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Kinder fordern ihre Rechte ein

Evangelischer Kindergarten Ebsdorf Kinder fordern ihre Rechte ein

Kinderthesen an der Kirchentür. In Anlehnung an Martin Luther hatten sich die jüngsten Bewohner aus Ebsdorf eine ausgefallene Methode einfallen lassen, um auf ihre eigenen Rechte hinzuweisen.

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Kinder haben Rechte – darauf machten die Kinder der Kita Pusteblume beim „Thesenanschlag“ an der Kirchentür in Ebsdorf aufmerksam.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Der Thesenanschlag Martin Luthers ist wohl die bekannteste Legende rund um das Wirken des Reformators. Die nahmen sich die Kinder des evangelischen Kindergartens „Pusteblume“ als Vorbild und entwickelten ihrerseits eigene Kinderthesen.

„Jedes Kind braucht ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch, ein Herz, ein Licht in der Dunkelheit und die Chance, selber wirklich Kind zu sein und jedes braucht das Recht Ja zu sagen oder Nein.“ Dieser Auszug aus einem Kinderlied landete mit vielen weiteren „Thesen“ am Freitag unter dem Jubel von Kindern und Eltern an der Tür der Kirche Ebsdorf. Den Hammer schwang die Kita-Leiterin Dagmar Lohr. „Uns war es wichtig auf die Rechte von Kindern hinzuweisen – Kinder sind unsere Zukunft“, betonte Lohr.  Anlässlich des Reformationsjubiläums hatte der Kindergarten Martin Luther als Jahresthema gewählt.

„500 Jahre und kein bisschen leise – hört Martins Botschaft, kommt mit auf unsere Reise“, sangen die Kinder beim anschließenden Kindergottesdienst in der Kirche. Das sich die Kleinen bereits bestens mit dem Wirken des Reformators auskannten, war beim Kindergottesdienst spürbar. Prompt wurden alle Fragen von Pfarrer Eric Weidner beantwortet, der über die frischen Löcher in seiner Kirchentür mit einem ergebenen Lachen hinwegsehen konnte. Er erzählte den Kindern die Geschichte Luthers, dessen Weg ins Kloster und weiteren Werdegang.

Seine berühmten 95 Thesen verfasste der Theologe aus Protest gegen den Ablasshandel und wachsende Missstände innerhalb der Kirche. Die Geschichte, in der er die Schriftstücke am 31. Oktober 1517 mit lauten Hammerschlägen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, kann wohl eher als Legende betrachtet werden. Dennoch macht die viel erzählte Geschichte zumindest Eindruck und ist Vorbild zahlreicher Aktivitäten rund um das Reformationsjubiläum.

Eindruck machten auch die 60 Krippen- und Kindergartenkinder, die schon vor ihrem Thesenanschlag lautstark durch den Ort zogen und mit Trommeln und schrillen Pfeifen auf sich und ihre Botschaft aufmerksam machten. Auch Eltern und Erzieher brachten ihre Ziele mit ein. Sie wiesen auf das Recht jedes Kindes hin, in seinen eigenen Fähigkeiten unterstützt zu werden, unbeschwert aufwachsen zu können, beteiligt und gefördert zu werden. Das beinhalte auch eine ausreichende Zahl an Erziehern und Pädagogen, vom Krippen-Alter an aufwärts.

von Ina Tannert

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