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Paradies hat jetzt noch mehr zu bieten

320 Wanderer eröffnen Erlebnisweg Paradies hat jetzt noch mehr zu bieten

Unter reger Beteiligung der Bevölkerung wurde am Tag der Deutschen Einheit der 5,6 Kilometer lange Erlebnis-Wanderweg eröffnet. Sechs Oasen laden zum Verweilen und Entdecken ein. Noch fehlt eine Radweg-Anbindung.

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Die „Oase der Zeit“ erinnert an die Röderburg, die einst dort stand. Hölzerne Pferde und ein Turnierplatz mit einem Thron laden zum Spielen ein.

Quelle: Manfred Schubert

Roßberg. „Zu Beginn gab es einige Kritiker, da man sich die Umgestaltung im Außenbereich des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) nicht so richtig vorstellen konnte. Jetzt aber sagen viele, dass es ihnen sehr gefalle“,  sagte Ortsvorsteher Werner Böckler, als er die Gäste, die zur Eröffnung des Roßberger Erlebniswegs gekommen waren, begrüßte. Insgesamt 320 Besucher gingen mit auf die 5,6 Kilometer lange Strecke.

Die rege Beteiligung unterstrich das Interesse an der neu geschaffenen Attraktion des Ortsteils der Gemeinde Ebsdorfergrund, deren Bewohner ihn selbst als Paradies bezeichnen. Das Paradies hat nun sechs Oasen hinzubekommen, die der Erlebnisweg miteinander verbindet.

Böckler wies mit Blick auf die neuen Fahrradständer am Bürgerhaus darauf hin, dass noch etwas fehle, um die „sehr gut für den sanften Tourismus geeignete Gegend mit sanften Hügeln und schönen Wäldern“ zu erschließen und den neuen Wanderweg noch attraktiver zu machen. Es sei wichtig, dass die Anbindung an den Radweg Marburg-Vogelsberg komme, der in Teilstücken bereits fertiggestellt ist.

Projekt kostete insgesamt 315.000 Euro

Böckler dankte allen Bürgern, die ihre Ideen in das Projekt eingebracht und Eigenleistungen bei der Umgestaltung im und ums DGH beigetragen haben, sowie allen beteiligten Akteuren. Besonders auch dem Bürgermeister, der extra seinen Jahresurlaub unterbrochen habe, um die Antragsformulare für das Projekt rechtzeitig bei der Region Marburger Land einzureichen. Bürgermeister Andreas Schulz seinerseits hob das große Engagement Böcklers hervor. 315 000 Euro kostete das Projekt, etwa 168 000 Euro stammen aus Leader-Fördermitteln der EU zur Regionalentwicklung.

Die Wege seien größtenteils auch mit Rollator oder Kinderwagen gut zu bewältigen, betonte Böckler. An diesem Tag fuhr aber ein vom Trecker gezogener Planwagen den Wanderern voraus, damit alle mitkommen konnten. Lutz Schmithausen vom Planungsbüro Cognitio erläuterte an jeder der Oasen unterwegs deren Schwerpunkte, zu denen es jeweils auch interaktive Informationstafeln gibt.

Der Startpunkt, das DGH, ist die „Oase der Begegnung“. Bänke, Tische und neue Flächen sowie Sandsteine am Ufer der Zwester-Ohm laden zum Verweilen und im Winter zum Schlittschuhlaufen ein. Die Zugänge zum DGH sind jetzt barrierefrei.

Kinder pflanzten Apfelbaum an der Streuobstwiese

Die „Oase der Vielfalt“ an der Streuobstwiese vermittelt die biologische Vielfalt dieses Lebensraums. Bürgermeister Schulz pflanzte dort zusammen mit einigen Kindern einen Apfelbaum, passend zum Lutherjahr und Luthers Ausspruch „Wenn morgen die Welt untergeht, pflanze ich heute noch einen Apfelbaum“, wie er betonte.

An der Schaukel bei der „Oase der Landschaft“ warteten Getränke und die schöne Aussicht auf Roßberg und Umgebung auf die Wanderer. Die „Oase der Sinne“ im Wald soll zum Ruhen und Träumen auf Holzliegen einladen. Die Kinder ließen Werner Böckler aber lieber kräftig auf den drehbaren Liegen kreiseln. Die „Oase der Zeit“ erinnert an die Röderburg, die dort einst stand, und regt zum Nachdenken über das Leben im Mittelalter an. Pferde aus Holz und ein Turnierplatz mit einem Thron laden zum Spielen ein. Die letzte Oase steht im Ortskern, die „Oase der Besinnung“ an der Kirche.

von Manfred Schubert

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