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Ebsdorfergrund nutzt eine innovative Idee

Hachborn Ebsdorfergrund nutzt eine innovative Idee

Dass man mit Fingerspitzengefühl die Effizienz einer Kläranlage verbessern kann und dafür doppelt belohnt wird, das beweist die Gemeinde Ebsdorfergrund mit dem jüngsten Optimierungskonzept.

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Harald Bausch (von links) Axel Scheiper und Bürgermeistern Andreas Schulz freuen sich über die gelungene technische Verbesserung an der Kläranlage Hachborn.

Quelle: Martina Becker

Hachborn. Wenn eine technische Neuerung, außer Fleiß und gutem Willen keinen Aufwand fordert, danach Kosten gespart werden und die Umwelt auch noch etwas davon hat, dann ist das ein ziemlich gutes Geschäft. Dieses ließen sich Bürgermeister Andreas Schulz und Harald Bausch, Fachdienstleiter Tiefbau, nicht entgehen.

Die Idee für ein solch „pfiffiges Konzept“ gab der Maschinenbauer Axel Scheiper von der Firma Kleine. Diese Firma aus Extertal ist als Klärwerksoptimierer im ganzen Bundesgebiet tätig.Schafft man es, die Abwasserreinigungsleistung um 20 Prozent zu senken, lassen sich nach dem Abwasserabgabegesetz Kosten sparen, sogar bereits bezahlte Abwasserabgaben können zurückgeholt werden.Vor diesem Hintergrund arbeitet die Firma Kleine.

Dass sie vom Erfolg ihrer Arbeit überzeugt ist, zeigt die außergewöhnliche Vorgehensweise. Da das Angebot eine Kläranlage zu optimieren sehr speziell ist und eine Marktnische besetzt, lässt sich dieses Produkt schlecht ausschreiben. Aus diesem Grund bietet die Firma an, die nötige Technik zunächst kostenfrei einzubauen, um mit einem Probebetrieb den Beweis antreten zu können, dass das Konzept funktioniert. Bei Nichterfolg werden diese Vorrichtungen auch wieder demontiert.

Das sei aber eher unwahrscheinlich, da die Erfolgsquote bei 80 bis 90 Prozent liege, so Scheiper. Dementsprechend wurde das Vorhaben auch in der Hachborner Kläranlage, in die acht Ortsteile der Gemeinde entwässern, angegangen. Die Abwasserabgabegebühr für eine Kläranlage wird auf Grundlage verschiedener Parameter berechnet. Dies ist im Hessischen Wassergesetz festgelegt. Dazu zählen beispielsweise der Stickstoffgehalt, der Phosphatgehalt oder der CSB-Wert, als Maß für die Summe aller organischen Verbindungen.

„Obwohl die 1995 gebaute Anlage zufriedenstellend läuft, sind wir dennoch bestrebt das Optimum zu erreichen“, erklärte Bausch. Im Bereich des CSB-Wertes konnte die Gemeinde schon aus eigenen Kräften seit einigen Jahren eine Minderung von 20 Prozent erreichen. Damit bleibt trotzdem noch eine jährliche Abwasserabgabe von rund 60.000 Euro. Dieses Geld kann rückwirkend für drei Jahre zurückgeholt werden, wenn ein weiterer Parameter um 20 Prozent verbessert wird.

Scheiper war sich sicher, dass in der Hachborner Anlage der Gesamtstickstoffgehalt deutlich gesenkt werden kann. Dies hat sich jetzt auch bewahrheitet: Aktuelle Vergleichsmessungen belegen, dass seit dem Einbau im März eine Stickstoffreduzierung um mehr als 40 Prozent erreicht werden konnte. Mit diesen Ergebnissen hat die Gemeinde Anspruch auf eine Rückerstattung der Abwassergebühr der vergangenen drei Jahre.

Diese 180.000 Euro entsprechen den Kosten der neuen Anlagenverbesserung. Der Gemeinde entstanden also für die neue Technik keine Investitionskosten, außer dass die Mitarbeiter diese Veränderung mittragen mussten. „Und das hat sehr gut geklappt“, betonte der Bürgermeister. Zusätzlich wird die Gemeinde jetzt dauerhaft jährlich rund 3.000 Euro Abwassergebühren sparen.Bausch betonte, dass dieser Erfolg nur auf einer Verfeinerung der technischen Möglichkeiten beruhe und keine Chemie zum Einsatz käme, was auch eine mögliche aber unwirtschaftliche Variante sei.

von Martina Becker

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