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Erinnerungen an Hugenotten und Waldenser

Einweihung eines neuen Parks Erinnerungen an Hugenotten und Waldenser

Im neuen „Garten des Wandels“ in Beltershausen informierten sich die Besucher über Pflanzen, Kräuter und die Geschichte der Hugenotten und Waldenser.

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Im „Garten des Wandels“ sind auch Pflanzen und Kräuer zu sehen. Fragen dazu beantwortete die Gartengestalterin Manuela Karras und ihr Team. Foto: Patricia Kutsch

Quelle: Patricia Kutsch

Beltershausen. Zart duftende Blumen, würzige Kräuter und bunt blühende Blumen erfüllen den ehemaligen Friedhof gegenüber vom Bürgerhaus. Aus dem Totenacker ist ein Garten des Lebens, aber auch der Vergänglichkeit und des Vergessens geworden. „Garten des Wandels“ hat die Gemeinde den neuen Park genannt - und will damit an die Geschichte der Hugenotten und Waldenser erinnern.

Hunderte Besucher waren am Samstag dabei, als der „Garten des Wandels“ offiziell eröffnet wurde. Sie ließen sich von Dr. Renate Buchenauer und Gartengestalterin Manuela Karras durch den Garten führen.

Während Buchenauer einiges über die Geschichte der Hugenotten und Waldenser berichtete, beantworteten Karras und ihr Team zahllose Fragen über die Pflanzen im Garten. Der erste Quadrant des Gartens steht für Jugend, Liebe, Frieden. Viele Besucher nutzten den friedlichen Platz und die Bänke unter schattenspendenden Bäumen. Neugierig machte die Gäste der Kräutergarten und die üppige Bepflanzung im zweiten Abschnitt, der für Fruchtbarkeit und Geburt steht: Sie wollten wissen, welche Astern gepflanzt wurden, welche Rosensorte dort blüht und welche Kräuter ihre Düfte verströmen. „Der Kräutergarten ist so gedacht, dass sich jeder etwas holen kann“, erklärt Leon Layer vom Karras-Team den Besuchern. Wer im Garten rastet, könne sein Pausenbrot mit den Gewächsen aufpeppen. Viel Interesse weckte der dritte Quadrant: Alte Grabsteine blieben erhalten, dazwischen wachsen zahlreiche Ziergräser. „Sie werden irgendwann die Gräber umspielen“, erklärte Karras. Damit sollen sie symbolisieren, dass es nicht nur um das Erinnern geht, sondern auch um das Vergessen, um das „Im-Hier-und-Jetzt-Leben“. Zauberhaft solle der Garten auch im Winter sein, wenn die Zaubernuss durch den Schnee blüht und ihren Duft verströmt. „Der Garten wird mit jedem Jahr schöner werden“, verspricht Layer beim Rundgang.

Die jüngsten Besucher zog es vor allem in das Labyrinth. Sie rannten die Kieswege entlang, suchten Abzweige und den richtigen Weg in die Mitte zum Rosenbusch. Der Teil steht für die vielen Wege und Möglichkeiten im Leben.

Rund um den Garten entstand ein kleines Fest mit Vorträgen, einem kleinen Kräuter- und Kunstmarkt und Musik. Viele Besucher zog es auch in den Garten der Künstlerin Miltraud Menzel-Kräling. Sie zeigte nicht nur ihren liebevoll gestalteten Garten, in dem sich überall kleine Skulpturen verstecken, sondern hatte auch Gemälde von Engeln ausgestellt, die die Gefühle der Hugenotten und Waldenser auf der Flucht verdeutlichen sollten: Gefahren, Abschied, Trauer, aber auch neues Land vermessen, Nahrung finden und fröhlich Feste feiern. Sie wies aber auch darauf hin, dass sich das Thema Flucht noch heute zeigt - so hat die Künstlerin ein Schiff gestaltet, dessen Insassen schreiend einer Welle entgegenblicken, die sie in den Tod zu reißen droht. „Flucht gab es immer schon und es wird sie immer wieder geben“, erklärte sie den rund 150 Besuchern in ihrem Garten.

von Patricia Kutsch

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