Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Ein großer Schritt für die kleine Maya

Krebs Ein großer Schritt für die kleine Maya

Maya Hasselbach aus Rauischholzhausen leidet an Krebs. Von Geburt an. Freunde der Familie initiierten vergangenen September eine Spendenaktion. Das Konto wird jetzt aufgelöst, denn Maya geht es deutlich besser.

Voriger Artikel
1,1 Millionen Euro für neue Straßen
Nächster Artikel
Mit Computer im Gepäck nach Nepal

Seit sie gegen Tetanus geimpft ist, darf Maya auch im Garten spielen. Das 22 Monate alte Mädchen aus Rauischholzhausen leidet an einem Neuroblastom. Nach einer speziellen Antikörpertherapie geht es ihr mittlerweile deutlich besser als beim OP-Besuch im vergangenen September (kleines ­Foto oben).

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Rauischholzhausen. Mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht steht Maya am Fenster des Stelzenhäuschens im Garten der Familie Hasselbach in Rauischholzhausen. „Wink mal“, ruft Mama Nicol von unten. Das kleine Mädchen schwenkt kurz die Hand, rennt dann zur Rutsche und saust diese mit Schwung hinunter.

Wer Maya im Garten toben sieht, der stellt zwar fest, dass sie klein und zierlich für ihr ­Alter ist, welcher Leidensweg hinter der fast Zweijährigen liegt, das ist ihr allerdings nicht anzumerken.

Im Alter von sechs Wochen, bei der routinemäßigen U3-Untersuchung, wird während des Hüftultraschalls ein Tumor an Mayas Nebenniere entdeckt.  Acht Zentimeter ist er groß. Und wächst immer weiter. Nach etlichen Untersuchungen und einer Probenentnahme steht fest: Maya leidet an einem Neuroblastom der Stufe 4. Das heißt, sie hat nicht nur einen bösartigen Tumor zwischen Niere, Nebenniere und Leber, sondern auch Metastasen auf inneren Organen und im Knochenmark. Die Überlebenswahrscheinlichkeit des kleinen Mädchens liegt bei 30 Prozent (die OP berichtete).

Auf die Diagnose folgen mehrere Blöcke Chemotherapie, eine Stammzellentransplantation und die Entfernung der Tumorreste aus dem Bauchraum. Von den ersten 15 Monaten ihres Lebens verbrachte Maya 12 Monate in Krankenhäusern.
Bei einer routinemäßigen Nachuntersuchung werden im Juli vergangenen Jahres schließlich erneut Metastasen auf der Leber gefunden, Ende August beginnt eine kostspielige, ­spezielle Antikörpertherapie in Greifswald. Elf Tage pro Monat müssen Hasselbachs dazu nach Brandenburg reisen.

„Ohne Euch hätten wir das nicht geschafft“

Damit sich die Familie neben Maya nicht auch noch um das Finanzielle sorgen muss, starteten Freunde der Familie eine  Spendenaktion. „Das hat uns sehr geholfen“, berichtet Nicol Hasselbach und ergänzt: „Wir sind allen Helfern, Unterstützern und Spendern sehr sehr dankbar. Ohne Euch hätten wir das nicht geschafft. Danke dafür!“

Weil die Reisen nach Greifswald jetzt nicht mehr nötig sind, will die Familie das Spendenkonto nun auflösen. „Es war ja speziell für die Zeit der Antikörpertherapie gedacht“, berichtet Hasselbach. Diese lief bis Dezember. „Wie erfolgreich sie gewirkt hat, wissen wir noch gar nicht wirklich“, erklärt Hasselbach. Da es eine Studie sei, habe man keine Garantie für den Behandlungserfolg: „Bei manchen Patienten funktioniert es, bei manchen nicht.“

Außer der Hilfe durch zahlreiche Spenden hat die Familie auch große Unterstützung durch die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder erfahren. „Vor allem Mayas große Schwester Samira hat davon unheimlich profitiert“, berichtet Nicol Hasselbach. Der Verein organisiere Treffen für Geschwisterkinder, helfe bei Behördengängen und springe ein, wann immer Not am Mann sei. „Wenn ich plötzlich mit Maya ins Krankenhaus musste und niemand Samira aus dem Kindergarten abholen konnte, stand Marion Gründel bereit“, so Hasselbach: „Dafür sind wir unendlich dankbar.“

Szintigrafie zeigt nun, ob Therapie erfolgreich war

Im Drei-Monats-Rhythmus muss Maya zur Nachuntersuchung. Die nächste steht kurz bevor. „Dann wird eine Szintigrafie gemacht. Das bedeutet, dass Maya ein Kontrastmittel verabreicht bekommt, das das Neuroplastom und die Tochtertumore zum Leuchten bringt“, erläutert die Rauischholzhäuserin. Sollten die beiden zuletzt noch befallenen Stellen auf der Leber immer noch zu sehen sein, muss Maya erneut operiert und die Tumorreste entfernt werden. „Wir hoffen aber mal das Beste“, sagt Nicol Hasselbach zuversichtlich.

Mit Zuversicht geht sie auch die nächsten Monate an. „Endlich hat Maya jetzt die Tetanus-Impfung bekommen können. Damit darf sie endlich raus in den Garten zum Spielen“, berichtet die Mutter. Ab Mai steht dann – wenn alles gut läuft – die Masern-Mumps-Röteln-Impfung an: „Dann können wir sie auch ohne Mundschutz zum Einkaufen mitnehmen“, ergänzt sie.

Es sind diese kleinen Freiheiten, die das Leben für Maya und ihre Familie angenehmer machen. „Ich hätte vor einem Jahr im Traum nicht gedacht, dass es Maya einmal so gut gehen könnte“, sagt Nicol Hasselbach und gibt Maya, diemittlerweile auf die Schaukel geklettert ist, ein bisschen Schwung. Kurz darauf springt die Kleine schon wieder hinunter und saust lachend zurück zum Stelzenhäuschen – wie ein ganz normales fast zweijähriges Mädchen.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr