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Familie Lorch bedankt sich

Hilfe für schwerkranken Jungen Familie Lorch bedankt sich

Sein Schicksal ergreift: Jannis Lorch ist seit seiner Geburt querschnittsgelähmt und erkrankte im Alter von nur zwei Jahren an Leukämie. Viele Spender haben ihm und seiner Familie nun einen großen Wunsch erfüllt.

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„Danke“: Diese Wort richtet Jannis an alle Unterstützer, die ihm und seiner Familie geholfen haben.

Quelle: Hirsch / Korte / Tannert

Wittelsberg. Erwartungsvoll steht Jannis (10) vor dem Auto seiner Eltern und beobachtet, wie sich der Rollstuhllift langsam dem Boden nähert. Noch wenige Zentimeter, dann löst er den Bremshebel an seinem Rollstuhl und fährt auf die Rampe. „Und hoch mit dir“, sagt sein Vater drückt einen Knopf und Jannis hebt ab.

Dank des Einsatzes vieler Spender müssen Mario und Daniela Lorch ihren immer größer und somit schwerer werdenden Sohn nicht mehr selbst ins Auto heben. In einem Zeitungsbericht, der Anfang März in dieser Zeitung erschienen ist, wagten sie einen Spendenaufruf.

„Eine stolze Summe“

Es fiel ihnen nicht leicht, das Schicksal ihres Sohnes öffentlich zu machen, der seit seiner Geburt querschnittsgelähmt ist, mit zwei Jahren an Leukämie erkrankte und den Krebs besiegt hat. Doch die finanziellen Ressourcen der Familie waren durch den Bau eines behindertengerechten Familienhauses aufgebraucht und der rund 9 000 Euro teure Lift für den Familienvan dringend notwendig. Durch den OP-Bericht wurden viele Menschen auf das Schicksal der Familie aufmerksam.

Zahlreiche Menschen, Nachbarn, Vereine und Firmen, spendeten für den behindertengerechten Lift für den Zehnjährigen – darunter das Autohaus Schwitalla, die Feuerwehren Dreihausen und Wittelsberg, die Vereinsgemeinschaft Mardorf, der Verein „Junge Familien“ Mardorf, das Erzählcafé und die „Kochdamen“ im Wittelsberger Grundtreff, die Aquamalerei Mosebach, der Bayernfanclub Ebsdorf und Mitarbeiter von CSL Behring, wo Mario Lorch als Teamleiter arbeitet.

Auch ein Polizeibeamter beteiligte sich an der Spende: Kriminalhauptkommissar Andreas Rautäschlein nahm den Slogan „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ ernst und führte eine Sammelaktion innerhalb der Marburger Polizei durch. „Das Schicksal des kleinen Jannis Lorch lässt doch keinen Menschen kalt. Ich kenne Jannis und seine Familie gut und ich wollte helfen“, sagte er bei der Übergabe in Höhe von 850 Euro vor rund zwei Wochen.

Ebenfalls vor knapp zwei Wochen überreichte die Seelsorgeeinheit Amöneburg den ehemaligen Gemeindemitgliedern, die vor rund zwei Jahren aus Mardorf in ein neues, behindertengerechtes Haus in Wittelsberg zogen, 4 000 Euro.
Von der neuen Spende aus ihrer alten Heimat informierte der Seelsorger die Familie erst wenige Tage vor der Übergabe.

„Wir waren so überrascht, das ist eine stolze Summe“, sagt Daniela Lorch. Dass die nötige Summe für den Lift zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht war, wusste die Seelsorgeeinheit. Sie spendete trotzdem. Das Geld möchte die Familie für weitere, behindertengerechte Ausstattung des Hauses nutzen, etwa für eine Rollstuhlrampe zum Garten oder für einen Aufzug in den ersten Stock des Hauses, den Jannis im Rollstuhl nicht erreichen kann.

Trotz des Umzuges: „Ihr gehört immer noch zu uns“, sagt der leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit, ein Zusammenschluss aus den fünf Kirchengemeinden Amöneburg, Mardorf, Roßdorf, Erfurtshausen und Rüdigheim. Jede Gemeinde steuerte je 500 Euro aus den Caritas-Fonds bei.

Hinzu kam eine großzügige Spende von privat. Der Spender möchte anonym bleiben. „Mit so einem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet, das ist einfach Wahnsinn“, freut sich Mario Lorch.
Er und seine Frau können die um sich greifende Unterstützung der Familie immer noch nicht recht fassen. Jetzt konnte der Aufzug angeschafft und in den Familienvan eingebaut werden.

Eine kleine TV-Rolle

Jannis kann nun mitsamt seinem Rollstuhl per Lift in das Auto gehoben und festgeschnallt werden, muss dazu nicht mehr umsteigen. Er hat schon die ersten Ausflüge damit genossen.
In den Osterferien hat er mit seinen Eltern die „Ruhrpottwache“ in Duisburg besucht – dank eines Freundes der Familie, der Kontakt zum Filmteam hat und deswegen einen Besuch am Filmset ermöglichen konnte. „Ich wurde von Michael Smolak persönlich begrüßt und durfte sogar Regieanweisungen geben“, berichtet er stolz.

Am tollsten fand er aber, dass er sogar eine kleine Rolle in einer Folge seiner Lieblingsserie übernehmen durfte. Wir dürfen gespannt sein.

von Ruth Korte und Ina Tannert

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