Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Ebsdorf - leistungsstarkes Fachwerkdorf

Innenentwicklung bis 2020 Ebsdorf - leistungsstarkes Fachwerkdorf

Ebsdorf ist vielen Menschen im Landkreis ein Begriff. Vornehmlich wegen seiner wunderschönen Fachwerkhäuser im Dorfkern und der dort stattfindenden geselligen Veranstaltungen am autofreien Sonntag auf der L 3048.

Voriger Artikel
Rechts, links, genial verkehrt herum
Nächster Artikel
Bürgermeister will jetzt Taten sehen

Ebsdorf, damit verbinden zunächst viele Menschen Fachwerk in seiner schönsten Form. Es gibt aber auch sehr viele Geschäfte und Handwerksbetriebe im Ort.

Quelle: Thorsten Richter

Ebsdorf. Doch Ebsdorf ist nicht nur ein schön anzuschauendes Fachwerkdorf. In Ebsdorf befinden sich knapp 40 Gewerbebetriebe, davon sind allein 11 Handwerksbetriebe. In diesen Betrieben finden 57 Vollzeitbeschäftigte, 46 Teilzeitbeschäftigte und 10 Auszubildende Arbeit. Das sind doch mal mutmachende Zahlen. Ja, Ebsdorf ist der heimliche Motor der Gemeinde Ebsdorfergrund, hier gibt es sie noch, die Infrastruktur, um die in Zeiten des demografischen Wandels so stark gekämpft werden muss.

Denn es kann schneller bergab gehen, als es einem lieb sein kann. So gehen in vielen Orten in den Kneipen und Gaststätten für immer die Lichter aus, weil es sich entweder nicht mehr lohnt oder keine Nachfolger gefunden werden konnten. Auch in Ebsdorf musste eine solche Erfahrung gemacht werden, als die Gaststätte Weidemüller schloss. „Das ist schon irgendwie tragisch, dass sie genau geschlossen wurde, als endlich der langersehnte Radweg von Borts- und Ronhausen nach Ebsdorf fertig gestellt war“, sagt Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz. Jetzt gibt es nur noch die Kegelbahngastronomie. Das sei aber schon etwas speziell, weil dort auch noch geraucht werden dürfe, informiert Ortsvorsteher Walter Kaiser.

Doch Ebsdorf ist noch gut gerüstet, hat etwas zu bieten: Allein Kindergarten und Grundschule nebeneinander im Ort zu haben, ist ein großer Standortvorteil und macht Ebsdorf attraktiv für junge Familien. Ein Neubaugebiet direkt in Ortslage mit zehn Grundstücken befindet sich in der Entwicklung. Schon bei der Vorstellung des Gebiets „Frohwein-Büchner“ schwärmte der Bürgermeister davon, dass man von dort aus zu Fuß innerhalb von zwei Minuten die Geschäfte erreichen kann. Ein Arzt, eine Zahnärztin, eine Apotheke, ein Lebensmittelgeschäft, ein Metzger, ein Bäcker - man kann sich in der Tat viele Fahrten nach außerhalb sparen. Und wenn alles gut geht, wird es wohl auch bald ein Fitness-Studio in Ebsdorf geben. Wieder ein Mosaikstein mehr für ein breit gefächertes Angebot.

Die Gemeinde weiß, was sie an Ebsdorf hat: „Es mag vielleicht den einen oder anderen überraschen, aber Ebsdorf hat mehr Geschäfte als Dreihausen“, so Schulz. Die Gemeinde will alles unternehmen, dem Ort beim Erhalt der Infrastruktur zu helfen beziehungsweise diese sinngebend auszubauen.

Platz am Bürgerhaus könnte umgestaltet werden

Dafür wurde ein Projekt mit dem Namen „Innenentwicklung Ebsdorf 2020“ aus der Taufe gehoben. Im aktuellen und bereits beschlossenen Haushalt stehen dafür zunächst 20000 Euro zur Verfügung. Nicht gleich für konkrete Projekte, sondern für die vorbereitenden Arbeiten, die im Kopf beginnen. Jeder ist eingeladen, seine Ideen beizusteuern, doch sollen diese ganz bewusst von einem Experten von außerhalb bewertet werden. Es soll ein ausgewiesener Städteplaner für dieses Projekt gewonnen werden, der neben dem Expertenwissen auch den Blick von außen mitbringt. „Also, es gibt noch kein konkretes Konzept“, sagt Schulz. Doch kommt er nicht umhin, erste Ideen schon mal in die Öffentlichkeit zu tragen: „Ebsdorf braucht Einkehrmöglichkeiten. Erst recht im Sommer, wenn die Fahrradwege genutzt werden.“

Er kann sich durchaus eine Umgestaltung des Platzes rund ums Bürgerhaus vorstellen. „Ein Spielplatz ist schon vorhanden, vielleicht könnte dort direkt daneben auch ein Biergarten eingerichtet werden.“ Aber das Projekt „Innenentwicklung Ebsdorf 2020 soll auch von innen heraus kommen. Das heißt, die Bürger sollen ihre Ideen mit einbringen und wenn es geht auch begründen. „Der Ortsbeirat wird sich ebenfalls gerne einbinden lassen“, sagt Ortsvorsteher Walter Kaiser gegenüber der OP. Kaiser freut sich schon auf die ergebnisoffene Diskussion, die dem Ort nach der gut 25 Jahre zurückliegenden Dorferneuerung neue Impulse geben soll.

„Es gibt noch sehr viele Grundstücke in Altortslage, die nicht genutzt werden“, spricht Schulz schon ein nächstes mögliches Thema an. Und ja, die Landesstraße befinde sich auch in einem schlechten Zustand. Vielleicht könne man da auch was machen, was auch den Geschäften an der Straße nutzt. Schulz zeigt sich zuversichtlich, dass sicher einige Projekte später über die Region Marburger Land beim Leader-Programm der EU als zuschussfähig angemeldet werden können. Schulz geht davon aus, dass ein geeigneter Städteplaner bis April gefunden worden ist. Dieser soll dann aus den Vorschlägen aus Ebsdorf und eigenen Ideen eine Prioritätenliste erstellen. „Dabei gilt aber stets Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ so Schulz.

Ach, und entgegen einer anonym geführten Facebook-Seite mit grenzwertigem Inhalt, zeigen die Ebsdorfer über Kommentare oder während der jüngsten Bürgerversammlung offen und deutlich auch sehr viel Verständnis dafür, dass ihr Ort Asylsuchende beziehungsweise Kriegsflüchtlinge aufnehmen wird.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr