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Eine Liaison, die sich lohnen soll

Region Marburger Land Eine Liaison, die sich lohnen soll

Eine Region - eine Strategie. Die neue EU-Förderphase beginnt, die frisch erweiterte Region Marburger Land bereitet sich nun mit acht Gemeinden auf den Wettkampf um die Fördergelder vor.

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Werben für Europa: Mitglieder aus allen acht Teilen des Marburger Landes schwingen das EU-Fähnchen.Fotos: Ina Tannert

Roßdorf. Rauchende Köpfe und viele Ideen gab es während der Auftaktveranstaltung des Vereins Region Marburger Land am vergangenen Freitag für die neue EU-Förderperiode. Der gemeindeübergreifende Verein bewirbt sich gemeinsam mit den vor kurzem hinzu gekommenen Regionen Herrenwald und der Gemeinde Lohra für die Leader-Förderperiode der Europäischen Union von 2014-2020.

„Leader“ („Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“, auf deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist ein Förderprogramm der EU, mit dem innovative Aktionen in ländlichen, europäischen Regionen finanziell unterstützt werden, um eine eigenständige Entwicklung zu fördern.

Aus Hessen werden sich etwa 25 Regionen bewerben, rund 20 davon erhalten Gelder aus dem Fördertopf. Dabei geht es um bis zu zwei Millionen Euro pro „Gewinner“. Um weiter an dem Programm teilnehmen und im Wettbewerb bestehen zu können, hatten sich im vergangenen Monat die Region Herrenwald (Stadtallendorf, Neustadt) sowie die Gemeinde Lohra dem Marburger Land angeschlossen.

70 Teilnehmer machen mit

„Neue Regionen bedeuten auch neue Chancen, wir gehen motiviert in die nächste Runde“, hieß Peter Eidam, Bürgermeister von Weimar und Vorstandsvorsitzender des „alten“ Marburger Landes, die neu hinzu gekommenen Gemeinden willkommen. „Wir müssen uns nun neu aufstellen und gemeinsam eine schlagkräftige Region bilden“, betonte auch Kollege Thomas Groll, Bürgermeister von Neustadt und bisheriger Vorsitzender der Region Herrenwald.

Mit dem regionalen Zusammenschluss stehen einige Veränderungen hinsichtlich der Arbeitsweise des Vereins an: das bisherige System der Regionalbeauftragten wird aufgegeben. Deren Aufgaben und die Koordinierung des Projekts übernimmt erst einmal das Projektbüro „Cognitio“, das diesen Auftrag per Ausschreibungsverfahren erhalten hatte.

Die nun acht Regionen starke Organisation arbeitet in Zukunft gemeinsam an einem Gesamt-Konzept, um die für eine Förderung notwendige Einwohnerstärke erreichen und am Wettbewerb teilnehmen zu können (die OP berichtete). Während der Auftaktveranstaltung für die neue Förderperiode brüteten die Akteure fast zwei Stunden intensiv über verschiedene Themen wie Arbeit, Klimaschutz, Tradition, Kultur, Bildung oder Technologie.

Rund 70 Teilnehmer sammelten in Gruppenarbeit an zahlreichen Tafeln die Stärken und Entwicklungspotentiale der Region. Viele interessierte Bürger brachten eigene Vorschläge, Ziele und Schwerpunkte mit ein, diskutierten angeregt über die Zukunft der Gemeinden und darüber, an welchen Stellen das Geld am besten zum Einsatz kommen sollte.

Zahlreiche Vorschläge kann das Projekt bereits jetzt in die nächste Runde mitnehmen: Während der Ideensammlung wurden alleine im Arbeitsfeld „Heimat und Gastlichkeit“ über 60 Themenvorschläge gesammelt werden. Die Ideen reichten von einem Dorfcafé über ein gemeinsames Label für regionale Produkte bis hin zu Park & Ride-Parkplätzen.

Aus der Gruppe „Klimaschutz und innovative Ideen“ kamen 50 Vorschläge, unter anderem wurde der weitere Ausbau von Mobilfunknetzen, eine weitergehende Förderung lokaler Strom- und Wärmenetze sowie die Unterstützung von Start-Up-Unternehmen in die Liste mit aufgenommen.

Die während der Versammlung gegründeten Arbeitsgruppen werden bis Mitte Juli regelmäßig zusammen kommen und die Themenvorschläge und Ziele für den Förderwettbewerb weiter bearbeiten und eine Gesamtstrategie entwickeln. Cognitio wird im Anschluss das Programm zusammenfassen und ausformulieren.

Stichtag ist der 1. September

„Wir brauchen ein gutes, starkes Konzept, um die Förderer an Land zu ziehen“, rief Geschäftsführerin Dr. Bettina Hoffmann der Versammlung ins Gedächtnis. Stichtag ist der 1. September, dann muss das fertige Konzept auf dem Tisch liegen und an das hessische Umweltministerium zur weiteren Prüfung übergeben werden.

In der vergangenen Förderperiode (2007-2013) konnte der Verein bereits einige Erfolge vorweisen, etwa 1,2 Millionen Euro Leader-Gelder sind in die Region Marburger Land geflossen, weitere drei Millionen kamen durch Folge-Investitionen hinzu. Damit unterstützt wurden touristische, kulturelle Einrichtungen und Existenzgründer.

von Ina Tannert

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