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Ein Dorf feiert sich und seine Halle

Aktion in Rauischholzhausen Ein Dorf feiert sich und seine Halle

Geplant wurde die Mehrzweckhalle vor 40 Jahren. Ihre endgültige Fertigstellung entsprechend den damaligen Vorstellungen wurde am Mittwochabend mit einem „Tanz“ in den Mai gefeiert.

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Die Schulkinder sangen zur Neueröffnung „Alle Kinder lernen lesen“.

Quelle: Martina Becker

Rauischholzhausen. Die Gemeinde und die Rauischholzhäuser Vereine hatten groß aufgefahren. Ein Fest, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert, sollte es werden. Diese Ankündigung hatte gut 400 Menschen in die Halle gelockt. Im ersten Programmteil kam die Unterhaltung von den Vereinen des Ortes. Als rege Hallennutzer eröffneten die Kindergarten- und Schulkinder mit je einem Liedbeitrag die Veranstaltung. „Flying Steps“ hießen die Repräsentantinnen des Sportvereins, die einen Showtanz boten.

Hellwach und wortgewandt agierte der Rauischholzhäuser Andreas Benkwitz. Er unterhielt mit improvisierter Comedy. Auf Publikumswunsch schlüpfte er in die Rolle von Franz-Josef Strauß und hielt eine Rede zur Oktoberfesteröffnung. Als Grundlage dafür dienten ihm beliebig gesammelte Sätze aus der Menge. Mit drei Stücken von Loriot unterhielt der dramatische Verein Rauischholzhausen. Einen klangvollen Schlusspunkt auf die „hausgemachten“ Beiträge setzte der Gesangverein „Eintracht Rauischholzhausen“, der gemeinsam mit dem Chor „Germania Beltershausen“ auftrat.

Diesen Teil des Abends ergänzte Bürgermeister Andreas Schulz durch einen informativen Teil. Er ließ die bauliche Entwicklung der Mehrzweckhalle noch einmal Revue passieren. Vor 40 Jahren, noch vor der Gebietsreform wurde die Halle so geplant, wie sie zum Fest vorgestellt werden konnte. Im Jahr 1974/75 beschränkte man sich zunächst nur auf den Bau der Halle. In den 90er Jahren erfolgte für 360000 Euro der Anbau des kleinen Saals, der Küche sowie etwas zeitversetzt der Umkleideräume. Letztere waren dem Engagement des Sportvereins zu verdanken.

Runderneuerung für 356.000 Euro

Das Konjunkturprogramm brachte 2009 und 2010 für 356.000 Euro eine Rundumerneuerung. Dämmung, Außenanstrich, neue Fenster, neuer Fußboden, neue Heizung waren Teile der Maßnahmen. Dass dies eine Investition für die Bürger ist, legte der Verwaltungschef dar. Er betonte, dass die Gemeinde keine Amortisierung erwarte. Vielmehr sei es den Gemeindeverantwortlichen wichtig, dass es solche öffentliche Räume in den Ortschaften gebe, sie wertgeschätzt und genutzt würden.

Aktuell stehen den jährlichen Hallenkosten von 60.000 Euro weniger als 10.000 Euro Mieteinnahmen gegenüber. „Um einen finanziellen Ausgleich zu erzielen, müsste die Halle im Jahr 153 Mal zum jetzigen Preis von 372 Euro vermietet werden“, verdeutlichte Schulz die utopischen Bedingungen. Ebenso wie die Beiträge der Vereine drangen diese Informationen durch die „Festzeltatmosphäre“ nicht immer bis zu den hinteren Reihen vor, was der eine oder andere Besucher „schade“ fand.

Vielleicht waren viele auch nur gekommen, um den Schlagerstar aus alten Zeiten zu hören. Sie, sprich Tina York, hatte keine Probleme, alle Ohren und Augen auf sich zu richten. Eine Stunde lang sorgte sie mit ihren Hits für ausgelassene Stimmung. Das Gleiche schaffte auch Programmteil Nummer drei. Das stattliche Maifeuer und Tanzmusik fesselten die Besucher bis spät in die Nacht.

von Martina Becker

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