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Eine gesungene Lebensgeschichte

"Durch deine Hand" Eine gesungene Lebensgeschichte

Der Chor „N-Joy“ aus Niederwalgern begeisterte beim Höfefest im Alten Dorf in Niederweimar rund 300 Besucher mit einem herausragenden Konzert.

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Der Chor „N-Joy“ mit seinem Dirigenten Matthias Heuser begeisterte die Zuhörer auf dem vollbesetzten Hof Schleich.

Quelle: Ingrid Lang

Niederwalgern. Auf dem Hof Schleich von Gerda Kirch präsentierten die Sänger ihr neues Konzertprogramm mit dem Titel „Durch deine Hand“. Chorleiter Matthias Heuser erklärte, dass ein Wunsch vieler Konzertbesucher in Erfüllung gehe - der Chor singe jetzt auf Deutsch.

Der Aufführung in Niederweimar gingen wochenlange Vorbereitungen voraus. Die Texte der Lieder, im Gospel-Stil, wurden umgeschrieben und beziehen sich jetzt auf das Leben und die Wanderschaft eines Zimmermanns.

Mit dem fröhlich klingenden „Sing Halleluja“ eröffnet „N-Joy“ das einstündige Konzert. Als Zimmermann verkleidet tritt Erzähler Norbert Rechlin auf und gibt seine Gedanken als Konfirmand preis: Er überlegt, welchen Beruf er nach der Schulzeit erlernen kann. Dann erklingen die Stimmen der Sänger: „Ich geh den ganzen Weg mit dir, ich lass dich nicht allein, jeden Moment, egal wie klein“.

Eines Tages wacht der junge Mann aus einem Traum auf und weiß, dass er ihn nicht wird vergessen können. Ihm wird klar, dass er anfangen muss, diesen Traum zu leben - er will einen Beruf ergreifen, bei dem er anpacken kann, der ihn handwerklich fordert und ihm die nötige Sicherheit bietet. Der Chor begleitet den zukünftigen Lehrling mit „Bitte hör nie auf zu träumen von einer besseren Welt“, wobei Chorleiter Heuser als Solist glänzt.

Es waren herrliche Tage

Endlich ist es soweit und die Lehre als Zimmermann beginnt, aber von dem neuen Weg ist er noch ein Stück entfernt. Mut geben ihm die Sänger mit „Ich würde gerne sagen, so soll es sein“ - doch die Lehrjahre sind sehr beschwerlich. „Mein Meister war ein harter Knochen und ich dachte sehr oft an die Burschenabende am Lagerfeuer zurück, wo auch die Mädchen nicht ausblieben“, erzählt der Zimmermann und verrät, dass er sich an der Musik festgehalten habe, um diese Zeit zu überstehen. Von Herzen kommt der Wunsch des Chors „Musik, dein guter Freund, halt dich an ihr fest, denn sie ist immer für dich da“.

Damals waren es herrliche Abende, erzählt der Zimmermann später: „Man, waren wir frei!“. Der „N-Joy“-Chor singt dazu: „Das geht mir unter die Haut“ - nicht nur gesungen, sondern auch gepfiffen und gesummt. Heuser bezieht das Publikum in den Traum von einem Mädchen mit ein und singt „Mädchen, lach doch mal“.

Die Geschichte des Zimmermanns geht weiter. Er lässt sich freistellen und begibt sich auf Wanderschaft und der Chor singt über das, was vor ihm liegt, „was plötzlich einen Sinn ergibt“. Der Zimmermann trifft auf seiner Wanderschaft Gesellen aus Mazedonien, die für ihn unvergessen bleiben, denn sie erzählen von der großen Liebe zu „Jowanna“. Auf mazedonisch folgt dann das Liebeslied über „Jowanna Jowanka“, wobei die Sänger den temperamentvollen Rhythmus mit den Füßen vorgeben.

Nach drei Jahren und einem Tag kehrt der Zimmermann wieder zurück in seine Heimat und es ist Mittag, die Kirchenglocken schlagen laut. „N-Joy“ singt: „Bin vom Weg abgekommen, aber jetzt bin ich hier“ und der Dank des Chores geht „an den lieben Vater, dafür dass du immer bei mir bist“.

Der Zimmermann bekommt seine Stelle wieder, findet eine Frau, wird Vater - und spricht schließlich bei einem Richtfest den Richtspruch.

Das Konzert neigt sich dem Ende zu. „N-Joy“ singt freudig: „Das ist unser Tag, das ist unsere Zeit, ja das ist der Moment“. Dann tosender Applaus. Die Zuhörer stehen auf, zollen den Sängerinnen und Sängern Dank für die gelungenen Vorträge und die beeindruckenden Soli.

Der Eintritt zu dem Konzert war frei - Spenden, die der Chor erhalten hat, gehen an Kinder, die in Not geraten sind.

  • Zwei weitere Konzerte mit „N-Joy“ und dem Programm „Durch deine Hand“ folgen am Sonntag, 14. September, in der Kirche in Michelbach und am Mittwoch, 17. September, in der Kirche in Weitershausen, jeweils ab 19.30 Uhr.

von Ingrid Lang

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