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Erneut ein Rücktritt bei der Feuerwehr

Fronhausen Erneut ein Rücktritt bei der Feuerwehr

Der Feuerwehr-Fachdienstleiter für Maschinen und Geräte, Robert Mayer, erklärte seinen Rücktritt, da die Gemeinde seit Jahren nicht in der Lage sei, Mängel zu beseitigen.

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Beförderungen und Ehrungen in Fronhausen: Kevin Ollhoff (von links), Leonard Oehler, Niklas Brömer, Frank Sondergeld, Florian Will, Stefan Feußner, Mathias Schneider, Erster Beigeordneter Lothar Mücke, Wilfried Hoss, Bernd Bingel, Arthur Malcherek, Stephan Lemmer, Michael Heimann, Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.Foto: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Hassenhausen. Zuvor hatte bereits der Erste Beigeordnete Lothar Mücke Investitionen in die Feuerwehren gefordert. Kräftigen Applaus hatte Mücke, seit etwa zwei Jahren Dienstherr der Freiwilligen Feuerwehren Fronhausens, für seine kurze, aber deutliche Ansprache zu Beginn der gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus bekommen. Es sei Aufgabe der Kommune, die Feuerwehren, deren Angehörige ihr bei der Erfüllung einer Pflichtaufgabe freiwillig und unentgeltlich helfen, ihrerseits mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu unterstützen.

„Ich muss ganz deutlich sagen, dass diese Unterstützung in der Vergangenheit nicht in dem Maße wie notwendig gewährleistet wurde. Es muss endlich etwas in die Feuerwehren der Gemeinde investiert werden, so klamm die kommunalen Kassen auch sind. Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen der Feuerwehr Jahr für Jahr als Bittsteller auftreten müssen, nur um die ehrenamtliche Arbeit so auszustatten, dass die Wehren ihren Auftrag Brandschutz und allgemeine Hilfen schnell und gefahrlos erfüllen können“, erklärte Mücke. Konkret sprach er den Einsatzleitwagen an, der 2014 30 Jahre alt wird. Im August kam der Zuwendungsbescheid vom Innenministerium. Es liege jetzt an der Gemeinde, schnellstmöglich den Leistungskatalog zu erstellen und die Ausschreibung vorzunehmen.

Im Verlauf der Versammlung zeigte sich, dass für mindestens eine Person die Grenze des Zumutbaren bereits jetzt überschritten ist. Robert Mayer, der mehr als zehn Jahre Fachdienstleiter für Geräte und Maschinen war und dem Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel ausdrücklich für viele Stunden unermüdlicher Arbeit für technisch einwandfreie und sichere Ausrüstung dankte, erklärte seinen Rücktritt.

Zweiter Rettungssatz für östliche Wehren nötig

Er begründete dies damit, dass es einen Investitionsstau gebe und die Gemeinde seit Jahren nicht in der Lage sei, verschiedene Mängel baulicher Art und bei der Ausrüstung zu beseitigen. Rainer Gerhard, Fachdienstleiter Technische Unfallhilfe, ergänzte die Kritik Mayers. Beispielsweise brauche man dringend einen zweiten Rettungssatz östlich der Lahn. Der Gemeindevorstand zeige aber gegenüber der Feuerwehr eine „große Gleichgültigkeit“, was auch zu Nachwuchsproblemen führe. Er bat darum, bei den Politikern und im Gemeindevorstand dafür zu werben, dieses System, um das uns, wie Kreisbrandinspektor Lars Schäfer in seinem Grußwort ausgeführt habe, viele Länder beneideten, zu erhalten und „damit wir nicht den Spaß an unserer Arbeit verlieren.“

Einen Überblick über diese im vergangenen Jahr von den 103 Aktiven der fünf Einsatzabteilungen geleistete Arbeit gab Gemeindebrandinspektor Eric Schnabel in seinem Bericht. Bei der Ausbildung habe es einige Höhepunkte gegeben. Für vier Wochen war im Frühjahr in einer Gemeinschaftsaktion mit der Gemeinde Weimar Gefahrstoffübungscontainer der Feuerwehr Marburg angemietet worden. Im September ermöglichte ein von den Stadtwerken Marburg geschenkter alter Stadtbus ein Seminar zur Hilfe bei Busunfällen.

44 Einsätze, Lebensretter für fünf Menschen

186 Dritt- und Viertklässler wurden im Berichtsjahr bereits in Brandschutzerziehung unterwiesen, im November werden nochmals 64 Schüler ihren Klassenraum ins Feuerwehrhaus verlegen.

Organisatorisch änderte sich, dass die östlich der Lahn gelegenen Ortsteile sich zum Schutzbereich Ost zusammenschlossen. Die drei Feuerwehren werden nun zusammen alarmiert. Monatlich halten sie eine gemeinsame Übung ab, wodurch die Zusammenarbeit bereits deutlich verbessert worden sei.

Insgesamt rückten die Fronhäuser Wehren zu 44 Einsätzen aus, bei denen 631 Personalstunden geleistet wurden. Diese gliedern sich in vier Brände, 35 technische Hilfeleistungen, davon zwölf Verkehrsunfälle, und fünf Fehlalarme auf. Fünf Menschen wurden aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet, sie würden „ohne den schnellen und professionellen Einsatz unserer Feuerwehren heute vielleicht nicht mehr leben“, betonte Schnabel.

Die drei Jugendfeuerwehren haben 33 Mitglieder, zwei Kindergruppen weitere zwölf. Der Spielmannszug besteht aus 31 Musikern. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge betrage 20,2 Jahre, was deutlich mache, dass es Zeit für Investitionen werde. Er hoffe, dass die Ausschreibung für den Einsatzleitwagen in Kürze erfolge. Als nächstes stünden die Ersatzbeschaffung des Bellnhäuser Tragkraftspritzenfahrzeugs und der Drehleiter an, wobei es in Bellnhausen noch keinen Standplatz für das Tanklöschfahrzeug gebe. Auch für die Planung des Anbaus in Oberwalgern fehle noch der Auftrag aus dem Gemeindevorstand.

Ehrungen

  • Kreisbrandinspektor Lars Schäfer ehrte in Arthur Malcherek aus Fronhausen den ersten Feuerwehrmann im Landkreis mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen in Sonderstufe für 50 Jahre als aktiver Feuerwehrmann. Dieses war nach Erhöhung des Diensthöchstalters von 60 auf 65 Jahre geschaffen worden.
  • Stefan Feußner aus Fronhausen erhielt das silberne Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre.
  • Anerkennungsprämien des Landes Hessen für 40 Jahre: Arthur Malcherek und Wilfried Hoss aus Fronhausen
  • 30 Jahre: Mathias Schneider (Sichertshausen)
  • 20 Jahre: Niklas Brömer (Hassenhausen) und Michael Heimann (Fronhausen)
  • 10 Jahre: Torben Peter, Bernd Bingel (Sichertshausen) und Frank Sondergeld (Fronhausen).
  • Beförderungen zum Oberlöschmeister: Frank Sondergeld, zum Löschmeister: Manuel Löwe (Bellnhausen) sowie Florian Will, Karsten Schneider und Steffen Hering (Oberwalgern)
  • Hauptfeuerwehrmann: Kevin Ollhoff (Sichertshausen), zum Oberfeuerwehrmann: Stephan Lemmer (Fronhausen) und Leonard Oehler (Hassenhausen), zum Feuerwehrmann: Falk Mayer  (Fronhausen).

von Manfred Schubert

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