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Millioneninvestition für Senioren

Betreutes Wohnen in Ebsdorf Millioneninvestition für Senioren

Betreutes Wohnen für Menschen mit Pflegebedarf und eine Tagespflege: Die Gemeinde Ebsdorfergrund und die DRK Schwesternschaft haben konkrete Pläne für ein exponiertes Grundstück am Ortseingang von Ebsdorf.

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Am Ortseingang von Ebsdorf ist eine große, unbebaute Fläche. Bürgermeister Andreas Schulz (von links), Iris Richter-Plewka, stellvertretende Vorsitzende der DRK Schwesternschaft Marburg, und Ebsdorfergrunds stellvertretender Bauamtsleiter Michael Esken möchten die Fläche zu einer Tagespflege und betreutem Wohnen entwickeln.

Quelle: Patricia Grähling

Ebsdorf.  „Die Menschen sollen im Alter nicht entwurzelt werden“, erklärt Iris Richter-Plewka, stellvertretende Vorsitzende der DRK Schwesternschaft Marburg. Deswegen möchte das DRK gemeinsam mit der Gemeinde Ebsdorfergrund vor Ort in der Gemeinde betreutes Wohnen und eine Tagespflege realisieren.

Geplant sind laut Bürgermeister Andreas Schulz nach sechs Monaten intensiver Gespräche nun eine Anlage für betreutes Wohnen mit 24 Wohneinheiten sowie eine Tagespflege mit 12 Plätzen und eine Seniorenbegegnungsstätte, die für alle Menschen offen sein soll.

„Die DRK Schwesternschaft übernimmt die Pflege“

„Dieses Grundstück ruft danach, entwickelt zu werden“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz über die 3722 Quadratmeter große Fläche am Ebsdorfer Ortseingang aus Richtung Hachborn. Weil es in exponierter Lage sei, habe die Gemeinde ein besonderes Projekt für diese Fläche gesucht – und dafür auch andere Projektideen abgelehnt.

Für das betreute Wohnen plant Schulz nun den Verkauf von rund 2700 Quadratmetern des Grundstücks an einen Investor, der die Wohnanlage verwirklichen solle. Die Wohnungen sollen dann verkauft werden, Menschen mit Pflegebedarf darin wohnen. „Die DRK Schwesternschaft übernimmt die Pflege“, erklärt Richter-Plewka. „Wir bieten eine maßgeschneiderte Pflege – denn der eine Bewohner braucht mehr Hilfe, der andere weniger.“ So sollen ältere Menschen möglichst lange in eigenen vier Wänden selbstbestimmt wohnen können.

Für die Tagespflege und die Begegnungsstätte soll laut Schulz und Richter-Plewka eine Bürgerstiftung gegründet werden, die für die Umsetzung verantwortlich zeichnet. „Um das zu verwirklichen, würde die Gemeinde das Grundstück der Stiftung schenken“, erklärt der Bürgermeister.

„Es soll ein öffentlicher Raum für das ganze Dorf sein“

Die Begegnungsstätte ist für Schulz ein wichtiger Baustein des Projekts: „Es soll ein öffentlicher Raum für das ganze Dorf sein“, führt er aus. Ein Café solle Einkehrmöglichkeiten bieten – für die Senioren, für die Ebsdorfer und für Radfahrer. „Es wird ein Vorreiterprojekt, denn eine Bürgerstiftung für Seniorenbetreuung gründet nicht jeder“, so Richter-Plewka. Es gebe aber bereits gute und erfolgreiche Beispiele. „Die Menschen vor Ort identifizieren sich dann mit ihrem Projekt und bringen sich ein.“

Das Grundstück ist laut Richter-Plewka optimal gelegen und gut erschlossen – durch die Landesstraße 3048 und die Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe. Zur Bushaltestelle gibt es derzeit allerdings keinen Gehweg am Festplatz des Dorfes entlang. Bislang müssen Fußgänger die Straße zweimal queren, um von der grünen Wiese zur Bushaltestelle zu gelangen. Das wolle die Gemeinde ändern, so der Rathauschef: „Wir werden die fußläufige Verbindung bis zum Ortskern auch auf dieser Straßenseite herstellen.“

In die Detailplanung gehen Gemeinde, DRK und Investor, sobald die Gemeindevertretung sich offiziell und verbindlich für das Projekt ausgesprochen hat: In der nächsten Sitzung Mitte Juni soll das Gremium beschließen, dass die Voraussetzungen für die Umsetzung des Senioren-Projekts bis zum 15. September geschaffen werden sollen, wie Schulz erläutert. Bis dahin sollen die Kosten ermittelt sein. Der Bürgermeister rechnet damit, dass das Projekt rund 2,5 Millionen Euro kosten wird.

„Die Bebaubarkeit haben wir mit dem Landkreis und Hessen Mobil schon abgeklärt.“ Bebauungsplan und Flächennutzungsplan müssten nicht geändert werden, das Grundstück gelte als innerörtliche Fläche.

von Patricia Grähling

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