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Unterwegs auf dem Weg in die Freiheit

Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser Unterwegs auf dem Weg in die Freiheit

Der Verein Hugenotten- und Waldenserpfad sowie die Leader-Regionen Burgwald-Ederbergland, Schwalm-Aue und Marburger Land laden zu verschiedenen Entdeckungstouren ein.

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Vom Frauenberg in Ebsdorfergrund aus gibt es herrliche Fernblicke zu genießen.

Quelle: Thorsten Richter

Frauenberg. Zwei Termine in den Sommerferien, zwei im Spätsommer beziehungsweise Frühherbst. Alle kostenfrei, alle sicherlich sehr interessant. Um was geht‘s? „Nun, wir feiern dieses Jahr in Deutschland 500 Jahre Reformation“, sagt Dr. Renate Buchenauer, Projektleiterin des 2009 gegründeten Vereins Hugenotten- und Waldenserpfad.

Ja klar, Luther, das Marburger Religionsgespräch, die 95 Thesen und so weiter. Buchenauer dazu: „Sicher, die Fokussierung liegt auf Luther. Doch die Reformation in Deutschland wurde auch durch vorreformatorische Ideen und Bewegungen angestoßen und beeinflusst.“ Und da kommen für sie mal ganz schnell die Hugenotten und Waldenser ins Spiel. „Die Waldenser trugen vorreformatorisches Gedankengut mit revolutionären demokratischen Zügen nach Mitteleuropa und stellen dort auch die älteste Protestantengruppe dar“, sagt Buchenauer. Die Hugenotten folgten der Lehre des französischen Reformators Johannes Calvin und wurden so auch ein wichtiger Teil der Reformationsbewegung.

 
Die Kirche in Wetter-Todenhausen ist tagsüber für Besucher geöffnet. Foto: Götz Schaub

Und da kann und darf und sollte man auch im Lutherjahr Exkursionen in hiesiger Region anbieten, die sich mit den Ende des 17. Jahrhunderts aus Frankreich vertriebenen Hugenotten und Waldensern befassen, die unter anderem hier in Oberhessen, wenn auch stark beäugt von der heimischen Bevölkerung, eine neue Heimat in Freiheit fanden.

Die Veranstaltungen, zu denen sich alle Interessierten anmelden können, finden alle im „Erlebnisraum“ Burgwald-Kellerwald statt, zu denen auch noch ein paar Bastionen südlich und östlich von Marburg gehören, so dass auch die Region Marburger Land mit im Boot ist.

Alle Ausflugsziele liegen am  offiziellen Kulturfernwanderweg „Hugenotten- und Waldenserpfad“, der im französischen Mialet beginnt und über Genf, Schaffhausen, Pforzheim und Frankfurt durch diesen Landkreis bis zum Endpunkt Bad Karlshafen führt. Stefan Schulte von der Region Burgwald-Ederbergland macht in diesem Zusammenhang auf eine Besonderheit aufmerksam. Denn ausgerechnet „hier in unserer Region gibt es zum Pfad ein paar zusätzliche Schleifen, die alle touristisch erschlossen sind.“ Will heißen, es gibt Beschilderungen und Informationsmaterial. Die Angebote führen in drei Himmelsrichtungen etwa zum Frauenberg im Süden, Todenhausen, Wiesenfled und Louisendorf im Norden sowie Frankenhain und Treysa im Osten. Wer nun Appetit auf die Touren (Details siehe unter Veranstaltungen) bekommen hat, darf auch den anderen Appetit mitbringen, denn an der Strecke gibt es auch einige extra zertifizierte Hugenotten-Waldensergasthäuser, die entdeckt werden wollen. Koordiniert werden die Fahrten von Johanna Stiller, Projektassistenz des Vereins.

Veranstaltungen

Geführte Bustouren „Besondere Zeugnisse der Reformation“
Tour 1: Sonntag, 23. Juli: Treffpunkt: 9 Uhr Marburg Busbahnhof am Hauptbahnhof, Ankunft in Marburg: 17 Uhr.
Besichtigung der Hugenotten- und Waldenserkolonien Todenhausen, Wiesenfeld und Louisendorf. Mittagessen im Restaurant „Ratsschänke“ in der Frankenberger Altstadt.
Anmeldung bis Sonntag, 16. Juli  unter dem Stichwort „Tour 1“
Tour 2: Sonntag, 8. Oktober: Treffpunkt 9 Uhr Marburg Busbahnhof am Hauptbahnhof, Ankunft in Marburg: 17 Uhr.
Mit Besuch des „Garten des Wandels“ in der Waldenserkolonie Frauenberg/Beltershausen, Stadtführung „Reformation und Hugenotten in Treysa“, Filmvorführung „Die Waldenser“ in der Einrichtung „Hephata“ und Führung durch die Hugenottenkolonie Frankenhain. Mittagessen/Kaffee und Kuchen in der Caféteria „Oase“ in Hephata/Schwalmstadt. Die Einrichtung „Hephata“ wurde 1864 als Kurhessisches Diakonissenhaus von dem hugenottischen Pfarrer Franz von Roques in Treysa gegründet.
Anmeldung bis Freitag, 30. September unter dem Stichwort  „Tour 2“
Kosten: Die Teilnahme an den beiden genannten Bustouren ist jeweils kostenlos. Die Kosten für Verpflegung während der Fahrt sind von jedem Teilnehmer selbst zu entrichten.

Kulturlesewanderungen
mit szenischen Lesungen aus authentischen Fluchtberichten auf der Strecke
Sonntag, 6. August: Wanderung durch das romantische Lengeltal in der Region Burgwald- Kellerwald
Treffpunkt: 10.30 An der Schulscheune im Ortskern von Louisendorf. Die Wanderung führt von der Hugenotten- und Waldenserkolonie Louisendorf aus auf der Europäischen Kulturroute „Hugenotten- und Waldenserpfad“ durch das Lengeltal.  Einkehr auf der fünf Kilometer langen Strecke in der zertifizierten Hugenotten- und Waldenserherberge „Hotel- Restaurant Bärenmühle“. Gut gestärkt geht es auf leicht verkürztem Wege zurück zum Ausgangspunkt. Dauer der Wanderung mit Zwischenstopps und Einkehr rund vier Stunden. An- und Abreise sind individuell zu organisieren.
Sonntag, 3. September: Wanderung um die Hugenotten- und Waldenserkolonie Frauenberg/Ebsdorfergrund
Treffpunkt: 13.30 Uhr am Parkplatz gegenüber des Hotel- Restaurants „Zur Burgruine Frauenberg“
Auf der drei Kilometer langen Wanderung werden authentische historische Fluchtberichte gelesen. Wer mag, kann die Wanderung mit einer Einkehr zu Kaffee und Kuchen beim zertifizierten Partnerbetrieb Hotel- Restaurant „Zur Burgruine Frauenberg“  beenden.
Dauer der Wanderung mit Zwischenstopps: 2 bis 3 Stunden.
An- und Abreise sind individuell zu organisieren.
Kosten: Die Teilnahme an den Kulturlesewanderungen ist kostenlos. Die Kosten für Verpflegung sind von jedem Teilnehmer selbst zu entrichten.

Anmeldung für die Kulturlesewanderungen bis Freitag, 30. Juli, unter den Stichworten „Wanderung Lengeltal“ beziehungsweise „Wanderung Frauenberg“
Alle Anmeldungen per E-Mail bitte an: j.stiller@hugenotten-waldenserpfad.eu. Dabei das Stichwort nennen, sowie den eigenen Namen, E-Mail-Adresse und / oder Telefonnummer angeben.

von Götz Schaub

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Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser

Ganz oben im hessischen Norden, in Bad Karlshafen, also da wo der Kulturpfad endet, soll ein in Deutschland bisher einzigartiges Therapiezentrum für misshandelte Kinder entstehen.

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