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Ein letzter Tag im Martin-Luther-Haus

Kirche gibt Gebäude auf Ein letzter Tag im Martin-Luther-Haus

Die Kirchengemeinde Dreihausen ist traurig - aber auch froh. Sie muss Abschied nehmen vom Martin-Luther-Haus. Durch den Erlös aus dem Verkauf allerdings wird es möglich, das Pfarrhaus zu sanieren.

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Dinge, die sich im Laufe der Jahrzehnte in einem Gemeinschaftsgebäude ansammeln, hauptsächlich Küchenutensilien, hat Kirchenvorstands-Vorsitzender Dr. Werner Garbade mit seinen Kollegen für den Flohmarkt auf Tischen aufgebaut. Denn die Kirche gibt das Martin-Luther-Haus in Dreihausen auf.

Quelle: Nadine Weigel

Dreihausen. Ein letzter Tag, den die Gemeinde im Martin-Luther-Haus verbringt. Beim Flohmarkt an diesem Samstag soll alles raus, „was nicht niet- und nagelfest ist“, wie Dr. Werner Garbade, Vorsitzender des Kirchenvorstands, erklärt. Die Kirchengemeinde gibt ihr Inventar aus dem Martin-Luther-Haus ab - es wird es nicht mehr gebraucht. Und nun haben Privatpersonen oder auch Vereine und Clubs die Chance, das eine oder andere brauchbare Küchenutensil oder Sitzmöbel und Schränke zu ergattern. Zum Flohmarktpreis, versteht sich - das, was zusammenkommt, will die Gemeinde in ihre Projekte investieren, vor allem in die Pfarrhaus-Sanierung.

Es gibt Geschirr und einen Kochtopf im Großformat, einen Industrieherd, Küchenschränke, eine Theke, Vorhänge, Rollos, Lampen - eben alles, was sich in so einem Gemeinschaftshaus über die Jahrzehnte ansammelt und bei Feierlichkeiten gebraucht wurde.

„Es tut schon wirklich weh“, sagt Garbade und erinnert an die 40-jährige Geschichte des Martin-Luther-Hauses. „Es hatder Kirchengemeinde gute Dienste getan - für den Konfirmandenunterricht, Krabbelgruppen, den Kirchenchor, die Posaunenbläser, den Frauenkreis und für Gottesdienste“, zählt er auf. Und es habe viele Gäste beherbergt: Fahrschulen, Yoga-Kurse, einen Naturkostladen. Es diente als Dorfgemeinschaftshaus bevor es das Dreihäuser Bürgerzentrum gab. Auch als Wahllokal. Geburtstage, Hochzeiten und Trauerfeiern wurden dort begangen. In den 70ern entstand es kostengünstig als eine Art Musterhaus, berichtet Garbade. Entsprechend teuer wäre jetzt eine Fassadendämmung ausgefallen. Zudem hätte die Heizung ausgetauscht werden müssen.

Zu hohe Kosten, befand die Landeskirche und setze das Martin-Luther-Haus auf die Liste von Kirchenimmobilien, die nunmehr zum Verkauf stehen. 200000 Euro soll das Gebäude bringen, gibt die Landeskirche vor. „Man könnte alles Mögliche daraus machen - am schönsten wäre natürlich eine Nutzung, die der Kirche nahesteht“, sagt Garbade und denkt dabei an diakonische Zwecke, an Wohngruppen oder ein Jugendheim, „aber auch als Gaststätte ließe es sich nutzen“. Das Gebäude verfügt über zwei Geschosse. Oben gibt es einen großen und einen kleinen Saal, einen Nebenraum, eine Küche, ein Foyer und Sanitäranlagen. Einen Saal gibt‘s auch unten im Haus, einen Kühlraum und Toiletten außerdem. Ein größerer und ein kleinerer Parkplatz gehören zur Immobilie, ein Garten grenzt an.

Die Kirchengemeinde ist fortan auf zwei kleine Gemeinschaftsräume im Pfarrhaus angewiesen, was die Möglichkeiten etwas einschränkt. „Aber wir sind froh, dass wir das Pfarrhaus endlich sanieren können“, betont Garbade und erinnert daran, dass der erste Antrag dazu vor 22 Jahren von Dreihausen zur Landeskirche nach Kassel geschickt wurde.

von Carina Becker

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