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Ergebnisse des Geruchsgutachtens bleiben bindend

Fronhausen muss warten Ergebnisse des Geruchsgutachtens bleiben bindend

Wenn einmal ein Gutachten des TÜV erstellt wurde und die Ergebnisse rechtsverbindlich beachtet werden müssen, ist es nicht einfach, es wieder außer Kraft zu setzen. Diese Erfahrung macht derzeit die Gemeinde Fronhausen.

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Die Geruchsbelastung im Ortskern von Fronhausen ist laut TÜV-Gutachten in Teilen zu hoch, aber keineswegs gesundheitsgefährdend.

Quelle: Archivfoto

Fronhausen. Riecht es nun in Fronhausen schlimmer oder ­sagen wir mal besser intensiver nach Landluft als andernorts? Ach, das ist eigentlich die falsche Frage. Denn selbst wenn es anderswo intensiver wäre, würde es Fronhausen nicht viel weiterhelfen. Denn in Fronhausen wurde per Gutachten des TÜV festgestellt, dass die Geruchsbelastung in großen Teilen der Altortslage über den zulässigen Werten liegt.

Das hatte der damalige Bürgermeister Reinhold Weber eigentlich erwartet und es sollte ihm als Argumentation dienen, einem Landwirt einen zusätzlichen Stallbau im Außenbereich zu untersagen, um eben die Geruchsbelastung nicht noch weiter zu mehren. Die Gemeinde unterlag bekanntlich in der gerichtlichen Auseinandersetzung. Und die Ergebnisse aus dem TÜV-Gutachten schlugen auf die Gemeinde zurück. Ihr wurde es untersagt, in den über Gebühr belasteten Bereichen im Kernort bauliche Veränderungswünsche der Bürger­ zu genehmigen. Und dies so lange, bis die Gemeinde mittels eines neuen Gutachtens nachweisen kann, dass sich die Geruchsbelastungen wieder im erlaubten Bereich bewegen. Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel hat dieses Thema natürlich immer im Blick, doch macht sie keine Hoffnung, dass es sich schnell lösen lässt.

Zuerst müssen die Großvieheinheiten aus dem Ort

„Da hängt schon einiges dran“, sagt sie. Und weiter: „Wir haben da erst andere Voraussetzungen, wenn die sogenannten Großvieheinheiten aus dem Kernort raus sind.“ Das haben die entsprechenden Landwirte, laut Schnabel, auch vor umzusetzen, aber dazu müssen auch die  Umstände stimmen, die eine Investition im Außenbereich auch  wirtschaftlich sinnvoll machen. Dabei denke sie beispielsweise an die Entwicklung der Milchpreise. Schnabel verspricht, an der Sache dran zu bleiben und sagt: „Wir wollen die derzeitige Situation so bald wie möglich verändern, aber für einen Zeitplan ist es einfach noch zu früh.“

Selbst wenn alles super gut laufen sollte, müssen schließlich auch Fristen eingehalten und Bauzeiten eingerechnet werden. Deshalb geht sie gegenwärtig davon aus, dass es in diesem Jahr zu keinen großartigen Veränderungen kommt, die das TÜV-Gutachten nachhaltig entkräften können. 

von Götz Schaub

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