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Es fehlt an Geld - und an freiwilligen Helfern

DGH Bellnhausen Es fehlt an Geld - und an freiwilligen Helfern

Anders als in Sichertshausen zeichnete sich in Bellnhausen während der Ortsbeiratssitzung noch keine Bereitschaft zur Übernahme der Trägerschaft für das Dorfgemeinschaftshaus ab.

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Über die Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses in Bellnhausen diskutierten bei der Ortsbeiratssitzung unter anderem Matthias Grün (von links), Ortsvorsteher Dr. Lothar Mann, Sonja Haese, Paul Weimer und Bürgermeister Reinhold Weber.

Quelle: Manfred Schubert

Bellnhausen. Etwa 40 Teilnehmer waren am Freitag zu der öffentlichen Sitzung in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um über dessen Zukunft zu entscheiden. Die Gemeinde Fronhausen möchte für alle Dorfgemeinschaftshäuser (DGHs) eine örtliche Trägerschaft erreichen, um Kosten einzusparen. Andernfalls droht die Schließung oder der Verkauf.

Bürgermeister Reinhold Weber, der zu Beginn der Sitzung die Hintergründe erläuterte, legte Wert darauf, zu betonen, dass das Ganze keine Idee des Gemeindevorstandes sei, sondern vom Haupt- und Finanzausschuss im Laufe der Haushaltsberatungen entwickelt und auf dessen Empfehlung im Dezember 2012 von der Gemeindevertretung ins Haushaltssicherungskonzept aufgenommen wurde.

Sichertshausen könnteModel zum Nachahmen sein

In erster Linie gehe es um Trägerschaft und Erhalt der DGHs, nicht um die Schließung. Es sei klar, dass ein DGH nicht voll deckungsfähig sein werde. Die Erträge aller Häuser belaufen sich im Moment auf etwa 90000 Euro, zur Kostendeckung zuschießen muss die Gemeinde etwa 370000 Euro, also 83,11 Euro pro Einwohner. Das DGH Bellnhausen stehe dabei nicht ganz so schlecht da: Ausgaben von 13200 Euro, ohne Abschreibungen, standen 5190 Euro Einnahmen im Jahr 2012 gegenüber. Ausgelastet sei es kaum, lediglich montags und dienstags zu 40 Prozent durch Sportgruppen.

2012 gab es 29 Veranstaltungen im DGH, zu 86 Prozent von Einheimischen. Zusätzlich wies Weber darauf hin, dass sich in Sichertshausen aus der Sanierung des dortigen DGH heraus, die mit viel ehrenamtlicher Arbeit geleistet wurde, ein Förderverein gegründet habe. Nach einem Prozess, der ein halbes Jahr gedauert habe, sei nun der Vertrag zur Übernahme der Trägerschaft durch den Verein zur Unterzeichnung bereit, sagte Weber. Dieser solle zunächst über ein Jahr laufen. Der Verein bekommt künftig die Einnahmen und muss die Ausgaben regeln, die Nebenkosten sind gedeckelt. Der Verein übernimmt Hausmeistertätigkeiten, Winterdienst und kleinere Reparaturen bis zu einem bestimmten Betrag. Die Einsparung für die Gemeinde wurde mit etwa 1500 Euro jährlich beziffert. Weber stellte das Model zwar vor, betonte aber gleichzeitig, dass man nichts von Sichertshausen kopieren müsse.

Dass man das aus ihrer Sicht auch nicht wolle, machten die Bellnhäuser im Laufe der eineinhalbstündigen Diskussion deutlich.

Es wurde darauf hingewiesen, dass in den nächsten fünf Jahren in Bellnhausen etwa 50000 bis 70000 Euro für die Fassadenrenovierung, die Heizung und eine neue Bestuhlung ausgegeben werden müssten. Zu Beginn der Sitzung waren tatsächlich zwei der etwa 30 Jahre alten Stühle zusammengebrochen. Diese Investition müsse vor einer Übernahme der Trägerschaft geklärt sein, forderte der frühere Ortsvorsteher von Bellnhausen, Gerhard Kuhl.

Ortsvorsteher Dr. Lothar Mann äußerte die Sorge, was passieren würde, wenn aus Kostengründen dem Hausmeisterehepaar in Bellnhausen gekündigt werden müsse.

Schließlich funktioniere alles unter ihrer Leitung. Der Alleingang würde sicher im Chaos enden, so Mann. Er forderte, man müsse zunächst wieder Ruhe in das Ganze bringen. Die Mieter und Hausmeister des DGH würden verunsichert, es werde ein Druck aufgebaut, als ob alles „durchgeprügelt“ werden solle.

Zurückhaltung beiArbeitskreisgründung

Er schlug vor, das Streichen des DGH in Eigenleistung zu erledigen und das als Einstieg zu nutzen, sich zusammenzusetzen und ein Konzept für Bellnhausen zu erstellen. Sein Vorschlag: zu Beginn erst einmal einen Arbeitskreis bilden.

Die Liste, die er herumreichen ließ, um sich für das Streichen einzutragen, kam allerdings ohne eine einzige Eintragung zurück. Gerhard Kuhl sagte dazu: „Für mich müsste vor der Investition von Geld oder Arbeit feststehen, wie die Zukunft des DGH aussieht.“

Sonja Haese, Ortsbeiratsmitglied, äußerte sich ebenfalls kritisch: „Bevor die 50000 bis 100000 Investitionskosten in den nächsten fünf Jahren nicht geklärt sind, wird keiner etwas fürs DGH machen.“

von Manfred Schubert

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