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Ebsdorfergrund nimmt Land den Radwegebau ab

Von Heskem bis Hof Capelle Ebsdorfergrund nimmt Land den Radwegebau ab

Die Gemeinde Ebsdorfergrund nimmt dem Land Hessen den Bau eines Radwegs von Heskem nach Hof Capelle ab. Laut Bürgermeister Andreas Schulz hatte das Land vergessen, das zugesagte Geld in den Haushalt einzustellen.

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Harald Bausch (von links), Bürgermeister Andreas Schulz und Anke Schmidt von der Gemeinde planen zusammen mit Walter Grohmann den Ausbau des Radwegs nach Beltershausen.

Quelle: Patricia Grähling

Beltershausen. Eigentlich hatte das Land laut Bürgermeister Andreas Schulz zugesagt, dieses Jahr den Radweg zwischen Heskem über Beltershausen bis Hof Capelle fertig auszubauen. Bislang endet der asphaltierte Weg kurz hinter Heskem. „Wir haben schon länger auf das Land eingewirkt, diese Verbindung nach Marburg herzustellen“, erklärt Schulz. Trotz Zusage gebe es aber kein Geld für den Radwege-Bau: „Das Land hat vergessen, Mittel dafür in den Haushalt einzustellen.“

Den Radweg will Schulz in diesem Jahr trotzdem noch haben. Deswegen übernehme die Gemeinde nun den Bau: Die Planung steht, bald solle ausgeschrieben und möglichst ab Oktober gebaut werden. Das Land beteiligt sich dafür an den Gesamtkosten, die Hessenmobil auf rund 350.000 Euro schätze – davon übernimmt laut dem Bürgermeister rund 235.000 Euro das Land, die Gemeinde zahlt 115.000 Euro. „Wir wollen mehr machen, als für einen Radweg nötig wäre“, erklärt Schulz zudem. „Wir wollen der Landwirtschaft helfen – die Mehrleistung zahlen wir selbst.“

Lücke zwischen Heskem und Hof Capelle wird geschlossen

Architekt Walter Grohmann erläutert, dass ein Radweg 2,5 Meter breit sei. Von der Landstraße zwischen Heskem und Beltershausen bis nach Beltershausen hinein werde die Gemeinde den bestehenden Schotterweg aber drei Meter breit ausbauen, mit Frostschutz und einer Trag- und Deckschicht aus Asphalt – so könne der Weg von Landwirten genutzt werden. Der zweite Teil vom Beltershäuser Friedhof bis Hof Capelle bestehe schon als ehemaliger Wrtschaftsweg. Der werde auf 5,5 Metern Breite erhalten und mit Trag- und Deckschicht aufgebaut.

Die 3,3 Kilometer lange Verbindung bis Hof Capelle ist der einfache Teil des Radwege-Lückenschlusses, erklärt der Rathauschef. „Die Trassen auf dem Gemeindegebiet stehen bereits zur Verfügung. Baurecht muss nicht geschaffen und auch kein Land gekauft werden.“ Die Anbindung von Hof Capelle bis zum Landratsamt, die laut Schulz für 2018 zugesagt ist, gestalte sich hingegen schwieriger: Baurecht und Grundstücke fehlten noch.

Projekt: Ein Radschnellweg von Marburg zum Vogelsberg

„Wir wollen keine Gefahr laufen, dass nächstes Jahr wieder kein Geld für den Radweg da ist“, erklärt Schulz die Beteiligung der Gemeinde. Schließlich sei für den Ebsdorfergrund der Lückenschluss Richtung Marburg wichtig – und nur der erste Dominostein für ein größeres Projekt: Einen Radschnellweg von Marburg zum Vogelsberg. „Dafür fehlt uns nur noch der Lückenschluss von Heskem bis Mölln und von Dreihausen über Roßberg nach Wermertshausen.“ Letzteres wurde schon vor einigen Jahren über einen neuen Radweg an den Landkreis Gießen angeschlossen.

Auch für dieses Projekt ist das Land nach Auskunft von Schulz verantwortlich – Radwege liegen in der Verantwortung des Eigentümers der anliegenden Straßen. „Bislang hat das Land uns diesen Lückenschluss abgelehnt. Die überregionale Bedeutung wurde nicht erkannt“, so Schulz. Nun glaube er, dass er mit der Anbindung Marburgs an die Gemeinde Ebsdorfergrund Argumente für den Anschluss in den Vogelsberg habe, sodass das Verkehrsministerium nicht mehr anders könne, als den Lückenschluss zu planen. „Ein Radweg von Dreihausen bis Wermertshausen ist für unsere Bürger sehr wichtig. Für das Land wäre die überregionale Bedeutung wichtiger.“

Für diesen Radweg müsste das Land laut Schulz noch Baurecht schaffen. „Aber dann würden wir dem Land auch wieder helfen und den Bau übernehmen, damit unser Radwegenetz komplettiert wird.“ Die Verbindung von Dreihausen nach Wermertshausen sei der letzte Radweg, der in der Gemeinde noch fehle – denn in den vergangenen zehn Jahren wurden bereits zwölf Radwege geschaffen. „Andere geben viel Geld für radverkehrspläne aus“, so Schulz. „Wir bauen die Radwege.“

von Patricia Grähling

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