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Eine Nahwärme-Insel für Dreihausen

Mit Holzpellets Eine Nahwärme-Insel für Dreihausen

Mit Beginn der Sommerferien rücken im Ortskern von Dreihausen die Bagger an. Dann entsteht ein Nahwärmenetz, das unter anderem das Bürgerzentrum, die Gemeindeverwaltung und die Grundschule versorgen wird.

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Die Heizzentrale für das neue Nahwärmenetz entsteht neben dem Bürgerzentrum.

Quelle: Michael Agricola

Dreihausen. Bürgermeister Andreas Schulz und der Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg besiegelten mit ihrer Unterschrift am Donnerstag ein knapp 500000 Euro teures Nahwärmeprojekt auf Holzpellet-Basis.

Neben der Gemeindeverwaltung und der im gleichen Gebäude beheimateten VR-Bank werden von einer Heizzentrale am Bürgerzentrum aus dieses Gebäude, ein benachbartes Wohn- und Geschäftshaus, die Kindertagesstätte sowie die Grundschule des Kreises beheizt. Das Nahwärmenetz, mit dessen Bau ab Schulferienbeginn begonnen wird und das bis zum Beginn der Heizperiode fertig sein soll, könne und solle gern auch um weitere Abnehmer, Privathaushalte wie Gewerbeimmobilien, erweitert werden. Wer Interesse hat, kann sich an die Stadtwerke oder die Gemeinde wenden, dann wird geprüft, ob sich ein Anschluss für beide Seiten lohnt. Für die Gemeinde biete die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken auf diesem Gebiet in jedem Fall viele Vorteile, betonte Schulz bei der Vertragsunterzeichnung. Die in die Jahre gekommenen Heizungsanlagen in der Verwaltung und in der Kita hätten ohnehin ausgetauscht werden müssen, der Umstieg auf Holzpellets als erneuerbare Energiequelle sei für die Pläne, bis 2020 als Gemeinde energieautark zu sein, ein großer Schritt nach vorn.

Vertrag auf 20 Jahre vereinbart

Und schließlich spare man sich auch künftig Wartungs- und Instandhaltungskosten für eigene Heizungsanlagen, die im Kilowattstunden-Preis von derzeit etwa 10 Cent inbegriffen seien. Der Vertrag ist langfristig, auf 20 Jahre, vereinbart. Im Anschluss kann die Gemeinde das Netz erwerben, den Vertrag erneuern oder mit einem anderen Partner weiterbetreiben.

Die Stadtwerke können im Gegenzug mit einem Jahresumsatz von 1,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz rechnen. Als Reserve bei einem Anlagenausfall oder zu Wartungszeiten steht auch weiterhin die Öl-Heizungsanlage im Bürgerzentrum zur Verfügung, die die Stadtwerke von der Gemeinde übernehmen und mit einem effizienteren Brennwertkessel ausstatten.

„Es wird keinen Schandfleck geben“

Kühne verhehlt aber auch nicht, dass man das Projekt mehrfach überarbeitet hat, damit es wirtschaftlich ist. Bei der Umsetzung unterstützt deshalb auch der Bauhof der Gemeinde mit Eigenleistungen, indem er auf nicht gepflasterten Gemeindeflächen Gräben für die Rohre anlegt. Der Tiefbau auf den befestigten Flächen werde an eine Firma vergeben, die Rohrverlegung übernähmen die Stadtwerke selbst, so Kühne.

Die Heizzentrale selbst wird neben dem Bürgerzentrum errichtet und im gleichen Stil verkleidet. „Es wird keinen Schandfleck geben“, verspricht Schulz. Weiterer Vorteil: Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fläche hinter dem Bürgerzentrum neu gestaltet und steht als erweiterter Schulhof zur Verfügung, so der Bürgermeister.

von Michael Agricola

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