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Entwürfe kommen aus ganz Europa

Museumsgebäude Entwürfe kommen aus ganz Europa

Architekten von Finnland bis Italien haben sich Gedanken über die Gestaltung des Museumsgebäudes auf der „Zeiteninsel“ in Argenstein gemacht. Am Donnerstag wählte die Jury in der Endrunde aus 18 Entwürfen aus.

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Architektin Liza Heilmeyer aus Stuttgart hat bei ihrem Siegerentwurf für das Museumsgebäude an zwei Zeiger gedacht – der eine weist in Richtung Lahntalradweg und Parkplatz, der andere aufs Gelände der „Zeiteninsel“, wo die archäologische Ausstellung zu sehen sein wird.

Quelle: Architekturbüro Birk, Heilmeyer und Frenzel, Stuttgart

Niederweimar. Die überzeugendste Arbeit hatte das Stuttgarter Büro Birk, Heilmeyer und Frenzel eingereicht. Architektin Liza Heilmeyer (Foto: Tobias Hirsch) stellte die Leitidee vor, die hinter ihrem pfeilförmig und vorwiegend aus dem Ur-Baustoff Holz errichtetem Museumsgebäude steht. „Wie zwei Uhrzeiger nimmt das Haus Bezug auf die wesentlichen Richtungen und erhält so seine eigenständige Form.“

Das Multifunktionsgebäude­ richte sich mit einem Zeiger dem Besucher von Lahntalradweg und Parkplatz kommend entgegen. Der andere Zeiger weise zum Zugang der Museumsinsel. „Es soll auch jene neugierig machen, die zufällig vorbeikommen“, sagte Heilmeyer und erklärte, dass ein großes Vordach vorgesehen sei, darunter bedruckte Holzplatten, die über das Museum informieren, „damit man sich auch etwas anschauen kann, wenn gerade nicht geöffnet ist“. Eine Treppe werde auf eine Dachterrasse führen, sodass Besucher von dort auf das Gelände schauen können. Drinnen wird das Gebäude Empfang und Kasse beherbergen, einen Museumsladen, Büroräume und Toiletten. Den zweiten Preis im Architektenwettbewerb belegte das Büro TRU Architekten Berlin - es erhält ein Preisgeld von 6000 Euro. Die Entscheidung war am Donnerstag nach einer ganztägigen Sitzung der Jury auf den Entwurf aus Stuttgart gefallen. Für das mit namhaften Architekten besetzte Preisgericht sei die Auswahl schwierig gewesen, „die Arbeiten waren alle sehr besonders“, sagte Architekt Ulrich Walberg, der Ausschreibung und Wettbewerb im Auftrag der Gemeinde organisiert hatte.

In der Jury wirkten neben den Architekten Per Pedersen (Berlin), Till Schneider (Frankfurt), Susanne Wartzeck (Dipperz) und Gerhard Wittfeld (Aachen) auch Vertreter der beiden beteiligten Kommunen, des Kreises sowie des Landes mit: Weimars Bürgermeister Peter Eidam, Dr. Richard Laufner vom Fachdienst Kultur der Stadt Marburg, Dr. Markus Morr, Fachdienstleiter für Presse- und Kulturarbeit beim Landkreis sowie Kirsten Worms vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

„Ein weiteres Etappenziel ist ­erreicht und es ist eine große Freude“, sagte Dr. Andreas Thiedmann vom Vorstand der ­„Zeiteninsel“-Genossenschaft. Im kommenden Jahr solle der Bau des Museumshauses beginnen, ergänzte sein Vorstandskollege Karl Krantz. 2019 könne mit der Fertigstellung gerechnet werden - dann zeitnah auch mit dem Beginn des Museumsbetriebes. Nächster Schritt auf dem Gelände der Museumsinsel sei der Bau von Parkplätzen und Zäunen, die das fünf Hektar große Areal umgeben werden. Der Aufbau eines Langhauses, das zur archäologischen Ausstellung gehören wird, stehe unmittelbar bevor.

Die „Zeiteninsel“ ist ein ­Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Weimar, Stadt Marburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Land Hessen. Hauptgeldgeber ist das Land, das 4,8 Millionen Euro für den Aufbau des Museumsgeländes bewilligt hat. Für die Kooperation der vier Gebietskörperschaften fanden deren Vertreter viele lobende Worte. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer sprach von einer „interessanten und gelungenen Art der Kooperation“. Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hob hervor, dass es ungewöhnlich sei, dass Stadt Marburg, Landkreis und eine Gemeinde so erfolgreich an einem Strang zögen. Die „Zeiteninsel“ sei ein Beispiel für gute Nachbarschaft, „und dafür, wie man das Kirchturmdenken hinter sich lassen kann“.

Jurymitglied Dr. Markus Morr hob hervor, es sei entscheidend, „dass wir ein Museum bekommen, das glaubwürdig ist, wo ausgestellt wird, was hier auch gefunden wurde“.

von Carina Becker-Werner

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