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Es hängt alles an der Baugenehmigung

Ortsbeirat Leidenhofen Es hängt alles an der Baugenehmigung

Die Genehmigung für den Bau von drei Windkraftanlagen soll noch vor den Sommerferien vorliegen, informierte Bürgermeister Andreas Schulz während der Ortsbeiratssitzung in Leidenhofen.

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2011 wurden bei Ernsthausen neue Windräder an den Start gebracht. Möglicherweise werden noch in diesem Jahr auch im Ebsdorfer Grund Windräder errichtet.

Quelle: Rouven Raatz

Leidenhofen. Das Thema Windenergienutzung beschäftigt die Gemeinde bereits seit über 10 Jahren. Es wurde lange überlegt und geprüft, welche Standorte sich am Besten für den Bau von Windkraftanlagen eignen. Zehn der elf Ortsteile der Gemeinde unterstützen seit langem das Vorhaben, nur Ilschhausen sprach sich dagegen aus. Die drei Anlagen sollen alle bei Leidenhofen erbaut werden. Die erhöhte Lage der Region ist besonders gut geeignet um die hohe Windstärke effektiv nutzen zu können.

Das Ziel bis 2020 energieautark zu sein, könne der Ebsdorfer Grund auf jeden Fall erfüllen, betonte Schulz. Zwei Prozent der hessischen Landesfläche sind für das Vorhaben als Fläche für Windkraftanlagen eingeplant. Allerdings wird sich die Gemeinde im Zuge der Energiewende nicht ausschließlich auf Windenergie konzentrieren.

Schulz: "Situation ist chaotisch"

„Der Ebsdorfer Grund setzt auf einen Energiemix“, so Schulz. Neben Windkraft legt er besonderen Wert auf die Biogas- und Photovoltaik-Energie. Man wolle nicht zu viel Windkraft, nur so viel wie mindestens vorgeschrieben sind, so der Grundsatz der Gemeinde. Den größten Nachteil der Anlagen sieht Schulz darin, dass die Windräder keine Energie speichern können. Die drei geplanten Windräder bei Leidenhofen sieht er jedoch als sinnvoll an. Diese werden auf jeden Fall gebaut. Wenn das Regierungspräsidium Gießen grünes Licht gibt, könnte bereits Ende des Jahres Baubeginn sein.

Neben diesen Bauplätzen wurden eine Reihe weiterer Vorschläge für Windräder-Bauten abgelehnt. Im Moment sei die Situation recht chaotisch, erklärte Schulz. Unmengen Anträge für weitere Anlagen seien eingereicht worden. Die einzige Möglichkeit für die Gemeinde dem entgegen zu wirken, sei die Aufstellung eines klaren Flächennutzungsplans. Das Gesetz verlangt hierfür fünf Prozent der Gemeindefläche, die für Windkraftanlagen angegeben werden müssen.

Flächennutzungsplan verhindert Wildwuchs

Um dem Antragschaos zu entgehen und gleichzeitig die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, haben sich mehrere Gemeinden zusammengeschlossen und dem RP für den teilregionalplan Energie Mittelhessen einen gemeinsamen Flächennutzungsplan unterbreitet (die OP berichtete). „Wir wollen mitreden und mitentscheiden. Also müssen wir handeln“, so Schulz. Diese Art des Verbundes ist bisher einmalig in Hessen. Durch diese interkommunale Zusammenarbeit wollen die Beteiligten ihre Selbstbestimmung über den Bau der Windkraftanlagen ausweiten. Zudem hätte der gemeinsame Flächennutzungsplan den Vorteil, dass der nötige Platz für die Windräder besser verteilt werden könne. Alle beteiligten Kommunen finden sich in der „Energiegesellschaft Lumdatal“ wieder.

„Wenn wir die Forderungen der Regierung schon erfüllen müssen, dann sorgen wir dafür, dass das Geld in der Gemeinde bleibt“, sagte Schulz zuversichtlich. Es käme nicht in Frage, dass die Anlagen in die Hände fremder Investoren fallen, die an diesen verdienen, während die Gemeinden mit den negativen Auswirkungen, wie dem veränderten Landschaftsbild leben müssten, ohne wenigstens etwas davon zu haben. „Wir wollen mit der Energiewende auch selber Geld für unsere Gemeinde verdienen“, erklärte Schulz.

Positive Resonanz für Pläne

Die drei geplanten Windkraftanlagen sollen daher in den Besitz der Energiegesellschaft übergehen und auch von dieser betrieben werden. Die Verhandlungen über den Ankauf der Anlagen laufen bereits und gedeihen, informierte der Bürgermeister. Als Standorte für die drei Windräder sind passende Orte, sogenannte Windvorrangflächen, am „Leidenhöfer Kopf“ und auf dem Höhenzug zwischen Leidenhofen und Allendorf/Lumda-Winnen im Bereich „Kalter Stall“ vorgesehen.

Die Pläne der Gemeinde erhielten im Leidenhofer Ortsbeirat positive Resonanz und Zustimmung.

Kritisch hinterfragt wurde eine mögliche Lärmbelästigung durch die Anlagen. Damit würde es keine Probleme geben, das sei bei der Genehmigungsplanung bedacht worden, versicherte Schulz. Außerdem wurde auch an die Tierwelt gedacht. So werden die zukünftigen Windräder etwa zur Zeit der Zugvögel-Flüge kurzfristig abgeschaltet. Die Naturschutzbehörden wachen bundesweit über die Flugrouten und informieren die entsprechenden Regionen, wann die Räder abgeschaltet werden müssen.

von Ina Tannert

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