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Eltern warten auf konkrete Zusagen

Kindergarten-Planung Eltern warten auf konkrete Zusagen

Die Gemeinde Ebsdorfergrund erweitert definitiv ab 1. August 2015 die Öffnungszeiten von Kita und Krippe in Beltershausen. Nur einige Eltern hatten bis dato noch keine verbindlichen Zusagen.

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Die Kindertagesstätten in Ebsdorfergrund: Kita Dreihausen (oben links), Kita Beltershausen (oben rechts), Kita Hachborn (Mitte), die evangelische Kita Ebsdorf (unten links) und die Kita Rauischholzhausen (unten rechts).

Quelle: Thorsten Richter

Ebsdorfergrund. Die evangelische Kindertagesstätte in Ebsdorf bietet ab 1. August 2015 erstmals überhaupt in der Großgemeinde Ebsdorfergrund eine Betreuung bis 16.30 Uhr an. Binnen kurzer Zeit waren die 25 Gruppenplätze vergeben. Und mehr noch, es kam zu einem Überhang - eine Warteliste.

„Auf dieser Warteliste sind mindestens fünf Kinder, denn unser Kind ist auf Position fünf“, sagt Dr. Martina Heitmann aus Rauischholzhausen. Sie kann es noch gar nicht richtig glauben, dass es ab 1. August 2015 tatsächlich auch in Beltershausen eine 16.30-Uhr-Gruppe geben soll. Denn danach suchen sie und ihr Ehemann Roland händeringend, um ihre berufliche Jahresplanung 2015 endlich sicher abschließen zu können. In zahlreichen Gesprächen mit der Gemeinde sei diese Option nie als gegeben mitgeteilt worden.

Noch in einem Schreiben an die Familie Heitmann vom 5. Dezember wurde die Einrichtung der 16.30-Uhr-Gruppe in Beltershausen nur als Möglichkeit genannt, also nicht als gesichert deklariert. Mit einer solchen Information können die Heitmanns keineswegs planen. Denn wenn nun beide Elternteile arbeiten gehen wollen und es am Ende im August nichts mit der Gruppe wird, haben sie ein echtes Problem. Gegenüber der OP stellte Bürgermeister Andreas Schulz das Vorhaben in einem eigens anberaumten Pressetermin als ein verlässliches neues Angebot vor. Auch in einem späteren Telefonat bestätigte er dies. Und noch mehr: Falls es wider Erwarten nicht zur Einrichtung einer 16.30-Uhr-Gruppe ab 1. August 2015 komme, sei es eine Selbstverständlichkeit, dass Familie Heitmann dann ihr Kind auch in einen Kindergarten außerhalb der Gemeinde geben könne, der die entsprechenden Öffnungszeiten anbietet. Die Gemeinde übernehme dann auch den Kostenausgleich bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind in der eigenen Gemeinde einen 16.30-Uhr-Platz erhält, ob nun in Ebsdorf oder in Beltershausen. Das ist doch mal ein Wort. Die Heitmanns verstehen nicht, warum man ihnen das nie so klar und deutlich sagen konnte.

Personal ist schonkonkret eingeplant

Und sie stehen damit nicht alleine da. Der Familie Zweigler brennt es noch viel stärker unter den Fingernägeln, denn sie benötigt eine klare Entscheidung, wie es ab Februar 2015 weitergehen soll. Ihr Kind steht in Ebsdorf auf Platz zwei der Warteliste. „Wir kommen aus Leipzig und wohnen sehr gerne in der Gemeinde Ebsdorfergrund. Aber wir sind hier ganz alleine, haben keine Oma in der Nähe, die aushelfen könnte“, sagt Rene Zweigler. Die bis dato ungelöste Sache mit der Kinderbetreuung setzt der jungen Familie sehr zu. „Das geht echt an die Nerven“, so Zweigler. Denn das Ehepaar muss seinen Arbeitgebern auch mal sagen können, in welchem Stundenumfang es jeweils zur Verfügung steht.

Auch hier hat Schulz gegenüber der Presse eine klare Antwort parat. Diese Familie könne ab Februar ihr Kind in einem Kindergarten außerhalb der Gemeinde unterbringen. Auch in diesem Fall würde die Gemeinde den Kostenausgleich übernehmen. Natürlich nur so lange, bis das Kind auch in seiner Heimatgemeinde einen 16.30-Uhr-Platz bekommen kann. Dann müsse es zurückkehren. Rene Zweigler gegenüber der OP: „Das wurde uns so nie gesagt. Das wäre aber sehr schön, wenn es so ist. Bisher wissen wir nichts.“

Die Gemeinde fordert Eltern, die einen solchen Platz für ihr Kind benötigen auf, sich jetzt anzumelden und auch bei anderen Eltern dafür Werbung zu machen. Für das zusätzliche Betreuungspensum ist ganz konkret schon eine Personalaufstockung geplant. Die Gemeinde möchte mit dem Angebot für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen. Zudem verspricht sie sich davon, dass weniger Kinder in auswärtige Kindergärten, besonders nach Marburg, abwandern.

„Bei gleichzeitiger Unterbringung von Geschwisterkindern wird den Eltern auch das Bringen und Abholen erleichtert“, nannte Schulz als zusätzliche Verbesserung. Neu in der Einrichtung Sonnenschein ist auch die Leitung. Ab dem 1. Januar liegt diese in der Hand von Berit Hager. Ihr oblag bislang die pädagogische Leitung der Krippengruppen. Sie ist die Nachfolgerin von Jutta Bredemann, die sich jüngst in den Ruhestand verabschiedete. Die Anmeldungen für das neue Angebot müssen bis zum 1. Februar bei Heike Schick in der Gemeindeverwaltung erfolgen. Entgegengenommen werden Anmeldungen von Eltern aus dem ganzen „Grund“, nicht nur aus dem Einzugsgebiet der Einrichtung.

nUnd nochmal zum klaren Verständnis: Auf der Homepage der Gemeinde steht, offenbar seit dem 12. Dezember eingestellt, das definitiv ab dem 1. August 2015 zwei der vier Gruppen, sprich je eine Kita- und eine Krippengruppe in Beltershausen, länger geöffnet haben. wird. Die Zeiten sind dann Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16.30 Uhr und freitags von 7.30 bis 16 Uhr.

von Martina Becker

und Götz Schaub

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