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Sänger wagen musikalisches Experiment

„Nacht der Chormusik“ Sänger wagen musikalisches Experiment

Dass ein traditioneller Männerchor nicht nur etwas für die ältere Generation sein muss – das bewiesen am Wochenende mehr als 70 Sänger aus Ebsdorf und Langenstein bei der langen „Nacht der Chormusik“.

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Bei einem gemeinsamen Chorabend brachten die Sänger des MGV Ebsdorf und des MGV Langenstein am Samstagabend Stimmung auf die Bühne im Bürgerhaus Ebsdorf.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Bei der Nacht der Chöre stiegen am Samstagabend Jung und Alt der Sängerschaft des MGV 1894 Ebsdorf und des MGV 1876 „Frohsinn“ Langenstein gemeinsam auf die Bühne im Bürgerhaus Ebsdorf. Mal jeder für sich, mal gemeinsam, boten die Vereine einen klangvollen Mix aus traditioneller und moderner Chormusik. Vom klassischen kroatischen Abendlied von Robert Volkmann oder „Ich ging emol spaziere“ von Hermann Brucker, bis zu einigen englischen Stücken, darunter „Only You“ von Henry Matthew. Der musikalisch internationale Abend war „eine Reise durch Europa, über die Alpen, nach Italien, bis nach Irland und über den großen Teich“, kündigte Fritjof Kaiser, Vereinschef der Ebsdorfer, an.

Diese Reise untermalten die Sänger mit einigen witzigen Anekdoten und musikalischen Experimenten und auch mal mit Hühner-Gegacker bei „Der Hahn von Onkel Giacometo“ von Richard Trares. „Männergesang muss nicht alt und verstaubt sein“, erklärte Kaiser.

Harmonischer Wechsel zwischen Bass, Alt und Tenor

Das kam gut an im Saal. Das vom Alter her ebenfalls gemischte Publikum zeigte sich begeistert, hatte einiges zu Lachen und kam aus dem Klatschen gar nicht mehr heraus. Bereits mitten im Konzert wurden Zugaben eingefordert.

Die Gastgeber vereinen unter dem Banner des MGV Ebsdorf knapp 40 gestandene Sänger der älteren Generation. Die hatten den jungen Kollegen vom Gastchor stimmlich doch einiges voraus. Harmonisch und im geübten Wechsel vereinten sich Bass, Alt und Tenor zu mehrstimmigen Liedern, die den Saal zum Summen und die Zuhörer zum Mitsingen brachten.

Publikum honorierte Konzert mit stürmischem Applaus

Der MGV Langenstein mit sichtlich geringerem Altersdurchschnitt überraschte hingegen durch diverse Showeinlagen und brachte Abwechslung auf die Bühne. So wurden alte Klassiker auch mal durch  Neuinterpretationen stimmungsvoll aufgepeppt, mit neuer Melodie und Taktung unterlegt oder mit einigen Utensilien gearbeitet. So flatterte zu spanischen Klassikern auch mal ein rotes Tuch über die Bühne. Zum „Mann im Mond“ von Carsten Gerlitz wurde die Laterne geschwenkt.

Das im steten Wechsel vorgetragene Abendprogramm kann wohl als gelungene Gesamtperformance beschrieben werden. Zum krönenden Abschluss traten alle Sänger gemeinsam „zu einem musikalischem Experiment“ auf die Bühne. Da beide Vereine das Lied „Soon ah will be done“ von William Dawson mitgebracht hatten, wurde das Stück spontan gemeinsam ohne Probe vorgetragen. Mit Erfolg, beide Gruppen vereinten ihre jeweiligen Stärken zu einem gelungenen Finale und noch einigen musikalischen Schmankerln aus mehr als 70 Kehlen.

Ihr Auftritt honorierte das Publikum mit stürmischem Applaus, Pfiffen der Anerkennung und lautem „Bravo“ und entließ die Sängerschar erst nach mehreren Zugaben in den gemütlichen Teil des Abends.

von Ina Tannert

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