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Fernwanderweg ist jetzt ganz nah

Marburger Land Fernwanderweg ist jetzt ganz nah

An die europäische Kulturroute Hugenotten- und Waldenserpfad, die über 2000 Kilometer die Fluchtroute der Hugenotten im 17. Jahrhundert nachzeichnet, ist nun an das Marburger Land angebunden.

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Der Frauenberg mit der Burgruine, eine Hugenottensiedlung, ist nun an die Kulturroute Hugenotten- und Waldenserpfad angebunden. Nach der Eröffnung begaben sich französische und deutsche Gäste auf die Strecke.Fotos: Richter, Koelschtzky

Frauenberg. Auf dem Frauenberg wurde gestern die neue Wegschleife eröffnet.

Nachdem Edikt von Nantes im Jahr 1685 waren Protestanten in Frankreich nicht mehr erwünscht und so machten sich viele der dort Verfolgten - wie auch die Waldenser aus dem Piemont - auf die Flucht, die viele von ihnen auch nach Mittelhessen führte.

Neben den bekannten Hugenottendörfern der Region wie Wetter-Todenhausen, Rauschenberg-Schwabendorf oder Frankenau-Louisendorf wurde 1687 auch am Frauenberg eine Hugenottensiedlung gegründet, die Frauenberger Höfe. Das war der Anlass für die neue Wanderweg-Schleife Frauenberg im Marburger Land des europaweiten Wanderweges. Der deutsche Trägerverein Hugenotten- und Waldenserpfad sowie die Gemeinde Ebsdorfergrund und die Region Marburger Land haben mit Förderung der EU einen neuen Teil des Europaweges angelegt, der nun auch Marburg an die Route anbindet.

Bei der Eröffnung im Garten der Gaststätte Burgruine Frauenberg waren unter den rund 50 Besuchern auch französische Gäste anwesend: Jugendliche der französischen Partnerorganisation aus dem Departement Drôme sind derzeit zu Besuch in Hessen und haben sich mit auf die erste Begehung des neu eingerichteten Wegteils gemacht.

Der Bürgermeister von Ebsdorfergrund, Andreas Schulz, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass die Hugenotten als Migranten die Region geprägt und viele Handwerke und Fähigkeiten mitgebracht hätten, die der Region zugute gekommen seien. „Damit soll der neue Weg auch eine Mahnung sein, dass wir es mit den heutigen Flüchtlingen genauso gut machen, wie es Hessen einst mit den Hugenotten und Waldensern gemacht hat.“

Schulz würdigte die vielen Aktiven, die ehrenamtlich bei der Auszeichnung des Weges mitgeholfen haben, unter anderem den Mitgliedern des Oberhessischen Gebirgsvereins und dem Frauenberger Ehepaar te Kamp sowie dem Ortsbeirat. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre der Weg trotz der Förderung durch die EU mit 70000 Euro nicht möglich gewesen“, sagte er.

Gleichzeitig mit der Eröffnung des Weges wurde der Gaststätte „Zur Burgruine“ vom Trägerverein das Zertifikat „Hugenotten- und Waldener-Herberge“ verliehen und die Vereinsvorsitzende Dr. Renate Buchenauer stellte den dritten und für Deutschland abschließenden Teil des Routenführers für den „Weg in die Freiheit“ vor. Gerhard Badouin vom Trägerverein wies in seiner Rede auf die einst am Frauenberg ansässige Familie Brunet hin, die sich über den ganzen Landkreis verbreitet habe und unter unterschiedlichen Schreibweisen unter anderem in Damm, Lohra, Gladenbach, Caldern, Goßfelden, Weimar und allen Ortsteilen des Ebesdorfergrundes ansässig sei.Mehr als einen Meter breit war die Geneologie der Familie im Landkreis, die er den Besuchern präsentierte. Badouin berichtete auch, dass ein großer Teil der Hugenottenfamilien, deren Nachfahren heute in der Region ansässig sind, aus dem Departement Drôme stammten, aus dem auch die Besucher gekommen waren. Nach der Eröffnung machte sich eine Gruppe, darunter Vertreter aus anderen Hugenottendörfern und die französischen Jugendlichen auf den Weg zu einer ersten Begehung des neuen Weges bis zum Spiegelslustturm.

von Martina Koelschtzky

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