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Ein Appell an die Gastfreundschaft

Neuer Vorsitzender Ein Appell an die Gastfreundschaft

Auf der Jahreshauptversammlung des Partnerschaftsvereins Ebsdorfergrund steht trotz vieler Programmpunkte und Neuwahlen des Vorstands eine Frau im Mittelpunkt: Elisabeth Newton.

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Der neue und die alte Vereinsvorsitzende im Gespräch: Eberhard Wisseler und Elisabeth Newton mit einigen Symbolen ihres Partnerschaftsvereins.

Quelle: Ilka Müller

Wittelsberg. Auf dem Tisch stehen die Modelle eines roten Busses und einer roten Telefonzelle. Im typischen „Londoner Stil“, versteht sich. Daneben ragt ein Straußenei zwischen zwei Blumensträußen hervor - symbolische Hinweise auf die Arbeit des Vereins für Partnerschaften Ebsdorfergrund. Sie drücken die Verbundenheit mit den Partnergemeinden aus, die seit 1998 mit dem polnischen Liniewo und seit 1984 mit dem britischen Bidford-on-Avon besteht.

Am Freitagabend geht es in der Gaststätte Nau „Jirje“ in Wittelsberg aber nicht nur um den kulturellen Austausch, sondern auch um die anstehenden Vorstandswahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Fleiß, Arbeit, Geist - so etwa klingt das Motto der engagierten Vereinsmitglieder.

Das hat vor allem Elisabeth Newton verinnerlicht, die seit 2003 das Amt der Vorsitzende ninnehatte und an diesem Abend nicht zur Wiederwahl antritt. Zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern hat sie den Kontakt zu den zwei Partnergemeinden gepflegt, neue Freundschaften aufgebaut und Reisen organisiert.

„Völkerverständigung beginnt im Kleinen“

„Völkerverständigung beginnt im Kleinen, von Mensch zu Mensch“, sagt Newton, die - wie ihr Nachname vermuten lässt - eine besondere Verbindung zu Großbritannien hat und die Vertrautheit mit den Besuchern aus Liniewo und Bidford schätzt.

Wie diese Art der Freundschaft aussieht erklärt sie begeistert: Einmal im Jahr haben Vereinsmitglieder die Möglichkeit, in eine der Partnergemeinden zu reisen, genauso wie einmal im Jahr Gäste in Ebsdorfergrund empfangen werden. Dann werden Ausflüge unternommen, wie etwa Schifffahrten auf dem Rhein, ein Besuch der Marksburg oder ein Tagesausflug nach Koblenz, wie im vergangenen Jahr.

Wie die 23 Anwesenden die Arbeit der Diplom-Psychologin würdigen, wird an diesem Abend deutlich. Newton habe Geschichte für den Verein geschrieben, sagt Bürgermeister Andreas Schulz über Newton, die als Erste Beigeordnete auch seine Stellvertreterin in der Gemeinde ist. „Die Arbeit erfordert Feingefühl.“ Es gehe schließlich nicht nur darum, Tore zu erzielen, wie beim Fußball.

Wisseler „interessieren die persönlichen Geschichten“

Obwohl Newton auf ihr Amt verzichtet, bleibt sie dem Verein treu. „Ich versuche mich nicht zu sehr in die Arbeit des Vorstands einzumischen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern in Richtung ihres Nachfolgers Eberhard Wisseler.

Sie wolle aber mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wisseler war 22 Jahre lang Pfarrer in der evangelischen Kirche Beltershausen und ist seit diesem Jahr, gemeinsam mit seiner Frau, Vereinsmitglied. Wisseler wolle auf die gute Arbeit von Newton aufbauen und das Potenzial der anderen Vorstandsmitglieder nutzen.

„Mich interessieren vor allem auch die persönlichen Geschichten, die die Mitglieder mit dem Verein hatten“ - Anliegen, die ihn zu jenem beliebten Pfarrer machten, der er war. Gemeinsam mit seinen Stellvertreterinnen Jolanda Petersen und Helga Knauf leitet er den Verein für vorerst fünf Jahre.

Die Euphorie über die guten Erfolge und den kulturellen Austausch ist aber getrübt: Es ist zunehmend schwerer, Familien zu finden, die Gäste aufnehmen - auch unter den 93 Mitgliedern, die der Verein mittlerweile zählt. Das spielt gerade jetzt eine große Rolle. Schließlich erwartet die Gemeinde schon im Mai dieses Jahres mindestens 20 britische Gäste. Außerdem funktioniere eine gelebte Partnerschaft nur, wenn sie von Bürgern und Unternehmen getragen wird, weiß Schulz.

Eine wichtige Aufgabe, die sich der neue Vorstand nun annehmen muss, damit der Verein für Partnerschaft das bleibt, was er bisher war: Die Möglichkeit neue Freundschaften zu knüpfen. Und zwar auch über Ländergrenzen hinaus.

von Ilka Müller

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