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Mit Computer im Gepäck nach Nepal

EDV-Projekt Mit Computer im Gepäck nach Nepal

Das aus Dreihausen von Wilfried Moderer heraus privat organisierte Hilfsprojekt für eine Realschule in Nepal konnte erfolgreich beendet werden. Rund 6 000 Euro an Spendengeldern fließen aus Ebsdorfergrund und Umgebung nach Nepal.

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Wilfried Moderer übergab den ersten Computer an die „Shyee Dabcha Secondary School“.

Quelle: Privatfoto

Dreihausen. Überglücklich und immer noch etwas erstaunt berichtet Wilfried Moderer über das Hilfsprojekt für die nepalesische Schule mit rund 400 Schülern, die künftig an zehn neuen Computern lernen können.

Er ist seit einem Nepal-Urlaub vor mehreren Jahren großer Fan des südasiatischen Landes, war stets begeistert „von der Herzlichkeit und Offenheit der Menschen in diesem bitterarmen Land“. Geschockt war er von den Berichten der schweren Erdbeben im Jahr 2015, die um die Welt gingen. Die Katas­trophe kostete fast 9 000 Menschen das Leben, Millionen wurden obdachlos.

„Jeder Cent kommt dort an, wo er gebraucht wird“

Auf das Schicksal der Bewohner in den verarmten Bergregionen aufmerksam zu machen, hat sich der Dreihäuser seitdem zur Aufgabe gemacht und ruft zu privaten Spenden auf. Zum Thema hielt er mehrere Vorträge im Grundtreff, berichtete über den nur langsam in Gang kommenden Wiederaufbau. „Es gab eine sehr große Resonanz“, freut er sich. Zahlreiche Menschen aus Ebsdorfergrund und darüber hinaus unterstützten die Hilfsprojekte. Über den Verbleib des gesammelten Geldes wachen Moderer und sein nepalesischer Freund Rohit Tamang persönlich, sorgen vor Ort dafür, „dass jeder Cent dort ankommt, wo er gebraucht wird“.

Im kleinen Bergdorf Dapcha, rund 80 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu, ist Moderer bereits gut bekannt – auch in der Schule „Shyee Dabcha Secondary School“ der Gemeinde. Im vergangenen Jahr rief er ein neues Schulprojekt ins Leben, sammelte Spenden für die Ausstattung der nepalesischen Schule, die mit dem Nötigsten auskommen muss.

 
Die Schüler lernen in der „Shyee Dabcha Secondary School“ in einfachsten Verhältnissen. Privatfoto

Sein Ziel, mindestens zehn Computer für die 400 Schüler­ zusammenzubekommen, ist gelungen. Den ersten Computer konnte er bereits im vergangenen Jahr in das kleine Bergdorf bringen – mangels richtiger Straßen auf recht spektakuläre Weise: „Wir fuhren mit dem Motorrad und ich musste den PC über eine Stunde im Arm halten“, erinnert er sich kopfschüttelnd und mit einem Lachen. Zusätzlich plant Moderer die kleine Schulbibliothek zu erweitern und weiteres Mobiliar anzuschaffen, „die Ausstattung ist sehr spärlich“, berichtet er aus Erfahrung. Zum Teil sitzen die Schüler auf einfachen Holzpaletten im Unterricht.

Die Zustände vermittelte Moderer auch den Schülern der Gesamtschule Ebsdorfergrund, die sich ebenfalls an dem Projekt beteiligten. Zweimal spendeten mehrere Schüler der GSE ihre Einnahmen aus einem Kuchenbasar, um ihre „Kollegen“ in Nepal zu unterstützen. Insgesamt steuerten die Jugendlichen 800 Euro bei, „eine großartige Aktion der Schüler und tolle Spende“, lobt Moderer. In diesem Herbst will er erneut nach Dapcha reisen, im Gepäck die letzten Computer und Grüße aus Ebsdorfergrund.

Moderer freut sich über rege Spendenbereitschaft

Seit seinem ersten Spendenaufruf im Jahr 2015 konnte der Dreihäuser insgesamt rund 11 000 Euro zusammentragen. „Alles private Spenden aus einem kleinen Personenkreis – das ist unglaublich und macht mich unheimlich dankbar“, kann er die große Resonanz noch immer kaum fassen. Auf diesem Wege möchte der Förderer nochmals Danke sagen an zahlreiche Spender aus der Region, die mithalfen seinen Traum wahr werden zu lassen.

Das aktuelle EDV-Projekt geht nun seinem Ende entgegen. Seine Unterstützung für Nepal beenden will Moderer jedoch noch lange nicht, möchte weiterhin für das Thema sensibilisieren. Im Auge hat er ­unter anderem die teils miserable Trinkwasserversorgung in den verarmten Regionen. „Ich ­werde das nicht aus den Augen verlieren, es gibt immer etwas zu tun.“

von Ina Tannert

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