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„Ein Traum geht in Erfüllung“

Waldkindergarten bleibt erhalten „Ein Traum geht in Erfüllung“

Mehr als zwei Jahre lang kämpften die „Waldbienen“ für ihren Traum vom naturnahen Kindergarten – jetzt steigt die Kommune doch mit ins Boot. Am vergangenen Mittwoch schlossen Verein und Gemeinde einen Betriebsvertrag.

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Vertreter von Gemeinde und Verein freuen sich über den Betriebsvertrag: Bürgermeister Andreas Schulz (von links), Heike Schick, André Stolper, Heinrich Rabenau, Marlene Schreiner, Nina Nikolai, Vereinsvorsitzende Careen Knauf und Marina Dörnemann.

Quelle: Ina Tannert

Dreihausen. Große Freude herrscht im Verein über dieses „nachträgliche Weihnachtsgeschenk“ für den Waldkindergarten in Ebsdorfergrund, wie Vorsitzende Careen Knauf es während der Vertragsunterzeichnung ausdrückte.

Der offizielle Grundlagenvertrag regelt die Finanzierung der Kita, die bisher sämtliche Mittel selber aufbringen musste. „Damit ist der Bestand des Waldkindergartens abgesichert“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz. Das Vorhaben wurde im Dezember einstimmig von der Gemeindevertretung beschlossen. Der Vertrag tritt rückwirkend zum ersten März 2016 in Kraft.

Damit übernimmt die Gemeinde 75 Prozent der Kosten, also rund 35.000 Euro pro Jahr, analog zu den kirchlichen Kitas. Die restlichen 25 Prozent steuert der Verein bei, der sich auf Landesförderung und Spenden von Privatpersonen stützt. Ab 2018 soll sich die Finanzierung noch einmal verschieben, dann übernimmt die Gemeinde 85 Prozent, erklärte Schulz.

Weitere Kita-Plätze kommen zur richtigen Zeit

„Ich freue mich total über diesen Tag, ein Traum geht in Erfüllung“, sagte eine sichtlich begeisterte Careen Knauf, die an den hürdenreichen Weg der Waldbienen erinnerte. Mehr als zwei Jahre lang hatte es gedauert, dieses Ziel ohne politische Förderung verwirklichen zu können.

Mit regelmäßigen Aktionen, der Werbung von Fördermitgliedern und Spendensammlungen erstritten die Vereinsmitglieder den erforderlichen Deckungsnachweis und konnten im Frühling die ersehnte Betriebserlaubnis erhalten. Die politische Gemeinde förderte das Projekt bis dahin nicht. Warum schlussendlich zurückgerudert wurde, erklärte Schulz mit einer überraschenden Steigerung der Nachfrage: Immer mehr junge Familien ziehen in den Ebsdorfer Grund, die Geburtenrate sei gestiegen. Damit werden in Zukunft auch mehr Kinder in der Kommune aufwachsen und die brauchen weitere Betreuungsplätze.

Neue Geschäftsführerin ist Marina Dörnemann

Der Waldkindergarten bietet 19 zusätzliche Plätze, darunter zwei U3-Stellen. Damit verfügt Ebsdorfergrund nun über 250 Kitaplätze und über 40 Krippenplätze. Demnächst sollen 20 weitere U3-Stellen geschaffen werden, versprach Schulz. Ziel der vertraglichen Zusammenarbeit sei es, „eine Träger- und Angebotsvielfalt für die Gemeinde“ zu schaffen. In dieser gibt es nun drei verschiedene Angebote in der Kinderbetreuung: der traditionell kirchliche, der weltliche und der Waldkindergarten.

Schulz wies als SPD-Mann auch darauf hin, dass der Betriebsvertrag als „Baby der Grünen“ vor allem vom Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen vorangebracht worden war. Der Waldkinder­garten war Teil der Koalitionsvereinbarung. Unterzeichner waren daher ­neben dem Gemeindechef, ­Careen Knauf und der Kindertagesstätten-Beauftragten Heike Schick ebenfalls Heinrich Rabenau (Grüne) vom Gemeindevorstand.

Knauf konnte zudem Marina Dörnemann als neue Geschäftsführerin der Waldbienen begrüßen, die bereits die Geschäfte der beiden benachbarten Waldkindergärten in Wehrda und Cappel führt.

von Ina Tannert

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