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Fahrer schleicht sich vom Unfallort davon

Aus dem Amtsgericht Fahrer schleicht sich vom Unfallort davon

Im Februar 2013 ereignete sich in der Gemarkung Wittelsberg ein Autounfall, bei dem der Unfallverursacher beim Eintreffen der Ersthelfer bereits verschwunden war.

Marburg. Ein Gerichtsverfahren im Marburger Amtsgericht war die Folge.

Der Autounfall ereignete sich abends, als ein 51-Jähriger mit seinem Fiat von der Arbeit nach Hause fuhr. Außerorts kam ihm ein BMW entgegen, der dann von einem Audi überholt wurde. Dessen Fahrer schätzte die Situation allerdings nicht richtig ein und so schrammten der Fiat und der Audi mit erhöhter Geschwindigkeit Fahrer- an Fahrerseite aneinander entlang. Dadurch wurde der Fiat von der Fahrbahn abgedrängt, überschlug sich und blieb letzten Endes auf der Seite liegen.

„Das Auto war Schrott. Es war gar nichts zu machen“, schilderte der Fiat-Fahrer den Zustand seines Autos. Er selbst wurde durch den Unfall und herumfliegende Teile im Auto-Innenraum leicht verletzt. Seine stabile Kopfbedeckung, die er damals trug, schützte ihn wohl vor Schlimmerem.

Die Staatsanwältin fragte den Geschädigten, was ihm durch den Kopf gegangen sei, als das Auto direkt auf ihn zukam. Er antwortete, er musste an jemanden denken, der Suizid begehen will. „Das ist Wahnsinn an der Stelle auszuscheren“, fügte er an.

Der 53-jährige BMW-Fahrer wollte nach dem Unfall den Beteiligten helfen. Als er jedoch den Audi erreichte, war der Fahrersitz bereits leer. Auf dem Beifahrersitz saß ein alkoholisierter Mann, der ihn anwies, sich erstmal um den Fiat-Fahrer zu kümmern. Nachdem der BMW-Fahrer dem Geschädigten zur Hilfe kam und sie gemeinsam zu dem unfallverursachenden Pkw zurückkehrten, fanden sie ihn leer vor.

Obwohl der gebürtige Marburger ohne seine Daten zu hinterlegen verschwand, konnte er ausfindig gemacht werden und steht nun vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, den Unfall verursacht zu haben und ohne die notwendigen Feststellungen getroffen zu haben, den Unfallort verlassen zu haben. Zudem hatte er zu dem Zeitpunkt 1,97 Promille im Blut und keine Fahrerlaubnis, da ihm diese schon 1999 entzogen wurde.

Der Angeklagte bestritt den Vorwurf und behauptete, jemand anders sei mit dem Audi Probe gefahren und er selbst sei nur Beifahrer gewesen.

Das Auto gehörte allerdings seiner Lebensgefährtin. Und zu der Frage des Vorsitzenden Richters, ob sie von dem Verkauf des Autos gewusst hätte, machte er keine Aussage. Deshalb wollte der Vorsitzende sie selbst und wenn möglich, weitere Zeugen befragen, um mehr Informationen zu erhalten. „Heute ist kein Abschluss möglich“, sagte er und vertagte die Verhandlung. Sie wird zu einem noch nicht festgesetzten Termin fortgesetzt.

von Lisa Scholz

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