Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Grundbad wird kleines Wellnessbad

Neueröffnung in Heskem Grundbad wird kleines Wellnessbad

Peppiges Grün, warmes Holz und beheizte Wärmeliegen mit Aussicht: Das Grundbad in Heskem hat sich mächtig herausgeputzt. 20 Firmen haben daran knapp drei Monate gearbeitet.

Voriger Artikel
Gemeinde bedankt sich mit einem Frühstück
Nächster Artikel
Über Hollywood nach Wittelsberg

Neben der grünen Gebäudehülle gibt es nun Wellnessliegen und Panoramafenster in der Schwimmhalle sowie ein helles Foyer mit blauem Himmel in der Decke.

Quelle: Patricia Grähling

Heskem. „Wir wollen gar nicht mit Spaßbädern konkurrieren“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz über das Schwimmbad in Heskem. Das Grundbad sei eher ein Nischenbad zum Schwimmen. Dafür nutzen es auch Schulklassen, Vereine und Besucher rege. Dennoch sollen die Schwimmer dort nicht nur ihre Bahnen ziehen und wieder nach Hause gehen, sondern sich auch wohlfühlen. „Ein bisschen sind wir jetzt ein kleines, feines Wellnessbad“, sagt er über sein Grundbad, das sich nach drei Monaten Bauzeit sehr verändert hat.

Ebsdorfergrund hat 1,5 Millionen Euro investiert

Insgesamt 1,5 Millionen Euro hat sich die Gemeinde die Modernisierung ihres Grundbads kosten lassen, rund 608 000 Euro kamen vom Bund. Hauptanlass für die Renovierungen ist dabei laut Schulz die energetische Ertüchtigung des 43 Jahre alten Gebäudes gewesen, ebenso wie die neue Barrierefreiheit „vom Eingang bis ins Becken“. Zugleich hat die Gemeinde aber auch Geld bereitgestellt, um das Hallenbad deutlich attraktiver zu machen. Trotz der Investitionen werden die Eintrittspreise laut Schulz nicht erhöht.

Energie wird neuerdings deutlich eingespart, wie Architekt Adam Mergel und Energieberater Haimo Brakemann ausführen. Dafür wurde das gesamte Gebäude in eine Hülle gepackt, die nun in peppigem Grün heraussticht. „Bislang wurde die Wärme über das Dach abgegeben“, sagt Brakemann. Die Gemeinde habe sich das nur leisten können, weil sie die Wärme von der Biogasanlage in Mölln bezieht und weil die Energiepreise gesunken waren. Nun habe das Schwimmbad eine neue Lüftungsanlage mit Wärme-Rückgewinnung. Insgesamt 90 Prozent der Energie aus der Abluft würden damit wiederverwertet für die Erwärmung der Luft im Schwimmbad. Die zwei in die Jahre gekommenen Umwälzpumpen wurden gegen eine große, moderne getauscht. „Das sind wichtige Schritte zu unseren Ziel, 2020 energieautark zu sein“, erklärt Schulz. Daher sei auf dem Dach des Grundbads von den Stadtwerken Marburg auch eine Photovoltaikanlage errichtet worden, die den benötigten Strom produzieren soll. „Hier fügt sich alles ineinander“, sagt der Bürgermeister und meint damit auch die optischen Veränderungen.

Künstlicher Himmel sorgt für Urlaubsgefühle

Das neue Grün der Gebäudehülle setzt sich im Inneren fort. Wer das Foyer betritt kommt neuerdings in einen hellen, modernen Raum. Laut Bauamtsleiterin Anke Schmidt verströmt er Urlaubsgefühl, erinnert an das Meer: Helle sandfarbene Böden, Sitzmöbel aus warmem Holz und Sichtschutz mit Meeransichten sorgen für das Gefühl. Die Oberlichter in der Decke sind zwar verschwunden, um Platz für die Photovoltaiktechnik zu machen, dafür strahlt ein immer blauer, künstlicher Himmel an der Decke. „Wir wollen gute Laune und Sonnenschein vermitteln“, erklärt der Innenarchitekt Fritz Wolf.

Investiert wurde auch in die Schwimmhalle: Große Panoramafenster geben beim Schwimmen oder Entspannen den Blick frei auf die Natur. Wellnessliegen und Sitzbänke laden zum Ausruhen ein. „Wir wollen so auch die Verweildauer im Schwimmbad erhöhen“, erklärt Schulz. Daher werde auch etwas für die jüngsten Besucher getan: Das Babybecken werde innerhalb der nächsten beiden Jahre erneuert, noch in diesem Jahr komme eine zehn Meter lange Rutsche – die derzeit in Handarbeit gefertigt werde.

 
Zusammen mit 20 Firmen haben sie das Grundbad modernisiert: von der Gemeinde Uwe Hamatschek (hinten, von links), Anke Schmidt, Sina Heck, Uwe Rauch und Bürgermeister Andreas Schulz sowie Ingenieur Haimo Brakemann (vorne von links), ­Innenarchitekt Fritz Wolf und die Planer Erika und Adam Mergel. Foto: Patricia Grähling

Die Umsetzung innerhalb von drei Monaten war laut Uwe Hamatschek vom Bauamt der Gemeinde ein Gewaltakt: Teilweise hätten 27 Firmenfahrzeuge vor dem Grundbad gestanden. Insgesamt waren 20 Firmen – inklusive Servicehof der Gemeinde – mit der Modernisierung beschäftigt, hinzu kamen 15 kleine Aufträge, auch die zehn Mitarbeiter des Grundbads haben mit angepackt. Das musste gut vorbereitet und koordiniert werden: Bereits vor knapp einem Jahr haben die Planungen und Ausschreibungen begonnen, damit die Arbeiten reibungslos laufen, so Hamatschek.

Auch wenn also hier und da noch ein paar Kleinigkeiten fehlen, wird das Schwimmbad am Sonntag, 1. Oktober, wieder eröffnet. In dieser Woche dürfen die Schulklassen schon mal den Probelauf machen und das Hallenbad wieder nutzen. Am Sonntag sind dann alle Interessierten von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt eingeladen. Besucher können sich die Neuerungen anschauen und dürfen auch mal bei Führungen durch den Keller, in dem sich die Technik verbirgt, hinter die Kulissen schauen. Vereine, die im Grundbad Kurse anbieten, stellen sich vor. Die DLRG führt Rettungsgeräte vor, Aqua-Jogging und Wassergymnastik werden gezeigt. Bürgermeister Schulz erhofft sich dabei, dass durch die Investitionen und den Aktionstag in Zukunft noch mehr Gäste in das Grundbad kommen.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr