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Bürgermeister legt Fünf-Punkte-Plan vor

Gesamtschule Ebsdorfergrund Bürgermeister legt Fünf-Punkte-Plan vor

Wie kann die Gesamtschule Ebsdorfergrund fit gemacht werden für die Zukunft? Und wie lässt sich zugleich die Verkehrsproblematik mit den Bussen in Heskem lösen? Die Gemeinde hat dem Kreis ein neues Konzept vorgelegt.

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Der Busbahnhof befindet sich unterhalb der Gesamtschule Ebsdorfergrund. Die Gemeinde würde ihn gerne verlegen und hat dafür ­eine konkrete Idee. Der Landkreis als Schulträger prüft derzeit mehrere Varianten.

Quelle: Patricia Grähling

Heskem. Der Busbahnhof unterhalb der Gesamtschule Ebsdorfergrund (GSE) soll dort weg – Bürgermeister Andreas Schulz und Ortsvorsteher Heinz-Martin Lieser fordern das schon lange. Denn: „Die Schülerzahlen wachsen stetig, was uns sehr freut. Aber mittlerweile fahren täglich mehr als 50 Busse durch den eng bebauten Ortskern“, sagte­ Schulz. Spätestens mit der Eröffnung der Ortsumgehung 2019 will er auch den Busverkehr aus dem Ort verbannen und schlug dem Landkreis einen neuen Busbahnhof oberhalb der Schule in der Nähe der Ortsumgehung vor (die OP berichtete) – wollte sogar die Kosten übernehmen. Problem: Der neue Standort wäre dort, wo aktuell der Sportplatz der Schule ist. Neue Sportflächen sollte der Kreis auf dem Festplatz unterhalb des Schwimmbads bauen können.

Landkreis prüft mehrere Konzepte

Angenommen hat der Kreis den Vorschlag laut Schulz nicht –, sondern habe stattdessen vorgeschlagen, dass die Gemeinde den Busbahnhof auf dem Festplatz bauen könne.  Die Busse müssten dann vor dem Schwimmbad hinab fahren. „Das halten wir aber für zu kurz gegriffen“, so der Bürgermeister. Parkprobleme, Pausenflächen und Ernährung würden dabei nicht mitgedacht.

„Deswegen haben wir uns einen Fünf-Punkte-Plan überlegt, der über den Tellerrand hinausgeht und alle Probleme löst –, um die Erfolgsgeschichte GSE weiterzuschreiben und wieder einen großen Wurf für die nächsten 30 Jahre zu machen“, sagt Schulz. Das Konzept habe er bereits dem stellvertretenden Landrat Marian Zachow, dem Schulleiter Mirko Meyerding und dem zuständigen Fachdienstleiter Rainer Röder vorgestellt. „Der Landkreis hat zugesagt, dass sie unser Konzept prüfen werden“, so der Bürgermeister, der auf die Investitionen hofft.

 
Folgende Punkte umfasst das Konzept des Bürgermeisters:
  • Der neue Busbahnhof soll auf Teilen des jetzigen Sportgeländes entstehen. Laut Schulz sei es die beste Lage, biete kurze Wege für Schüler und Busse.
  • Das Sportgelände sieht Schulz weiterhin auf dem Mehrzweckplatz und Teilen der Wiese am Schwimmbad. So liegt es ­direkt neben den Sporthallen.
  • Oberhalb der Caféteria sieht der Bürgermeister Platz für eine Mensa – dort, wo aktuell der Lehrerparkplatz ist. „Die GSE entwickelt sich zur Ganztagsschule und dafür reicht die Caféteria nicht mehr aus. Das ist für die Schule schon lange ein Problem.“
  • Lehrerparkplätze will die Gemeinde auf dem Gelände des Schwimmbads schaffen. „Die Zufahrt gibt es schon. Wir könnten dort 50 Parkplätze und mehr schaffen.“ Die könnten dann abends und am Wochenende von Schwimmbadbesuchern genutzt werden.
  • „Die Schule braucht dringend neue und größere Aufenthaltsflächen“, so der Bürgermeister. Denn durch Anbauten und Neubauten seien in den vergangenen Jahren viele Pausenflächen weggefallen, während die Schülerzahlen gestiegen seien. „Der Platz für die Schüler ist immer weniger geworden.“ Hierfür würde die Gemeinde ebenfalls Flächen am Grundbad bereitstellen – und schlägt weitere Aufenthaltsflächen am bisherigen Busbahnhof und auf dem zweiten Teil der bisherigen Sportflächen vor.

„Es ist in der Tat so, dass die Verkehrssituation an der Gesamtschule Ebsdorfergrund – insbesondere im Zusammenhang mit an- und abfahrenden Bussen – verbesserungsfähig ist“, teilte Sascha Hörmann von der Pressestelle des Landkreises mit. Aktuell gebe es verschiedene Ideen, die „sorgfältig geprüft, abgestimmt und gegeneinander abgewogen werden müssen“. Dabei gehe es auch um die logistische und finanzielle Machbarkeit – und um Aspekte der Schulentwicklung. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“ – das sei das Motto bei der Prüfung der Varianten. Sobald der Kreis zu einem Ergebnis komme, werde er sich bei Schulz melden.

„Der Plan muss ja nicht auf einmal umgesetzt werden“, so Schulz. Er sieht die GSE seiner Gemeinde aber nun an der Reihe, nachdem der Landkreis in den vergangenen Jahren „Millionen in andere Schulen investiert hat, wo der Nutzen und der Erfolg sich nicht so eingestellt haben, wie hier.“ In Heskem gelte es, die „große Attraktivität der Schule zu erhalten und zukunftsfähig zu machen“.

Die Gesamtschule sei bei ihrer Gründung schon visionär gewesen. „Vor der Gebietsreform haben die Bürgermeister und der Landrat 1960 beschlossen, dass die Kinder nach der vierten Klasse nicht mehr in ihren Dörfern in die Volksschule gehen, sondern zentral in Heskem unterrichtet werden“, erklärt Schulz. Nach fast 60 Jahren Erfolgsgeschichte sei es nun Zeit für neue Visionen.

von Patricia Grähling

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