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Ein Sudkreis braut im Südkreis

Herz für Biervielfalt Ein Sudkreis braut im Südkreis

Pils, Weizen oder Bockbier - die Interessengemeinschaft Sudkreis Fronhausen mag alle Biersorten. Und feierte nun zehn JahreFörderung der Brau- und Bierkultur im Südkreis.

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Die Aktiven des Sudkreises Fronhausen und Freunde der lokalen Braugruppe „Hausbrauer Nassauer Land“ feierten gemeinsam das Jubiläum des Sudkreises.

Quelle: Ina Tannert

Fronhausen. Industriell erzeugtes Dosenbier ist ihnen ein Graus. Aber Bier als „überliefertes Kulturgut“ bewahren und das Brauhandwerk erhalten, darum geht es ihnen. Nach alter Tradition brauen, naturbelassen und ohne Konservierungsstoffe oder Chemie.

Der Sudkreis bezeichnet sich selber als Gemeinschaft von Leuten, die gerne gutes Bier trinken und selber brauen und etwas dafür tun wollen, dass es dieses in Zukunft auch noch gibt.

Nun beging der Club sein zehnjähriges Bestehen mit einem Fest. Zur Feier des Tages wurde die Privatbrauerei Gießen besichtigt, inklusive einer Führung für Fortgeschrittene - für die erfahrenen Bierbrauer. Im Anschluss wurde in Fronhausen gemütlich bei Grillwurst und natürlich jeder Menge feinstem Selbstgebrautem weiter gefeiert. Zu dem regionalen Treffen kamen auch einige Braubrüder vom regionalen Dachverband „Hausbrauer Nassauer Land“. Gemeinsam wurde gefachsimpelt und edle Tropfen wie selbst hergestelltes Whiskybier, Rauchbier, Pils, Wiener Lager oder Zoiglbier gekostet. „Wir machen unser Bier selbst“, sagte Dirk Wagner, inoffizieller Bierrepräsentant aus dem Nassauer Land. Mit üblichem „Konzernbier“ gibt sich die Gesellschaft nicht zufrieden.

Überall wird zu sehr nach Etikette und Werbung getrunken, sind sich die Mitglieder einig. Hoch getrimmte „Fernsehbiere“ schmecken zwar auch, aber alle doch recht ähnlich. Biervielfalt sei dagegen ein wichtiges Kulturgut, das es zu erhalten gelte. Die Vereinigung unterstützt daher vor allem kleine, private Brauereien.

Als Interessengemeinschaft im Jahr 2003 gegründet, setzt sich der Sudkreis Fronhausen heute aus rund 30 Mitgliedern zusammen, die weit über die Grenzen des Ortes hinaus verstreut sind. Anfangs schloss sich die Gemeinschaft dem Pro-Bier-Club-Deutschland an und richtete zunächst unregelmäßig Bierprobe-Treffen aus. Monatlich bekommt der Club noch heute Bierproben von kleinen, traditionellen Brauereien, die gemeinsam verkostet und bewertet werden.

Schon früh entstand jedoch der Wunsch, eigenes Bier zu brauen und Kenntnisse auf diesem Gebiet zu sammeln. Die ersten Brauversuche endeten noch mit weniger genießbaren Ergebnissen, doch das änderte sich schnell. Nach einem regen Austausch mit anderen Hobbybrauern, dem Studium von Fachliteratur und stetem Ausprobieren, entstanden die ersten trinkbaren Biersorten.

Mit der Zeit wurden Zutaten und Geschmack immer wieder angepasst und verbessert. Schließlich trat der Club der lokalen Braugruppe „Hausbrauer Nassauer Land“ bei und wurde Mitglied der Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer Deutschland.

Oberste Regel lautete immer die Einhaltung des handwerklichen Brauvorgangs, ohne automatisierte Technik. „Bei uns wird das Malz noch per Hand geschrotet“, betonte Matthias Heun, inoffizieller Braumeister und „Vorsitzender“ des Sudkreises. Regelmäßig trifft sich der Club zu Stammtischen, Beer-Pong-Meisterschaften, Schaubrauen und anderen Aktivitäten. Mehrmals im Jahr wird gemeinsam gebraut, nach dem deutschen Reinheitsgebot - auch wenn sie als nicht kommerzielle Privatbrauer nicht daran gebunden sind. Aber den Sudkreislern ist traditionelles Bier eben vor allem als gesundes und natürliches Lebens- und Genussmittel wichtig.

von Ina Tannert

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