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Eltern bangen um Kindergarten in Roth

Weimar Eltern bangen um Kindergarten in Roth

Die Elternvertreter fürchten um den Bestand des Kindergartens Roth. In einem Brief an die Eltern erklären sie ihre Unterstützung für das Konzept des Gemeindevorstands und fordern sie zur Teilnahme an der Gemeindevertretersitzung heute Abend auf.

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Fürchten um ihren Kindergarten in Roth: Verena Evelbauer (von links), Marina Schiffer mit Tom und Anna, Sara Vogel vom Elternbeirat und CDU-Gemeindevertreter Rainer Pfeffer.Foto: Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Roth. Roth. Nachdem der Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Sport am 30. Januar zu keiner Beschlussempfehlung über das künftige Konzept für die Kinderbetreuung der Gemeinde gekommen war und das Thema am 6. Februar im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss wegen der bis Mitternacht dauernden Sitzung nicht mehr aufgegriffen werden konnte (die OP berichtete), ist die Verunsicherung in Roth groß.

SPD und FBW wünschten eine reine Kinderkrippe für die Gesamtgemeinde in Wenkbach, vorzugsweise im alten Lehrerwohnhaus, ohne diese wollten sie keinem Beschlussvorschlag zustimmen. Wenn diese Ziele durchgesetzt werden, so die Befürchtung des Elternbeirats, müsse der Kindergarten Roth um sein Bestehen bangen. Von den 50 dort zur Verfügung stehenden Plätzen sind im Moment 35 besetzt, nach dem Sommer wechseln 17 Kinder in die Grundschule.

Laut Kindergartenleiterin Ilona Born-Hach gebe es bisher keine Neuanmeldungen von Kindern ab drei Jahren, aber drei Voranmeldungen von Kindern, die zwei Jahre alt sind oder werden sowie viele Anfragen nach längeren Öffnungszeiten und einem Mittagstisch. Genau die letztgenannten Punkte beinhaltet der Vorschlag des Gemeindevorstands: Betreuungsplätze für unter Zweijährige in Roth ab dem Sommer 2013, angeglichene Betreuungszeiten und Mittagessen.

„Wir haben die kürzesten Öffnungszeiten in Weimar, von 7.30 bis 13.30 Uhr“, sagt Marina Schiffer und ist sich sicher, dass deswegen noch keine Neuanmeldungen Dreijähriger erfolgt seien. Dennoch sehe man, auch mit verlängerten Zeiten, den Fortbestand einer Gruppe ohne Einführung der Zweijährigen-Betreuung gefährdet.

Und mit nur einer Gruppe, bei gleich bleibenden Unterhaltskosten für das Gebäude, habe man Bedenken, ob die Gemeinde den Kindergarten weiter betreiben werde. Die fünf Erzieherinnen würden die Betreuung der Zweijährigen nicht nur schaffen, sie wollen dies auch, so Schiffer. „SPD und FBW sagen, sie denken langfristig. Das ist vielleicht nicht schlecht, aber was ist im August? Bis die Plätze in Wenkbach geschaffen sind, ist Roth platt“, fürchtet Schiffer.

CDU-Gemeindevertreter Rainer Pfeffer stimmt zu: „So lange die Öffnungszeiten nicht feststehen und ob Zweijährige kommen können, meldet sich niemand verbindlich an.“ Zudem gibt er zu bedenken, dass man in die nötigen Umbauten bei weitem nicht so viel investieren müsse wie um „eine Krippe komplett aus dem Boden zu stampfen“, ganz abgesehen von der höheren Bezuschussung.

Am Ende kommen die Elternbeiräte auch noch auf die besonderen Vorzüge Roths aus ihrer Sicht zu sprechen. „Es ist der räumlich größte Kindergarten, mit noch unbenutzten Räumen, der viele Möglichkeiten für Kleingruppenarbeit bietet“, sagt Sara Vogel.

Durch die wenigen Kinder könne man mehr individuelle Angebote machen und nutze dies auch, es werde „tolle Arbeit“ geleistet. So gehe es jedes Jahr zum Kartoffellesen aufs Feld, es gebe Besuche beim Förster, der Polizei, Brot backen beim Bio-Bäcker, Fahrten ins Mathematikum. Dass die Kinder, anders als anderswo, bis zum letzten Tag vor dem Austritt gern in ihren Kindergarten gingen, unterstreiche dies. Verena Evelbauer bestätigt aus eigener Erfahrung mit anderen Kindergärten, wie sie betont, dass die Kinder in Roth „toll gefördert“ würden.

In den Köpfen der Gemeindevertreter hat sich bereits etwas getan. Winfried Laucht von der Freien Bürgerliste Weimar hat einen neuen Antrag formuliert, der im Hauptausschuss nicht mehr besprochen wurde, also erst heute Abend Thema wird.

Darin wird Roth der Umbau bis zum 1. August zugesagt, um eine Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe ab zwei Jahren umwandeln zu können. Alle Gemeindekindergärten sollen von 7 bis 17 Uhr geöffnet werden und Mittagessen anbieten. Weiterhin beharrt die FBW aber auf Einrichtung der Kinderkrippe in Wenkbach, nach Möglichkeit als Außenstelle des Kindergartens Roth.

von Manfred Schubert

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