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Es fehlt noch an belastenden Beweisen

Prozess zum Gasanschlag in Oberweimar Es fehlt noch an belastenden Beweisen

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, den richtigen Mann angeklagt zu haben. Die Beweisführung gestaltet sich hingegen als schwierig. Es fehlt offenbar an Belastungszeugen.

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Verteidigerin Nadine Nitz schaut zu, wie ihrem Mandaten zum Prozessauftakt die Handschellen abgenommen werden.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Geschichte klingt plausibel: Nach mehreren Zwangsversteigerungen verliert ein 64 -jähriger Mann, der in seinem Heimatort von vielen Menschen als streitbar beschrieben wird, auch noch seinen letzten Halt – sein Eltern- und Wohnhaus.

Daraufhin spricht er Drohungen aus und manipuliert die Gasleitung im Keller des Hauses derart, dass ungehindert Gas austreten kann. Dann fährt er weit weg und überlässt alles Weitere schlicht dem Schicksal. War es aber wirklich so?

Dies zweifelsfrei darzustellen, ist nun die Aufgabe der Marburger Staatsanwaltschaft. Ihr Ausgangspunkt: Wer sonst als der Angeklagte sollte wohl ein Interesse daran gehabt haben, das gerade zwangsversteigerte Anwesen in Oberweimar durch einen Gas-Anschlag zu zerstören?

 

Die fünf Zeugen, die am Mittwoch vor dem Marburger Landgericht aussagten, darunter auch die beiden Erwerber des Anwesens, konnten den Angeklagten nicht mit dem Gasanschlag in Verbindung bringen. Ein Elektromeister gab an, dass es unmöglich gewesen sei, am 4. März, dem Tag der Entdeckung des Gaslochs, die genaue Menge des ausgetretenen Gases bestimmen zu können, weil es sich ausbreiten und nach außen dringen konnte.

Somit könne auch kein exakter Zeitpunkt für die zweifelsfrei stattgefundene Manipulation an der Leitung genannt werden. Der Angeklagte machte weiterhin keine Angaben. Sollte er überführt werden, drohen ihm mehrere Jahre Gefängnis.

von Götz Schaub

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Landgericht verhandelt Gas-Anschlag

Ab Mittwoch steht ein 64-jähriger Landwirt aus Oberweimar wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht. Er soll die Gasleitung in seinem ehemaligen Haus mutwillig beschädigt und Menschen in Gefahr gebracht haben.

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