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Ein Park mit Kulissen, eine Insel mit Darstellern

Aktionen am Tag des offenen Denkmals Ein Park mit Kulissen, eine Insel mit Darstellern

In einen Gutspark aus dem 19. Jahrhundert und in das Leben in der Bronzezeit sind gestern hunderte Besucher im Marburger Südkreis eingetaucht.

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Gunthram Schenk zu Schweinsberg führte gestern die Besucher durch seinen Gutspark. Erstmals gab es dabei ein Beet zu sehen, das bunt blühend eine Plastik umspielt.

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. Wie lebte es sich eigentlich in der Bronzezeit? Was wurde damals gekocht und wie verarbeiteten die Menschen die Bronze? Wie entstand Kleidung? Diese Fragen wurden gestern auf der „Zeiteninsel“ in Argenstein beantwortet. Dabei durften die Besucher nicht nur zuschauen, wie Gemüse und Fleisch zu einer schmackhaften Suppe verarbeitet und Bronze gegossen wurde, sie haben auch selbst mit angepackt. Die Besucherinnen Helene und Ricky lernten sogar das Töpfern. Die beiden Mädchen formten kleine Schalen aus Ton und versahen sie mit Mustern.

Die Mitglieder des Fördervereins der „Zeiteninsel“ zeigten zudem, wie Holz in der Kaiserzeit bearbeitet und wie Garne gezwirbelt und gewebt wurden. Große und kleine Besucher versuchten sich gerne selbst an den vielen Angeboten. In einem Zelt dort, wo später einmal das Gebäude der Bronzezeit entstehen soll, zeigten junge Archäologen, wie sie gegossene Bronze bearbeiteten. „Damals hat alles länger gedauert. Nichts ging einfach mal so. Für das Kochen brauchte man mit Vorbereitungen und Feuer entzünden etwa acht bis zehn Stunden“, erklärten sie den Besuchern, während die Suppe auf dem Feuer köchelte. Nicht ganz aus der Bronzezeit, aber dafür immer sehr beliebt: Viele hungrige Gäste machten sich ein eigenes Stockbrot über einem kleinen Lagerfeuer.

Einen nicht ganz so großen Zeitsprung erwartete die Besucher zum Tag des offenen Denkmals in Fronhausen: Gunthram Schenk zu Schweinsberg hatte in seinen privaten Gutspark eingeladen und führte große Besuchergruppen durch die Natur inmitten des Dorfes. Er erklärte, dass der Park 1895 von Gustav Schenk zu Schweinsberg angelegt wurde. „Er ist wie ein Theater: Überall finden sich völlig neue Kulissen“, erklärte er den Besuchern, die den seltenen Einblick in den historischen Park genossen. An einer Ecke des Parks erklärte er, dass dort ein Blumenteppich angelegt gewesen sei. Er selbst und seine Frau haben wenige Blumen im Garten, da der Park sehr pflegeintensiv sei. Als Reminiszenz an den früheren Blumenteppich, der laut Schenk zu Schweinsberg im Frühjahr vereinzelt durchbricht, habe seine Frau dort in diesem Jahr erstmals ein Blumenbeet angelegt, das eine florale Plastik umspielt. Der Hausherr führte die Besucher durch Tunnel aus Bäumen und Sträuchern zu den historischen Gebäuden, die sich im Park verteilen. So zeigte er den Blick von einer Anhöhe herab auf den modernen Anbau des Kavaliersbaus, im Hintergrund erhebt sich der Kirchturm. Einen alten Nutzgarten haben er und seine Frau in Rasen gewandelt. „Er war verwildert und von Haselnuss überwuchert. Aber wir haben Wege angelegt, die an die Beete erinnern sollen.“ Auch einige alte Obstbäume zeugen von der früheren Nutzbarkeit des Gartens. Die Besucher stellten zahlreiche Fragen über Garten, Fachwerkgebäude und die intensive Pflege.

von Patricia Kutsch

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