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Ein Sauerlandkrimi in Sichertshausen

Lesung Ein Sauerlandkrimi in Sichertshausen

In Sichertshausen stellte der dortige Förderverein erstmals ein Kulturprogramm für die Bürger auf die Beine.

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Krimiautorin Kathrin Heinrichs unterhielt in Sichertshausen mit selbstironischen Geschichten aus ihrer Heimat, dem Sauerland.

Quelle: Archivfoto

Sichertshausen. „Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, aber am letzten Wochenende lief der 1000. Tatort - und da passt es doch, dass wir heute sozusagen den Tatort Sichertshausen präsentieren“, sagte Reingard Hoss-Britschock am vergangenen Freitag, bevor die Lesung von Krimiautorin Kathrin Heinrichs begann. Der Förderverein Sichertshausen hatte sie eingeladen. „Wir suchen ja immer nach Möglichkeiten, unser erst 2013 renoviertes Gemeinschaftshaus mit Leben zu erfüllen, und da dachten wir, dass eine Lesung wie diese wunderbar passt“, erklärte der Vereinsvorsitzende Günter Majewski.

Es passte in der Tat, denn schon nach wenigen Minuten glucksten, kicherten und lachten die rund 60 Gäste herzhaft, und der Applaus ließ nicht lange auf sich warten. Heinrichs‘ Sauerlandkrimis mit dem unfreiwilligen Einwanderer und ebenso unfreiwilligen Kriminalermittler Vincent Jakobs sind schließlich nicht ohne Grund äußerst erfolgreich. Kathrin Heinrichs las an diesem Abend allerdings nicht nur aus ihrer Hauptreihe vor, sondern präsentierte auch Kurzkrimis und viele lustige Geschichten aus ihrer Jugend. Dass diese so gut ankamen, liegt wohl auch ein bisschen daran, dass Heinrichs‘ Heimatort Langenalthausen im Sauerland ähnlich groß oder klein ist wie Sichertshausen. „Wir haben neulich unsere erste Fußgängerampel bekommen“, scherzte die Autorin, die mit sieben Geschwistern aufwuchs und noch die klassische „Omma mit mindestens zwei M“ als Herrin des Hauses erlebte. Eben jene war dann auch Vorlage für die künftige Schwiegergroßmutter ihres Romanhelden Vincent, der als Stadtmensch zunächst kritisch beäugt wird: „Ist das dein Verlobter? Und ist der überhaupt katholisch?“

Schon früh sieht sich der angehende Detektiv Vincent mit ernsten Sorgen konfrontiert: als er sich nach dem ersten Kontakt zu fragen beginnt, wann wohl der letzte Protestant, wie er einer ist, in diesem Ort verbrannt wurde. Durch die direkte Art, welche sicher viele Menschen sie von einigen Großeltern kennen, und auch durch den Erzählstil Heinrichs‘ mit viel Nähe zu den Menschen wuchsen Romanheld und Roman-„Omma“ den Lesern schnell ans Herz, so dass es von den Sauerlandkrimis mittlerweile neun Bände gibt.

„Leider hatte ich nun ja aber die Großmutter bereits zu Beginn als recht alte Dame angelegt, also ist sie leider im sechsten Band verstorben,“ erklärte Heinrichs. Da viele Fans mit traurigen E-Mails reagierten, schickte die Autorin der verstorbenen Figur ein passendes Abschiedsgedicht hinterher: „Mit 88 sagt Omma: Ich geh dann schomma!“

von Marcus Hergenhan

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