Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
„Das ist wie ein Sechser im Lotto“

Musikergarten in Ebsdorf „Das ist wie ein Sechser im Lotto“

Gestern wurde in Berlin eine Menge Geld „verteilt“. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat bundesweit 48 Projekte ausgewählt, die bezuschusst werden. Nutznießer ist auch die Gemeinde Ebsdorfergrund.

Voriger Artikel
Drogenküche zwischen WC und Dusche
Nächster Artikel
Ein „Jugendclub für Ältere“

Ebsdorfergrund erhält für Musikergarten in Ebsdorf einen Bundes-Zuschuss in Höhe von 1,388 Millionen Euro.

Quelle: Privatfoto

Ebsdorfergrund. Die Umsetzung des Musikergartens in Ebsdorf rund um das dortige Bürgerhaus konnte sich aus mehreren hundert Bewerbungen als  förderwürdiges Projekt durchsetzen.

„Das Projekt und die Qualität des Antrags haben in Berlin überzeugt. Ich freue mich sehr, dass die engagierte Arbeit von Andreas Schulz belohnt wird“, sagte der Marburger Bundestagsabgeordnete und stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sören Bartol in Berlin. „Das ist ein Riesenschub für den Ebsdorfer Grund.“

Der zweite Versuch gelingt in Ebsdorfergrund

Thematisch greift der Musikergarten die Tradition der Chöre und Vereinsaktivitäten in Ebsdorf auf – ein vielfältig nutzbarer Dorfplatz und Treffpunkt soll entstehen. Mit dem Geld soll das Bürgerhaus energetisch und barrierefrei saniert sowie der Vorplatz und die Zufahrt neu gestaltet werden. Geplant sind außerdem Grünflächen, neue Kinderspielgeräte, ein Marktplatz, eine Bühne, ein Licht- und Wasserspiel und ein Erlebnisparcours.

Jetzt ist also alles gut. Super gut, wie Bürgermeister Andreas­ Schulz findet. Der erste Versuch, das Projekt über Bundesmittel fördern zu lassen, scheiterte. „Das war alles sehr kurzfristig. Wir hatten ja nur vier Wochen Zeit, das Projekt anzumelden. Aus Hessen wurden dann auch nur vier Projekte berücksichtigt, aus unserer Region die Waggonhalle in Marburg“, erinnert sich Schulz.

Hintergrund

Das Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen aus den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zielt auf Projekte, die im Hinblick auf ihre Wirkung für eine soziale Integration, den Klimaschutz und Innovation in den Kommunen und Stadtteilen überdurchschnittliches Potenzial besitzen. Das Programm war stets deutlich überzeichnet, weshalb der Bundestag im November 2016 eine Aufstockung der Mittel um 100 Millionen Euro beschlossen hat, um weitere herausragende Anträge zu berücksichtigen.

Weil letztendlich sehr viele Projekte unberücksichtigt bleiben mussten, gab es in Berlin noch einmal einen Nachschlag (siehe Hintergrund). Schulz sagt: „In der Weihnachtszeit kam Sören Bartol noch einmal auf mich zu und ermunterte­ mich, das Projekt noch einmal anzumelden, weil es schon beim ersten gescheiterten Versuch sehr gut bewertet wurde und die Chancen jetzt sicher nicht schlechter geworden wären.“ Für Schulz war es keine Frage, es noch einmal zu versuchen. Und schwopp, gewonnen.

„Ich stand gerade in einer Bank, als er mich anrief und sagte, dass unser Projekt in Ebsdorf  nun tatsächlich gefördert wird“, sagt er. Und weiter: „Das ist wie ein Sechser im Lotto. Für Ebsdorf eigentlich eine zweite Dorferneuerung.“ Die lief gerade aus, als Schulz sich mit der Gemeinde als neuer Bürgermeister vertraut machte. Das war 1992.  

Planungen über Planungen: Rege Bautätigkeit im Grund

„Ich bin Sören Bartol sehr dankbar. Er hat sich des Projekts in Berlin angenommen, sich sehr dafür eingesetzt und uns damit sehr geholfen.“ Der Musikergarten rund um das Bürgerhaus sei schließlich ein sehr bedeutender Mosaikstein für das Projekt „Ebsdorf 2020“.  Das Projekt wurde auch bei der EU angemeldet, Mittel aus dem Leaderprogramm für die Region Marburger Land zu erhalten. Das wäre dann sicher eine kleinere Hausnummer geworden, umso schöner sei es, dass es jetzt so geklappt hat. Beantragt wurden in Berlin Mittel in Höhe von 1,534 Millionen Euro. Das Programm sieht eine 90-prozentige Förderung vor, also insgesamt 1,388 Millionen Euro.  

Damit ist das Projekt aus dem Leaderprogramm raus, denn eine doppelte Bezuschussung gibt es natürlich nicht. „So können sich auch andere­ mit uns freuen, die jetzt über das Leaderprogramm zum Zuge kommen“, meint Schulz.

Der Musikergarten ist jetzt ein weiteres Millionenprojekt, das  im Grund eine solide Finanzgrundlage besitzt. „Es wird sich hier viel verändern – zum Positiven“, ist sich der Bürgermeister sicher. Mit dem Bau der Ortsumgehung Heskem werden auch weitere Projekte angestoßen, wie das interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Marburg oder der Bau des Busbahnhofs. Darüber hinaus wird auch die „alte“ Subs­tanz nicht vergessen. Die Feuerwehrgerätehäuser in Dreihausen und Hachborn werden erweitert und das GrundBad für eine Million Euro saniert. In Roßberg steht zudem die Freiflächen-Oase zur Beauftragung an. „Langweilig wird es hier in diesem und den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht“, sagt Andreas Schulz.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr