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Schnellere Rettung dank neuem Antrieb

Flotte Hydraulikpumpe Schnellere Rettung dank neuem Antrieb

Gerüstet für die Zukunft: Die Freiwillige Feuerwehr Ebsdorf hat eine neue Motorpumpe, die hydraulisch betriebene Geräte zur Rettung antreibt. Die Neuanschaffung wurde durch Spenden heimischer Firmen finanziert.

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Während einer Dankesfeier anlässlich der gespendeten Motorpumpe zeigte die Freiwillige Feuerwehr Ebsdorf Interessierten, wie in Zukunft Opfer bei Verkehrsunfällen leichter aus dem Fahrzeug befreit werden können.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Dass so ein modernes Hydraulikaggregat einiges an Mehrleistung aufbringt und auch heutigen Fahrzeugen gewachsen ist – das wurde vergangene Woche bei einer Demonstration deutlich.

Diese Vorführung veranstaltete die Feuerwehr Ebsdorf, die sich über einen neuen Antrieb für den Rettungssatz freuen kann. Das bisherige Hydraulikaggregat der Wehr war in die Jahre gekommen und für den Einsatz an modernen Fahrzeugen mit immer härterer Karosserie nicht mehr ganz zeitgemäß.

„Mit dem alten Gerät ist da kein Durchkommen mehr“, erklärte Stefan Wagner, Vorsitzender der Fördervereins der Feuerwehr. Das neue Stück ist leistungsstärker, die durch Öl angetriebene Maschine pumpt deutlich mehr Power in den Rettungssatz der Wehr und minimiert somit im Notfall die nötige Rettungszeit.

9 000 Euro gespendet

Rund 9 000 Euro kostete das neue Hydraulikaggregat samt Rettungszylinder. Etwa zwei Drittel konnten durch Spenden regionaler Unternehmen gedeckt werden, den Rest steuerte der Förderverein aus der Vereinskasse bei. Für die Neuanschaffung veranstaltete dieser geradezu einen Spendenmarathon.

„Wir haben alle angefragt, einmal durch die Gelben Seiten von oben nach unten“, so Wagner. Mit Erfolg, insgesamt 32 Unternehmen aus der Region beteiligten sich mit unterschiedlich hohen Finanzspritzen. „Meinen allergrößten Dank an die Spender“, lobte Wagner während einer kleinen Dankesfeier im Feuerwehrhaus.

Das neue Hochleistungsgerät demonstrierte die Einsatzabteilung vor Ort mit einer handfesten Übung. Bei einer sogenannten „schnellen Rettung“ zerlegte die Truppe fachmännisch mit Hydraulikschere und -spreizer einen alten Opel in seine Bestandteile und knackte die Karosserie des Schrottwagens auf wie eine Nuss.

Mit vereinten Kräften konnte so das gesamte Autodach umgeklappt und das „Opfer“ zügig aus dem Unglückswagen befreit werden. „Damit kann man auch einen Lkw knacken – wir können so schneller und effizienter arbeiten, das ist nun sichergestellt“, lobte Wehrführer Franz Grau die neue Ausrüstung.

Zünglein an der Waage

Korrekt eingesetzt und mit dem richtigen Antrieb zerdrückt so eine Hydraulikschere in Minutenschnelle jede Karosserie und kann im Notfall das Zünglein an der Waage sein. Der hydraulisch betriebene Rettungssatz kommt zum Einsatz, wenn ein Verunglückter bei einem Autounfall aus dem Wagen befreit werden muss, um schnell medizinische Hilfe erhalten zu können. Dabei kann es um Minuten gehen, die über Leben und Tod entscheiden.

Moderne Fahrzeuge seien jedoch immer schwerer zu knacken, „die Autos werden immer stabiler – das setzt uns etwas unter Zugzwang“, sagte Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker. Das sei indes nicht Aufgabe von Fördervereinen oder Unternehmen, sondern falle in den Aufgabenbereich der Kommunen. „Die wird sich an anderer Stelle ins Zeug legen, das verspreche ich“, so Eucker.

Denn die Gemeinde Ebsdorfergrund beteiligte sich nicht an der Spendensammlung, wurde auch gar nicht angefragt. Die Vereinsführung verzichtete auf einen Antrag, der zur jetzigen Zeit wohl ins Leere gelaufen wäre, schätzte Wagner.

Der Feuerwehrbedarfsplan läuft einerseits noch bis 2020. Andererseits stünden bereits weitere Investitionen von Gemeindeseite an, etwa für neue Umkleidekabinen für die Wehr im Rahmen des geplanten Musikergartens. Wie die Gemeinde kürzlich mitteilte, plane man bis 2019 mehr als drei Millionen Euro in das kommunale Feuerwehrwesen zu investieren.

von Ina Tannert

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