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Dreihäuser Förster wird zum Opfer

Fake-News über Whatsapp Dreihäuser Förster wird zum Opfer

Der Förster habe drei entlaufene Schäferhunde zum Abschuss freigegeben. Diese Falschnachricht kursierte am Mittwoch über Whatsapp und erreichte viele Hundebesitzer in der Gemeinde Ebsdorfergrund.

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Peter Becker zeigt auf sein Smartphone: In einem Whatsapp-Chat von Hundehaltern in der Gemeinde Ebsdorfergrund machte die Falschnachricht die Runde.

Quelle: Carina Becker-Werner

Dreihausen. Der Dreihäuser Förster Peter Becker wurde am Mittwoch zum Opfer von Fake-News, wie er der OP gestern berichtete. Über den Kommunikationsdienst Whatsapp hatte sich im Laufe des Tages unter Hundehaltern in der Gemeinde Ebsdorfergrund, die via Smartphone miteinander vernetzt sind, eine Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet. „Es hieß, ich hätte drei ausgebüxte Schäferhunde zum Abschuss freigegeben – eine unerhörte Behauptung, dazu bin ich ja gar nicht befugt“, sagte der 53-Jährige, der von einem Jäger darauf hingewiesen wurde, dass diese Nachricht kursiere.

Becker verbrachte den Tag damit, der Geschichte auf den Grund zu gehen, informierte die Gemeinde, nahm Kontakt zu Hundehaltern auf und konnte schließlich nachvollziehen, wo und wie die Nachricht ihren Anfang genommen und sich fast wie beim Kinderspiel „Stille Post“ falsch weiterverbreitet und zugespitzt hatte. „Die drei ausgebüxten Schäferhunde gab es tatsächlich, sie wurden dann später wieder eingefangen“, erzählte Becker und berichtete, wie der Rest der Nachricht inklusive seiner Person dazugedichtet wurde. „Meine Kinder sind 14, 16 und 18 Jahre alt – die wissen, dass man solche Nachrichten nicht weiterleitet.“

Becker: „Es stimmt definitiv nicht“

Abends seien dann eine junge Frau und ein junger Mann aus Dreihausen bei ihm daheim vorstellig geworden, hätten sich dafür entschuldigt, dass sie die Verbreitung der Falschnachricht in Gang gesetzt hatten. Becker entschied daraufhin, auf eine Anzeige zu verzichten. Seine Dienststelle hat er aber über die Vorkommnisse informiert.

Beckers Sorge: „Es könnten jetzt immer noch Leute geben, die glauben, was sie bei Whatsapp über mich gelesen haben – aber es stimmt definitiv nicht. Nur die Gefahrenabwehr in Form von Gemeinde und Polizei dürfte Hunde zum Abschuss freigeben. Aber nichts dergleichen ist passiert.“

Becker ist entsetzt, was Fake-News anrichten können und warnt davor, sich an der Verbreitung ungeprüfter Nachrichten zu beteiligen. „Man hört viel darüber, jetzt habe ich selbst erfahren, wie unangenehm so etwas sein kann“, sagte der Dreihäuser Revierförster. 

von Carina Becker-Werner

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