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Erst neue Schale, dann weicht der Kern

Gesamtschule Niederwalgern Erst neue Schale, dann weicht der Kern

An der Gesamtschule Niederwalgern bekommt man schon einen Eindruck vom künftigen Aussehen des Gebäudes. Auch wenn die Sanierung sich noch bis mindestens ins Jahr 2018 hinziehen wird.

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Die Schule der Zukunft: Wie sie in Niederwalgern aussehen soll, ist auf dem Titelblatt der Schulbroschüre zu sehen. Dahinter der Ist-Zustand. Eine Fachfirma aus Augsburg baut derzeit am oberen Schulgebäude eine neue Fassade auf.

Quelle: Carina Becker

Niederwalgern. Es ist eine Sanierung von Grund auf. Das kostet. 12,3 Millionen Euro wird der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Schulträger investiert haben, wenn die energetische Erneuerung der beiden großen Gebäude an der Gesamtschule Niederwalgern in den Jahren 2018 / 2019 abgeschlossen sein wird. Schick wird sie aussehen, wenn Innen- und Außensanierung erst einmal geschafft sind. Neben einem aktiven Beitrag zum Klimaschutz, „weil wir dann künftig nicht mehr zum Fenster herausheizen“, soll durch die Sanierung der aus den 70er-Jahren stammenden Gebäude vor allem auch ein angenehmeres Lernumfeld für die rund 400 Schüler entstehen. Denn, so hebt der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow (CDU) hervor: „Wo man sich wohlfühlt, da lernt man auch besser.“

Bei einem Pressetermin an der Gesamtschule Niederwalgern stellte  der Fachbereich Schule und Gebäudemanagement des Landkreises am gestrigen Donnerstag seine aktuellen Schulbauprojekte vor. Niederwalgern stellt in diesem Sommer neben Projekten an Schulen in Stadtallendorf und Biedenkopf einen der Schwerpunkte in der Bautätigkeit des Landkreises dar. Bis zum Jahresende werden dort 4,6 Millionen Euro verbaut. Vor drei Wochen sind die Arbeiten angelaufen. „Wir wollen den Schulbetrieb so wenig stören wie möglich, deshalb nutzen wir die Zeit in den Sommerferien für die besonders aufwändigen Arbeiten“, führt Zachow aus.

Mit fertig vermessenen und angepassten Bauteilen von jeweils einigen Metern Länge und Höhe, in die die neuen Fenster vor der Montage bereits eingesetzt werden, wird das höhergelegene der beiden großen Gebäude derzeit völlig neu verkleidet. Ein schwerer Kran hebt die Bauteile an die Fassade, wo sie von einer Fachfirma aus Augsburg angebracht werden. Zuvor werden die Holzbauteile draußen auf dem Schulhof mit Dämmmaterial befüllt. Fenster auf, Fenster zu, Heizung auf, Heizung zu: Solch ein Heiz- und Belüftungsverhalten gehört an modern ausgestatteten Schulen der Vergangenheit an. „Technik und Belüftung bauen wir komplett neu auf, so dass die Belüftungs- und Wärmeverhältnisse künftig optimal gesteuert werden können und die Heizkosten erheblich sinken“, führt Architekt Klaus Herrmann aus, der beim Kreis den Fachbereich Schule und Gebäudemanagement leitet.

Neubau in Stadtallendorf, Sanierung in Biedenkopf

Von außen verkleidet mit Platten aus Faserzement in wechselnden Beigetönen sollen sich die beiden weithin sichtbaren Gebäude harmonisch ins dörfliche Umfeld einfügen, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Drinnen, in den Klassenräumen, wird man die freiliegenden Holzbauteile sehen. „Das schafft ein behagliches Lernumfeld“, sagt Zachow. Bis es so weit ist, bekommt das Gebäude zunächst seine neue „Schale“. Die einstige Fassade wird dann von innen Stück für Stück zurückgebaut und entsorgt.

Oder einfacher ausgedrückt: Neue Außenwände werden um die alten drumherum gebaut, bevor die alten Außenwände dann von innen abgebaut werden. Drinnen erfolgt das, was man beim Landkreis „Lernumfeldoptimierung“ nennt. Die Klassenräume werden erneuert. Zunächst im oberen Schulgebäude. Im nächsten Jahr geht es dann mit dem tiefergelegenen Gebäudetrakt weiter, dessen naturwissenschaftliche Räume vollständig neue ausgestattet werden. Als letzter Schritt der so genannten energetischen Erneuerung an der Gesamtschule Niederwalgern lässt der Kreis den Verbindungsteil zwischen den beiden großen Gebäuden sanieren.

Für die Schule mit ihrer Förderstufe, dem Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulzweig und Schülern in den Klassen fünf bis zehn bedeutet die Sanierung eine Investition in die Zukunft.

Einige Räume könnten nach Sanierung vermietet werdern

Der Kreis setzt auf den Schulstandort Niederwalgern. Es gab Zeiten, in denen dort 800 bis 900 Schüler unterrichtet wurden. Nach dem Geburtenrückgang zurückliegender Jahrzehnte sind solche Schülerzahlen vorerst nicht mehr zu erwarten, aber Schulleiter Uwe Schulz sagt, Niederwalgern könne 500 bis 600 Schüler aufnehmen. Schuldezernent Zachow baut darauf, dass externe Nutzer hinzukommen. Beispielsweise könne der Kreis als Vermieter nach der Sanierung auch einer Musikschule neue Räume an der Gesamtschule anbieten. Für die Ausrichtung als Ganztagsschule und für Inklusion soll der Umbau ebenfalls neue Möglichkeiten bieten, betont Fachbereichsleiter Klaus Herrmann.

Indes in Stadtallendorf: An der Waldschule lässt der Landkreis einen Neubau errichten, der für allem für den Ausbau der pädagogischen Arbeit vorgesehen ist. Kostenpunkt: gut vier Millionen Euro. In Biedenkopf an der Grundschule laufen derweil die Arbeiten an der Sanierung des Hauptgebäudes mit Kosten von 3,3 Millionen Euro. Und an der Diesterweg-Schule in Weidenhausen investiert der Schulträger in die Barrierefreiheit. Kosten dafür: 2,1 Millionen Euro. Insgesamt kommen aufs Jahr 2016 gesehen Kosten von fast 15,3 Millionen Euro für Bauprojekte an den heimischen Schulen zusammen.

 
Schwere Bauteile von einigen Metern Höhe und Breite werden dazu angeliefert und inklusive neuen Fenstern vor die aktuelle Fassade gesetzt. Foto: Becker

von Carina Becker

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