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Bürger sollen Dörfer erblühen lassen

Pflegepaten gesucht Bürger sollen Dörfer erblühen lassen

Blumeninseln, Bäume und kleine Beete verteilen sich in den Straßen der Gemeinde Ebsdorfergrund. Es könnte überall bunt blühen und grünen – das ist aber an vielen Stellen nicht der Fall. Die Gemeinde sucht daher Paten.

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Positives Beispiel für Bürgerengagement: In Heskem blüht im Ortskern ein kleines, gepflegtes Beet an einer Mauer. Laut Bürgermeister Andreas Schulz wird es wie selbstverständlich von einer Anwohnerin liebevoll gepflegt.

Quelle: Patricia Grähling

Dreihausen. Baumscheiben und Blumeninseln und viele neue Baumanpflanzungen hat die Gemeinde Ebsdorfergrund in den vergangenen Jahren geschaffen – meist auf Wunsch der Bürger im Rahmen von Dorferneuerung oder der Neugestaltung von Straßen. Viele grüne Oasen und bunte Beete im Ort – klingt schön, funktioniert aber nicht ganz wie geplant: „Die Flächen, die gepflegt werden müssen, sind zu viele geworden“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz. Eine Pflege durch die Mitarbeiter des Servicehofs sei daher nicht in vollem Umfang möglich. Das Ergebnis: „An vielen Stellen in den Ortsteilen sieht es nicht so aus, wie ich es mir vorstelle und die Ortsvorsteher es sich wünschen.“

Daher haben Bürgermeister und die Ortsvorsteher einen Aufruf gestartet: Sie suchen Bürger, die sich ehrenamtlich um Anpflanzungen vor ihrer Haustüre kümmern. Aktuell haben die Ortsvorsteher gemeinsam mit der Gemeinde ein Pflegekataster aufgestellt, um festzuhalten, welche Flächen von der Gemeinde gepflegt werden müssten. Nun soll das Werk auch mit Leben gefüllt werden: Wer kümmert sich um Blumenkübel, ­Rasenflächen und kleine Beete?

„Es geht nicht nur ums Ortsbild“

„Wir wollen die Flächen nicht zubetonieren, denn ich glaube, wir brauchen sie als Sauerstoff­oasen“, betont der Rathauschef. Außerdem seien sie wichtige Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Kleinstlebewesen. „Es geht nicht nur ums Ortsbild, sondern auch die Tiere und das Klima.“ Daher liege das Ortsbild auch in der Verantwortung aller Menschen. „Wenn Menschen sich um die Baumscheiben vor ihrer Tür kümmern, dann können die Grundsteuern bei uns auch weiter die niedrigsten im Landkreis bleiben“, argumentiert der Bürgermeister. So gebe es auch schon viele positive Beispiele von Menschen, die für blühende Flächen sorgen oder wie selbstverständlich den Rasen vor ihrer Haustüre mähen.

Früher hätten Verschönerungsvereine laut Schulz viele Pflegearbeiten in den Dörfern übernommen. Doch die Mitglieder seien älter geworden, Nachwuchs gebe es nur selten. Daher seien diese ehrenamtlichen Helfer in vielen Orten weggefallen. In diesem Jahr sei es zudem besonders schwer, alle öffentlichen Flächen optimal in Schuss zu halten: „Wir kommen mit den Pflegearbeiten auch deshalb kaum hinterher, weil es diesen Sommer keine lange­ Trockenperiode gab“, erklärt Schulz. Durch den feuchten Sommer habe es eine ununterbrochene Wachstumsphase ­gegeben. Personalengpässe auf dem Servicehof erschweren die Situation zusätzlich. „Fremdfirmen bekommen wir auch nicht so schnell, weil deren Auftragsbücher voll sind.“

Gemeinde übernimmt die Kosten

Die komplette Pflege aller ­öffentlichen Flächen könne die Gemeinde aber ohnehin nicht so übernehmen, dass es überall grünt und blüht – schlicht weil es nicht finanzierbar sei. „Aber wenn jeder etwas Kleines tut, dann entsteht etwas Großes daraus“, meint Schulz.

Die Bürger werden laut Schulz nur um die Pflege der Pflanzen gebeten. Was sie in den Beeten und Blumenkübeln vor ihren Türen anpflanzen möchten, dürfen sie selbst aussuchen. „Die Gemeinde würde aber die Kosten für die Pflanzen übernehmen“, verspricht Schulz. Auch benötigte Hilfsmittel, wie etwa Besen, Schaufeln, Rasenmäher und Heckenscheren würde der Servicehof zur Verfügung stellen – und den Grünabfall abholen und entsorgen. Zusätzlich soll ab 2018 jeder Ortsvorsteher ein zusätzliches Budget in Höhe von 500 Euro für Pflegearbeiten bekommen. „Dann kann der Ortsvorsteher die Helfer zu einem Grillfest einladen oder ihnen ein Geschenk zum Geburtstag kaufen, ohne bei der Gemeinde um Geld fragen zu müssen“, sagt der Bürgermeister.

  • Wer Pate für eine öffentliche Fläche werden und einen Blumenkübel oder ein Rasenstück pflegen möchte, kann sich beim Servicehof melden unter Telefon 0 64 24 / 304 40 oder sich an den jeweiligen Ortsvorsteher wenden.

von Patricia Grähling

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