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Ein Nachmittag bei den Germanen

Zurück in die Vergangenheit Ein Nachmittag bei den Germanen

Den Alltag vergangener Tage erleben: Bei strahlendem Sonnenschein kamen Hunderte Besucher aus nah und fern zum inter­nationalen Museumstag auf die „Zeiteninsel“ nach Argenstein.

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Die Besucher beobachten gespannt wie eine  Zange im Feuer geschmiedet.

Quelle: Ingrid Lang

Argenstein. Schon von Weitem war die große Zeltstadt zu sehen, in der Römer, Kelten und Germanen ihr Lager aufgeschlagen haben und das Leben vergangener Zeiten präsentierten. An den Ständen konnten die Besucher zum Beispiel miterleben wie Gebrauchsgegenstände aus Ton gefertigt werden. Unter der Anleitung von Brigitte Schmitz konnten sich die Kinder selbst an der Arbeit mit Ton probieren: Aus kleinen Ton-Kugeln, befeuchtet mit einem Naturschwamm, wurde eine Schale
geformt. Handwerklich ging es auch bei Frederik Buck zu: Ihm konnten die Besucher beim Schnitzen eines Holzlöffels über die Schulter schauen.

Großes Interesse fand auch der Nachbau eines Hauses aus dem vierten Jahrhundert, geheizt wurde zu dieser Zeit mit einem Lehmofen und die Wände bestanden aus einem Lehmgeflecht.

Ein Kettenhemd gehörte zum römisch-germanischen Leben dazu und konnte am Stand der Keltengruppe „Teutates“ bewundert werden. Für das Anfertigen eines solchen Kettenhemdes benötigt Sonja Eißmann etwa ein halbes Jahr, wenn sie täglich zwei Stunden dafür aufwendet. Dass so ein Kettenhemd sehr schwer ist, stellten auch die jüngsten Besucher beim Anprobieren fest.

Eine wichtige Ressource vergangener Zeiten war die Schafwolle: Familie Langsdorf zeigte den Zuschauern wie die Wolle zur Weiterverarbeitung mit Naturfarben gefärbt wurde. Auch ohne Draht oder Garn konnten schon in früheren Zeiten Gegenstände wie ein Dexel mit Lindenbast befestigt werden und Brigitte Puhl zeigte, wie Kettfäden an einem Webstuhl angebracht werden.

Werkzeuge für Jäger und Sammler

Großes Interesse fand auch das Trocknen und Häuten von Fischen sowie das Zerteilen eines Rehs. Den dazugehörigen Angelhaken, wie er auf dem Emblem der Zeiteninsel zu sehen ist, stellte Ralf Gössling her. Die Besucher konnten sich über die Arbeiten der Aussteller informieren, zum Beispiel das Bearbeiten von Knochen, aus denen Kämme und Nadeln gefertigt werden oder wie Bronze gegossen wird. Aber auch das Spinnen und das weitere Verarbeiten der Schafwolle kam bei den Besuchern sehr gut an.

Das Archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ möchte der Bevölkerung vergangene Lebenswelten hautnah erlebbar machen. Dazu werden auch einige Workshops angeboten, zum Beispiel eine offene Bronzezeitwerkstatt am 9. und 10. Juli und das Spinnen mit der Handspindel.

 
Die Kinder konnten sich im Arbeiten mit Ton ausprobieren. Foto: Ingrid Lang

von Ingrid Lang

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