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Eine schmackhafte Tradition

Bellnhäuser Backhausfest Eine schmackhafte Tradition

Bei bestem Sommerwetter genossen am vergangenen Samstag zahlreiche Bellnhäuser das traditionelle Backhausfest – eine erfrischende Dusche aus dem Feuerwehrschlauch durfte dabei nicht fehlen.

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Mit einer kleinen Zielübung und frischen Dusche aus dem Feuerwehrschlauch begeisterte die Jugendfeuerwehr Bellnhausen die kleinen Besucher beim Backhausfest.

Quelle: Ina Tannert

Bellnhausen. Zu einer gemütlichen Feier samt Wassershow und frischen Backwaren versammelten sich Dutzende Bewohner zwischen Spielplatz und Backhaus und gedachten einer bis heute gelebten Tradition im Ort.

Der kulinarische Renner auf dem Fest war der allseits beliebte Schmierkuchen – „ohne den geht es einfach nicht“, erzählte Marco Schneider, zweiter Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Die mit Speck versetzte Kartoffelmasse auf Roggensauerteig wurde natürlich im holzbefeuerten Backofen frisch zubereitet und ging gleich Blechweise über die Theke.

750 Euro für die Jugendfeuerwehr

Für die Unterhaltung der Festgäste sorgten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die mit Schlauch und Pumpe ihre Arbeit im Brandschutz demonstrierten. Begeistert legten auch die Jüngsten Hand an das schwere Gerät und spritzten um die Wette – der „flammende“ Haus-Dummy aus Pappe war dabei gar nicht so einfach zu treffen. Die kühle Dusche kam den Kindern bei den sommerlichen Temperaturen dabei gerade recht. Während der Feier konnte sich der Feuerwehrnachwuchs auch über eine kräftige Finanzspritze freuen: mit 750 Euro unterstützt der Verein die Arbeit der engagierten Jugendabteilung.

Das Backhausfest hat eine feste Tradition unter den Bellnhäusern – seit mehr als 30 Jahren wird alljährlich rund um das kleine Fachwerkhaus gefeiert. „Das Fest gehört einfach dazu und fördert die Gemeinschaft in Bellnhausen“, lobte Schneider. Erbaut wurde das gemeinde­eigene Backhaus erst in den 1950er-Jahren, nachdem der Vorgänger abgerissen werden musste. Dieser war deutlich älter, entstand wahrscheinlich bereits Anfang des 18. Jahrhunderts, berichtete Hobby-Historiker Heinz Rabenau. Vor gut sechs Jahrzehnten musste der marode Bau weichen, wurde im Zuge der Straßensanierung leicht versetzt und neu aufgebaut. Heute kümmert sich die freiwillige Feuerwehr um das Haus und lädt in jedem Jahr zum Backhausfest ein.

Vier bis fünf Backtage im Jahr

„Backhäuser waren schon früher immer der Treffpunkt im Dorf“, erinnert sich Rabenau. An den wichtigen Backtagen versammelte sich die Dorfgemeinschaft und wetteiferte um die beste Backzeit. Diese entschied damals ein Losverfahren: mit kleinen Holzstückchen wurde ausgelost, wer das Pech hatte als Erster an der Reihe zu sein und damit den Ofen mit teurem Buchenholz anheizen zu müssen. Tatsächlich gebacken wurde nur mit der Restwärme, nachdem Feuer und Kohle entfernt waren.

Bis heute wird in Bellnhausen zwar wenig, aber noch etwa vier bis fünf Mal im Jahr gebacken, besonders die älteren Bewohner decken sich am Backtag gerne mit ofenfrischem Sauerteigbrot ein – und natürlich mit Schmierkuchen, „denn der hat hier Tradition“.

von Ina Tannert

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