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Eichel kommt als stolzer Baum zurück

15 Jahre dauerndes Projekt Eichel kommt als stolzer Baum zurück

In der ersten Klasse legte Laura Röder in der Grundschule Dreihausen eine Eichel in ein Blumentöpfchen. Den daraus entstandenen Baum pflanzte sie jetzt letztmalig um.

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Peter Honig (von links) und Laura Röder pflanzten am Jugendwaldheim in Roßberg eine 15 Jahre alte Erinnerung an die Schulzeit. Jochen Dietrich, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Jugendwaldheim Roßberg, half ebenfalls mit.

Quelle: Martina Becker

Roßberg. Fünf Meter maß die Eiche, die von Laura Röder und Peter Honig am vergangenen Freitagnachmittag in ihr endgültiges Zuhause gepflanzt wurde.

Der pädagogische Mitarbeiter im Jugendwaldheim Roßberg hatte 1997 mit der damaligen ersten Klasse der Grundschule Dreihausen ein Waldprojekt durchgeführt. Um die Entstehung eines Baumes miterleben zu können, gehörte dazu auch das Pflanzen einer über Nacht in Wasser eingeweichten Eichel.

Die kleine Eiche, die sich dann aus dem Blumentopf hervorstreckte, war für die damalige ABC-Schülerin Laura Röder von Beginn an ein Kleinod. Vor den damaligen Sommerferien nahmen die Schülerinnen und Schüler ihre Pflänzchen mit nach Hause. Bei Laura wurde es stets „gehegt und gepflegt“, erzählte ihre Oma bei der Pflanzung in Roßberg. Dabei wechselte es mehrmals seine Behausung, sprich die Größe des Blumentopfes, bis es als kleiner Baum im Garten der Röders einen würdigen Platz fand. Dort habe er auf Grund seiner Größe nun auch nicht mehr stehen können, erzählte die heute 22-Jährige. Die Familie fragte im Jugendwaldheim an, ob der Baum nicht zu seinem Ursprung zurückkehren könne. Diese Idee stieß bei Peter Honig auf offene Ohren. Er räumte zwar ein, dass er die Eichel möglicherweise an einem anderen Standort gesammelt habe, da es in Roßberg in manchen Jahren keine Eicheln gab. „Das werden wir wissen, wenn die Blätter da sind“, sagte Honig. Dass es dazu kommt, sprich der Anwuchs des stattlichen Baumes auch wirklich gelingt, dafür wurde alles getan. Gesetzt wurde die Eiche in gute Gesellschaft, im Wald direkt hinter dem Jugendwaldheim.

Auf einem Schild stehtdie Geschichte des Baums

Laura musste die aufgefüllte Erde im Pflanzloch kräftig festtreten und den Baum tüchtig gießen. „Wenn es in den nächsten Tagen regnet, wird der Anwuchs sicher gelingen“, meinte der Pädagoge. - Und über mangelnden Regen durften wir uns dieser Tage wahrlich nicht beschweren.

Auf einem Stück Eichenholz hatte er die denkwürdige Geschichte um den Baum für die Waldbesucher festgehalten. Dieses wurde als „Schild“ neben dem Baum aufgestellt. Dass die Aktion am „Tag des Baumes“ durchgeführt wurde, gab ihr zudem einen würdigen Rahmen. Seit seiner Einführung am 25. April 1952 sei dieser Tag eine der größten und erfolgreichsten Mitmachaktionen im Naturschutz, erklärte Honig. Er hat den Anspruch, die hohe Bedeutung des Baums für das Leben auf der Erde der Bevölkerung und insbesondere der Jugend näherzubringen.

von Martina Becker

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