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Erntetechnik gestern und heute hautnah

Feldtag Erntetechnik gestern und heute hautnah

Die Landtechnikfreunde Niederwalgern und der Verein zur Förderung Niederwalgerns laden zu einem Erlebnis- und Informationstag rund um die Entwicklung der Erntetechnik und Feldbestellung ein.

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Ein Mähbinder der Marke McCormick, Baujahr 1950, im Einsatz. Dieser mäht die Wintergerste und bündelt die Halme. Das Auflesen war zumeist Aufgabe der Frauen, die sie zum Trocknen zusammenstellten.

Quelle: Manfred Schubert

Niederwalgern. Überall auf den Feldern sieht man derzeit Landwirte bei ihrer Arbeit, die die Grundlage unser aller Ernährung sichert. Meist sitzt ein einziger Mann, manchmal auch eine einzige Frau, in einer klimatisierten Kabine auf einem riesigen, bis zu 500 PS starken Mähdrescher und erntet ein Getreidefeld ab.

Es ist immer noch viel zu tun – und gegen die Unwägbarkeiten des Wetters nützt auch die neueste Technik nicht viel, abgesehen davon, dass sie ein schnelleres Einbringen der Ernte mit viel weniger Einsatz menschlicher Arbeitskraft als früher ermöglicht.

Bis es so weit war, hat es einige Jahrzehnte gedauert. Es ist noch nicht so lange her, da wurde bei der Ernte die Mithilfe aller, Männer, Frauen und auch Kinder benötigt. Die ersten Maschinen brachten Erleichterungen, aber immer noch musste bis Ende der 1960er Jahre viel Handarbeit geleistet werden. Wie das aussah, das können Besucher beim Ernte- und Feldtags in Niederwalgern erleben.

Am Sonntag, dem 25. August, werden auf einem Feld neben dem Freizeitgelände „Funpark“ die Landtechnikfreunde aus Niederwalgern bei freiem Eintritt von 11 bis 17 Uhr alte und neue landwirtschaftliche Maschinen und Geräte ausstellen. Sie führen die Maschinen bei der Getreideernte und Feldbestellung vor. Unterstützt werden sie vom Verein zur Förderung Niederwalgerns, dem der Erlös zugute kommen soll.

Unter anderem wird eine Dreschmaschine aus dem Jahre 1939 in Aktion zu sehen sein. Bei dem Probelauf, bei dem die Fotos zu diesem Bericht entstanden sind, kam ein Mähbinder der Marke McCormick, Baujahr 1950, zum Einsatz. Dieser mähte die Wintergerste, bündelte die Halme und band sie zu Garben. Und legte sie auf dem Feld ab. Das Auflesen war zumeist Aufgabe der Frauen, die sie zu Hausten zum Trocknen zusammenstellten.

Anna Heuser und Gisela Keller erledigten das in traditioneller Tracht. An diesem heißen Tag kamen sie schon ohne die Arbeit ins Schwitzen. Anna Heuser fragte sich, wie die Frauen das früher mit den vielen Unterröcken ausgehalten haben.

Der Massey-Ferguson Mähdrescher von 1968 erledigte das Mähen und Dreschen dann in einem Schritt. Das separate Aufsammeln, Einbringen und Dreschen des Getreides entfiel. Auch er verrichtete seine Arbeit beim Probelauf, 45 Jahre nach seiner Herstellung, tadellos. „Damals war man mit einem solchen Mähdrescher ein König“, meinte Ortsvorsteher und Mitorganisator Hans Heinrich Heuser, der einen Leiterwagen mit den zuvor aufgereihten Garben belud.

Grubbern, pflügen, walzen, eggen und säen – die Niederwalgern zeigt beim Feldtag, wie all das funktioniert. Voraussichtlich wird auch die Feldarbeit mit einem Pferdegespann demonstriert. 30 alte Schlepper gibt es allein in Niederwalgern, weitere wurden eingeladen, bei gutem Wetter könne man sicher 100 historische Traktoren besichtigen, schätzt Reinhold Deutsch von den Landtechnikfreunden. Eine Brauchtumsgruppe wird auftreten. Zudem gibt‘s Speisen und Getränke.

von Manfred Schubert

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