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Ein Archäologe wirbt für den Museumspark

Freilichtmuseum Ein Archäologe wirbt für den Museumspark

Arbeitskreis Lokalgeschichtsforschung traf sich in Argenstein. Wie geht es voran mit dem geplanten archäologischen Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ im Weimarer Ortsteil Argenstein? Auch das war am Mittwoch Thema eines Treffens des Arbeitskreises Lokalgeschichtsforschung des Landkreises.

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Dr. Andreas Thiedemann (links) erklärte den Zuhörern in Argenstein, welche Siedlungspuren und Funde die Archäologen zwischen Lahn und Allna gemacht haben.

Quelle: Michael Agricola

Argenstein. Noch ist es „nur“ ein guter Plan. Doch Dr. Andreas Thiedmann, Vorsitzender des „Fördervereins Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum im Marburger Land“ und zugleich ein Experte des zuständigen Landesamts für Denkmalpflege, gab Mittwoch Abend vor Ort schon einen lebendigen Eindruck dessen, was in wenigen Jahren nur wenige Meter hinter der Gaststätte Ochsenburg entstehen könnte.

Etwa 50 Geschichtsinteressierte des Arbeitskreises, die meisten selbst in der Heimat- oder Lokalgeschichtsforschung aktiv, ließen sich von Thiedmann über die gefundenen Siedlungsspuren aus „allen fünf Hauptepochen der nacheiszeitlichen menschlichen Siedlungstätigkeit“ berichten. Einige Exponate hatte er zum Treffen auf dem „historischen Grund“ mitgebracht, auf dem später das Museum stehen soll.

Dort soll man auf einem Rundweg die fünf vor Ort über Grundrissspuren nachgewiesenen Epochen in Häusermodellen „erfahren“ können – vom „jüngsten“, einem Germanengehöft der römischen Kaiserzeit, bis zum ältesten, einer mittelsteinzeitlichen Jägerstation. Und das alles in einer Umgebung, die dem damaligen Landschaftszuschnitt entsprechen und die jeweils zeittypische Vegetation beherbergen soll.

Das Tal von Lahn und Allna hatte damals ein anderes Profil und Aussehen als heute, wissen die Forscher, die in dem heute flachen Tal eigentlich keine Siedlungsreste vermutet hatten. Es galt als siedlungsungünstiges Gebiet, sagte Thiedmann. Erst der voranschreitende Kiesabbau förderte diese Spuren Anfang der neunziger Jahre zutage. Ein anderes Bauprojekt könnte sich heute als Glücksfall entpuppen.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten an der B3a soll das Gelände vom Bund als ein Teil der Ausgleichsfläche nach den Wünschen der Museumsplaner hergerichtet werden. Und auch wenn das Geld für das Museum noch längst nicht beisammen ist, sprach Kreis-Sprecher Dr. Markus Morr gestern aus, was viele hoffen: Wenn dieser erste Schritt gemacht sei, „und das Gelände modelliert ist, dann ist es für alle anderen doppelt schwer, noch Nein zu sagen.“

von Michael Agricola

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