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„Ein besonders schönes Stück Straße“

Holzweg „Ein besonders schönes Stück Straße“

Nach mehrmonatiger Bauzeit ist die Generalüberholung des Holzwegs in Rauischholzhausen abgeschlossen. Die ehemals bröckelige Wegstrecke kann sich nun zu Recht Straße nennen.

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Vom maroden Wirtschaftsweg zur vollwertigen, öffentlichen Straße: Am vergangenen Freitag feierte die Gemeinde Ebsdorfergrund in Rauischholzhausen den Abschluss der Holzweg-Sanierung.

Quelle: Ina Tannert

Rauischholzhausen. „Uns ist hier ein besonders schönes Stück Straße gelungen - darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, sagte Herbert Staubitz, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens während der offiziellen Einweihung des neu gestalteten Holzwegs am vergangenen Freitag.

Insgesamt drei Monate war der gut frequentierte Weg zwischen Hoppegarten und Alte Poststraße gesperrt, die Umleitung durch den Schlosspark problematisch.

Nun können Landwirte, Anlieger und Friedhofsbesucher aufatmen und sich über eine breitere, buckelfreie und besser beleuchtete Zufahrt freuen.

Asphaltierte Straße mit gepflastertem Gehweg

Der frisch sanierte Weg erhielt einen völlig neuen Unterbau, wurde auf eine Breite von vier Metern ausgeweitet und komplett neu asphaltiert. Hinzu kommt ein großzügiger, ein Meter zwanzig breiter gepflasterter Gehweg samt Entwässerungsrinne. Zudem wurde ein neuer Regenwasserkanal für die Oberflächenentwässerung verlegt. Für ausreichende Beleuchtung sorgen fünf neue Straßenlampen mit LED-Technik. „Es war eine sehr umfangreiche Baustelle“, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz und lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten, die „ein tolles Werk“ möglich gemacht habe.

„Ein großer Tag, auch die Bürger freuen sich darüber“, sagte Ortsvorsteher Helmut Vogler, der bereits über eine positive Resonanz der Anwohner berichten konnte. Noch fehlt die ein oder andere Unterschrift - doch schon bald ist die Gemeinde Ebsdorfergrund als neuer Eigentümer für die Unterhaltung der frisch herausgeputzten Straße zuständig.

Die Übernahme des rund 200 Meter langen und wichtigen Wirtschaftswegs samt Sanierung plante die Gemeinde gut 20 Jahre lang.

Nachdem die Kerckhoff-Stiftung als Eigentümer den Privatweg nach langer Verhandlung an die Gemeinde abtrat, erfolgte Anfang Mai der erste Spatenstich. Dem Bauvorhaben schloss sich die Justus-Liebig-Universität Gießen an, die entlang der Straße landwirtschaftliche Versuchsflächen unterhält. Für 40000 Euro wurde die Trinkwasserleitung zwischen Schlosspark und Versuchsgut auf Kosten der Uni erneuert.

Heraus kam „eine schöne neue Straße, die allen nutzt“, lobte Wilfried Schmied, Vorstandsvorsitzender der Kerckhoff-Stiftung. Erleichtert zeigte sich der ehemalige Regierungspräsident, dass die jahrelangen problematischen Debatten hinsichtlich der Übergabe ein Ende gefunden haben, der andauernde Tagesordnungspunkt der Flurbereinigung nun gestrichen werden kann. „Wir sind es damit los“, freute sich Schmied.

Kosten von rund 200.000 Euro

Finanziert wurde die Sanierung hauptsächlich aus Mitteln des derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahrens.

Vor Baubeginn rechnete die Teilnehmergemeinschaft mit Gesamtkosten von rund 140.000 Euro und etwa sechswöchiger Bauzeit. Kosten und Zeitfaktor stiegen jedoch aufgrund nicht vorhersehbarer Bodenbeschaffenheit.

„Es gab ein paar Probleme mit massiven Lehmschichten, welche die Arbeiten behinderten“, erklärte Kurt Moog vom Amt für Bodenmanagement. Die genaue Summe steht noch nicht fest, das gesamte Bauvolumen wird voraussichtlich bei etwa 200.000 Euro liegen, vermutet Schulz.

Rund 65 Prozent der Kosten werden durch die Flurbereinigung von EU, Bund und Land bezuschusst, den Rest trägt die Gemeinde.

Mit dem Ausbau des Holzwegs sei das mittlerweile elfte Straßenbauprojekt in Rauischholzhausen abgeschlossen worden, sagte der Bürgermeister. Rund drei Kilometer des insgesamt sieben Kilometer umfassenden innerörtlichen Straßennetzes wurden in den vergangenen Jahren erneuert.

Noch hat der nun öffentliche Holzweg kein eigenes Straßenschild. Es werde demnächst noch eines aufgestellt, versprach Schulz.

von Ina Tannert

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