. Die Fichten, die seit einigen Tagen dort gefällt werden, wachsen normalerweise nicht an einem Bachlauf. „Die wurden einmal dort gepflanzt“, erklärt der Förster. Gleiches gilt für die Douglasien.

In dem 40 Hektar großen Waldgebiet in der Gemarkung Roßberg soll die Natur künftig freien Lauf haben. So sehen es die Naturschutzleitlinien von Hessen-Forst vor. Zwar gibt es schon jetzt Naturschutz-Kernflächen, doch möchte Hessen-Forst diese Flächen erweitern.

Für den Förster Peter Becker ist das ein Verlust. Er muss die Fichten jetzt verarbeiten, obwohl sie noch 40 Jahre hätten wachsen können. „Weil das Holz zum Teil zu früh genutzt wird, bedeutet dies finanzielle Einbußen“, sagt Peter Becker.

Insgesamt geht er von 500 Kubikmeter Holz aus, die er jetzt „erntet“. Und das Waldgebiet ist für ihn künftig tabu. Dort ist er zwar noch für die Jagd und den Forst zuständig, kann aber keinen Nutzen mehr daraus ziehen.

Rettungsaktion war eigentlich unnötig

Die Flächen, die künftig hessenweit der Natur überlassen werden, wurden in Abstimmung mit den Naturschutzverbänden ausgewählt. Zu den bereits vorhandenen Naturschutz-Kernflächen zählen Naturwald-Reservate sowie Altholzinseln. Bei Letzteren handelt es sich um ältere Buchenbestände.

„Dabei ging es ursprünglich mal um die Rettung des Schwarzspechts“, erklärt Peter Becker. Der musste zwar gar nicht gerettet werden, wie sich später herausstellte, aber seine Arbeiten als „Zimmermann“ in den Bäumen kam anderen Arten zugute. „Wenn der Schwarzspecht auszog, nutzten Sperlinge oder Dohlen seine Höhlen.“

Zur Wochenmitte sollen die Baumfällarbeiten abgeschlossen sein. Die Firma führt sie mit einem Harvester aus. „Das geht schnell und mit der Maschine lässt sich dirigieren, wie die Bäume fallen.“ Spaziergänger werden keine große Veränderungen bemerken.

„Den Einheimischen fällt vielleicht auf, dass die Fichten weg sind“, sagt Peter Becker. „Und wer sich mit Pflanzengesellschaft beschäftigt, wird vielleicht beobachten, dass sich dort eine eigene Vegetation durchsetzt.“

von Heike Horst

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